Rund um Laupheim
Sänger ergründen düstere Musikgeschichte

In Ummendorf hat die Biberacher Dramaturgin und Regisseurin Maria Goeth ein Programm mit Musik aus vier Jahrhunderten zusammengestellt. Sie führte durch den Abend. Die Biberacher Mezzosopranistin Cornelia Lanz eröffnete das Konzert mit Schuberts „Der Geistertanz“, textlich eine Schilderung puren Horrors, eindrucksvoller Einstieg in das Thema des Abends. Eine originelle Idee war es, die „Hexe“ aus „Hänsel und Gretel“ zu splitten. Cornelia Lanz und der Tenor Tobias Hunger teilten sich die Arie, spielten dazu herrlich überzogenes Gruseltheater. Überhaupt war es eine gute Idee von Maria Goeth, Arien und Ensembles nicht bloß „runter zu singen“, sondern auch intensiv spielen zu lassen.
Eine der ersten Opern war „L'Orfeo“ (1607) von Claudio Monteverdi. Tobias Hunger sang daraus mit feinem Vibrato, brachte die zeitgemäßen vielfältigen Verzierungen kunstvoll zum Ausdruck. 150 Jahre später entstand Glucks Orpheus-Version; dessen Arie sang Cornelia Lanz mit samtweicher Expression. Der Bass Dirk Schmidt fühlte mit schwarz-röhrender Tiefe den Empfindungen des Bancquo aus Verdis „Macbeth“ kurz vor seiner Ermordung nach. Als veritable Musicaldarstellerin erwies sich Cornelia Lanz mit dem exzellent artikulierten Rap der Hexe aus „In the woods“ von Stephen Sondheim.
Die Künstler gestalteten zwei Stücke aus Händels „Acis & Galatea“, virtuos begleitet von Maria Goeth auf der Sopranino-Blockflöte. Dann romantische Oper: Cornelia Lanz interpretierte eindrucksvoll aus Dvoráks „Rusalka“ die Arie der Hexe. Zusammen mit Tobias Hunger sang sie ein gruseliges Duett aus Tschaikowskys „Pique Dame“, und Tobias Hunger präsentierte ebenso empfindsam wie dramatisch-expressiv eine Arie aus „Der Vampir“ von Heinrich Marschner.
Drei Lieder beschlossen den Abend: Liszts „Loreley“ mit plakativer Tonmalerei und differenzierter szenischer Stimmungsschilderung gestaltete Tobias Hunger sehr romantisch. Dirk Schmidt faszinierte in Schuberts „Der Tod und das Mädchen“ mit schier unergründlicher Basstiefe, und alle drei zusammen sangen, gleichsam mit verteilten Rollen, Schuberts „Erlkönig“. Eine originelle Zugabe war Mozarts „Don Giovanni“ mit allen drei Interpreten.
Ihr kongenialer Begleiter am Flügel war Henning Ruhe, der ihnen ausdrucksstarke Stütze und auch Führung war.
(Erschienen: 06.02.2012 18:25)

In Ummendorf hat die Biberacher Dramaturgin und Regisseurin Maria Goeth ein Programm mit Musik aus vier Jahrhunderten zusammengestellt. Sie führte durch den Abend. Die Biberacher Mezzosopranistin Cornelia Lanz eröffnete das Konzert mit Schuberts „Der Geistertanz“, textlich eine Schilderung puren Horrors, eindrucksvoller Einstieg in das Thema des Abends. Eine originelle Idee war es, die „Hexe“ aus „Hänsel und Gretel“ zu splitten. Cornelia Lanz und der Tenor Tobias Hunger teilten sich die Arie, spielten dazu herrlich überzogenes Gruseltheater. Überhaupt war es eine gute Idee von Maria Goeth, Arien und Ensembles nicht bloß „runter zu singen“, sondern auch intensiv spielen zu lassen.
Eine der ersten Opern war „L'Orfeo“ (1607) von Claudio Monteverdi. Tobias Hunger sang daraus mit feinem Vibrato, brachte die zeitgemäßen vielfältigen Verzierungen kunstvoll zum Ausdruck. 150 Jahre später entstand Glucks Orpheus-Version; dessen Arie sang Cornelia Lanz mit samtweicher Expression. Der Bass Dirk Schmidt fühlte mit schwarz-röhrender Tiefe den Empfindungen des Bancquo aus Verdis „Macbeth“ kurz vor seiner Ermordung nach. Als veritable Musicaldarstellerin erwies sich Cornelia Lanz mit dem exzellent artikulierten Rap der Hexe aus „In the woods“ von Stephen Sondheim.
Die Künstler gestalteten zwei Stücke aus Händels „Acis & Galatea“, virtuos begleitet von Maria Goeth auf der Sopranino-Blockflöte. Dann romantische Oper: Cornelia Lanz interpretierte eindrucksvoll aus Dvoráks „Rusalka“ die Arie der Hexe. Zusammen mit Tobias Hunger sang sie ein gruseliges Duett aus Tschaikowskys „Pique Dame“, und Tobias Hunger präsentierte ebenso empfindsam wie dramatisch-expressiv eine Arie aus „Der Vampir“ von Heinrich Marschner.
Drei Lieder beschlossen den Abend: Liszts „Loreley“ mit plakativer Tonmalerei und differenzierter szenischer Stimmungsschilderung gestaltete Tobias Hunger sehr romantisch. Dirk Schmidt faszinierte in Schuberts „Der Tod und das Mädchen“ mit schier unergründlicher Basstiefe, und alle drei zusammen sangen, gleichsam mit verteilten Rollen, Schuberts „Erlkönig“. Eine originelle Zugabe war Mozarts „Don Giovanni“ mit allen drei Interpreten.
Ihr kongenialer Begleiter am Flügel war Henning Ruhe, der ihnen ausdrucksstarke Stütze und auch Führung war.
(Erschienen: 06.02.2012 18:25)
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Die Allgäu-Orient-Rallye ist ein Abenteuer für Autofans. Ohne Navi geht es querfeldein von Oberstaufen im Allgäu bis nach Baku, Aserbaidschan vom 28. April bis zum 15. Mai. Unter den 111 Teams ist auch das Team "Kilometermacher" mit Martina Schiller-Rall und Kilian Rall aus Biberach, Uwe Hartwig aus Baustetten, Rainer Kammerer aus Wain, Frank Vögtle aus Hohenfels und Holger Pfefferle aus Sigmaringen. Exklusiv für die SZ berichtet das Team während seiner Reise von seinen Erlebnissen.
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