Nachrichten Laichingen
Anne-Frank-Schüler heizen Queen-Fans ein

Von unserer Redakteurin Helen Walter
Der Spaß an der Musik ist den sechs Mitgliedern von „Let’s fetz“ anzumerken. Die E-Gitarre dröhnt beim Stück „Dreamer Blues“, und auch in Szene setzen sich die Schüler schon wie die großen Stars auf der Bühne. Lukas Rembeck beäugt kritisch die E-Gitarre aus dem Fundus der Schule, auf der er etwas vorspielen soll. So richtig professionell wie auf seiner eigenen kämen die Klänge da nicht raus, sagt der Sechstklässler fachmännisch. „Schade, dass ich meine Les Paul noch nicht habe“, sagt der Zwölfjährige über seine Wunschgitarre und lässt beiläufig fallen, dass er schon seit sechs Jahren Bass spielt und nie Lampenfieber hat, weil er schon oft aufgetreten sei.
Lampenfieber erwischt auch die anderen aus der Schulband vor ihrem Auftritt am Samstag als Vorgruppe der „Queen Kings“ hoffentlich nicht. Und falls doch, dann beruhigt sie Musiklehrer Kurt Scharbert, der die Schüler beim Auftritt in der DSH unterstützen wird. „Wir können nicht verglichen werden mit den Queen Kings“, sagt er. „Wir sind eine Schulband.“ „Allerdings eine ziemlich gute“, schiebt er nach.
Viel Potenzial
Seit 1991 leitet Scharbert die Rockband der Schule, spielt selbst Bass und hat schon einige Schüler unterrichtet, die jetzt professionell Musik machen. „Zum Beispiel Mike van Hyke aus Laichingen“, sagt er. „Oder die Erstbesetzung der Laichinger Band freequency.“ Auch jetzt habe er Schüler in der Band, bei denen er sich durchaus vorstellen könne, dass sie mal Profimusiker werden.
Sänger Lukas Nüßle ist krank. „Wir hoffen, dass er bis Samstag wieder fit ist“, sagt Scharbert. Der Sänger der Band sei 15 Jahre alt. Eine kräftige, gute Stimme habe Lukas. „Und er trifft die Töne“, sagt Scharbert. Nicht ganz unwichtig für einen Sänger. Außerdem spielen bei „Let’s fetz“ Florian Kleiß, 13, und Valentin Kübler, 12, die sich als Links- und Rechtshänder das Schlagzeug teilen und beide am Samstag dabei sind. Konstantin Zeifang, 15, ist am Keyboard zu hören und Lukas Rembeck, 12, sowie Florian Hammel, 12, rocken an der E-Gitarre.
Ziemlich genau wissen die Schüler, was sie wollen und was nicht. „Deutschland sucht den Superstar“ zum Beispiel, „das geht gar nicht“, sagt Florian Hammel. Niemals würde er zu so einer Casting-Show gehen, wo nur „Möchtegern-Stars“ auftreten. „Wir versuchen es allein mit unserem Können, und manche von denen gehen doch nur dahin, um einmal im Fernsehen gewesen zu sein.“ „Und um sich von Dieter Bohlen gleich eine Absage zu holen“, fügt Lukas Rembeck hinzu. Außerdem: Der Ruhm für höchstens ein Jahr, um danach gleich wieder in der Versenkung zu verschwinden, der sei ihnen nicht genug.
Florian Kleiß spielt Schlagzeug seit der ersten Klasse. Verblüffend früh, findet die Zeitungsredakteurin, findet er aber gar nicht. „Schon im Kindergarten hab ich angefangen mit Schlagzeug“, sagt der Achtklässler mit der coolen Frisur, mit der er ein bisschen wie Gustaf von der schwedischen Rock-Band „Mando Diao“ aussieht, lässig. Nicht viel später, nämlich in der dritten Klasse, hat Valentin Kübler angefangen mit dem Schlagzeugspiel. Souverän meistert er das kurze Vorspiel, Lampenfieber vor Samstag – daran denkt er jetzt noch nicht. Konstantin Zeifang ist der ruhigere Keyboarder in der Runde, der zwar nicht auf den Putz haut, aber auch dem Spiel des Neuntklässlers merkt man einige Jahre Erfahrung an.
Gespielt werden sieben Stücke, die aus der Feder von Lehrer Kurt Scharbert stammen. „Ein bisschen Old School, mal auf Schwäbisch, mal auf Englisch“, sagt Scharbert. Rock, Rock’n’Roll und Blues ist das, was Scharbert in den 70ern in den Zeiten von „Rolling Stones“, „Deep Purple“, „Led Zeppelin“ und Co. geprägt hat und was er heute so oder so ähnlich selbst spielt und schreibt. Die Stücke, die sie am Samstag spielen, seien alle eigene, mit der Gema gebe es also keine Probleme, merkt er an.
Leichte Nervösität
Wessen Vorgruppe sie sind, das wissen die Schüler genau. Lukas Rembeck war sogar schon auf einem Konzert von den „Queen Kings“, und Frank Rohles, den Gitarristen, findet er ziemlich gut, auch wenn dessen Musikstil ihm als Metal-Fan nicht unbedingt ein Vorbild sei. Sollte die DSH am Samstag ausverkauft sein, dann wird das der größte Auftritt sein, den „Let’s fetz“ bisher erlebt hat. Beim Gedanken daran werden doch alle ein bisschen nervös. „Wir sind hinter der Bühne mit den Queen Kings zusammen“, bemerkt Florian Kleiß. „Vielleicht bekommen wir ja auch ein paar Groupies ab“, sagt einer der Zwölfjährigen und Gelächter folgt. „Die haben eine blühende Phantasie“, sagt Kurt Scharbert und schüttelt lächelnd den Kopf. Um die Aufregung bei der Generalprobe und beim Soundcheck am Samstag bei seinen Schülern runter zu kühlen, dafür ist er da.
(Erschienen: 15.03.2010 20:15)

Von unserer Redakteurin Helen Walter
Der Spaß an der Musik ist den sechs Mitgliedern von „Let’s fetz“ anzumerken. Die E-Gitarre dröhnt beim Stück „Dreamer Blues“, und auch in Szene setzen sich die Schüler schon wie die großen Stars auf der Bühne. Lukas Rembeck beäugt kritisch die E-Gitarre aus dem Fundus der Schule, auf der er etwas vorspielen soll. So richtig professionell wie auf seiner eigenen kämen die Klänge da nicht raus, sagt der Sechstklässler fachmännisch. „Schade, dass ich meine Les Paul noch nicht habe“, sagt der Zwölfjährige über seine Wunschgitarre und lässt beiläufig fallen, dass er schon seit sechs Jahren Bass spielt und nie Lampenfieber hat, weil er schon oft aufgetreten sei.
Lampenfieber erwischt auch die anderen aus der Schulband vor ihrem Auftritt am Samstag als Vorgruppe der „Queen Kings“ hoffentlich nicht. Und falls doch, dann beruhigt sie Musiklehrer Kurt Scharbert, der die Schüler beim Auftritt in der DSH unterstützen wird. „Wir können nicht verglichen werden mit den Queen Kings“, sagt er. „Wir sind eine Schulband.“ „Allerdings eine ziemlich gute“, schiebt er nach.
Viel Potenzial
Seit 1991 leitet Scharbert die Rockband der Schule, spielt selbst Bass und hat schon einige Schüler unterrichtet, die jetzt professionell Musik machen. „Zum Beispiel Mike van Hyke aus Laichingen“, sagt er. „Oder die Erstbesetzung der Laichinger Band freequency.“ Auch jetzt habe er Schüler in der Band, bei denen er sich durchaus vorstellen könne, dass sie mal Profimusiker werden.
Sänger Lukas Nüßle ist krank. „Wir hoffen, dass er bis Samstag wieder fit ist“, sagt Scharbert. Der Sänger der Band sei 15 Jahre alt. Eine kräftige, gute Stimme habe Lukas. „Und er trifft die Töne“, sagt Scharbert. Nicht ganz unwichtig für einen Sänger. Außerdem spielen bei „Let’s fetz“ Florian Kleiß, 13, und Valentin Kübler, 12, die sich als Links- und Rechtshänder das Schlagzeug teilen und beide am Samstag dabei sind. Konstantin Zeifang, 15, ist am Keyboard zu hören und Lukas Rembeck, 12, sowie Florian Hammel, 12, rocken an der E-Gitarre.
Ziemlich genau wissen die Schüler, was sie wollen und was nicht. „Deutschland sucht den Superstar“ zum Beispiel, „das geht gar nicht“, sagt Florian Hammel. Niemals würde er zu so einer Casting-Show gehen, wo nur „Möchtegern-Stars“ auftreten. „Wir versuchen es allein mit unserem Können, und manche von denen gehen doch nur dahin, um einmal im Fernsehen gewesen zu sein.“ „Und um sich von Dieter Bohlen gleich eine Absage zu holen“, fügt Lukas Rembeck hinzu. Außerdem: Der Ruhm für höchstens ein Jahr, um danach gleich wieder in der Versenkung zu verschwinden, der sei ihnen nicht genug.
Florian Kleiß spielt Schlagzeug seit der ersten Klasse. Verblüffend früh, findet die Zeitungsredakteurin, findet er aber gar nicht. „Schon im Kindergarten hab ich angefangen mit Schlagzeug“, sagt der Achtklässler mit der coolen Frisur, mit der er ein bisschen wie Gustaf von der schwedischen Rock-Band „Mando Diao“ aussieht, lässig. Nicht viel später, nämlich in der dritten Klasse, hat Valentin Kübler angefangen mit dem Schlagzeugspiel. Souverän meistert er das kurze Vorspiel, Lampenfieber vor Samstag – daran denkt er jetzt noch nicht. Konstantin Zeifang ist der ruhigere Keyboarder in der Runde, der zwar nicht auf den Putz haut, aber auch dem Spiel des Neuntklässlers merkt man einige Jahre Erfahrung an.
Gespielt werden sieben Stücke, die aus der Feder von Lehrer Kurt Scharbert stammen. „Ein bisschen Old School, mal auf Schwäbisch, mal auf Englisch“, sagt Scharbert. Rock, Rock’n’Roll und Blues ist das, was Scharbert in den 70ern in den Zeiten von „Rolling Stones“, „Deep Purple“, „Led Zeppelin“ und Co. geprägt hat und was er heute so oder so ähnlich selbst spielt und schreibt. Die Stücke, die sie am Samstag spielen, seien alle eigene, mit der Gema gebe es also keine Probleme, merkt er an.
Leichte Nervösität
Wessen Vorgruppe sie sind, das wissen die Schüler genau. Lukas Rembeck war sogar schon auf einem Konzert von den „Queen Kings“, und Frank Rohles, den Gitarristen, findet er ziemlich gut, auch wenn dessen Musikstil ihm als Metal-Fan nicht unbedingt ein Vorbild sei. Sollte die DSH am Samstag ausverkauft sein, dann wird das der größte Auftritt sein, den „Let’s fetz“ bisher erlebt hat. Beim Gedanken daran werden doch alle ein bisschen nervös. „Wir sind hinter der Bühne mit den Queen Kings zusammen“, bemerkt Florian Kleiß. „Vielleicht bekommen wir ja auch ein paar Groupies ab“, sagt einer der Zwölfjährigen und Gelächter folgt. „Die haben eine blühende Phantasie“, sagt Kurt Scharbert und schüttelt lächelnd den Kopf. Um die Aufregung bei der Generalprobe und beim Soundcheck am Samstag bei seinen Schülern runter zu kühlen, dafür ist er da.
(Erschienen: 15.03.2010 20:15)


































