Nachrichten Laichingen
Trotz vieler offener Fragen: Rat will G9

Genau kann dies derzeit niemand sagen. Landesweit sollen nämlich nur 22 Schulen an dem Modellversuch der neuen Landesregierung teilnehmen. Und diese Modellschulen sollen sich gleichmäßig im Land verteilen. Je weniger benachbarte Schulen ihren Hut in den Ring werfen, desto größer sind demnach eigene Chancen. Was dieses Kriterium angeht, hat das Laichinger Gymnasium keine schlechten Karten, denn im Alb-Donau-Kreis hat bisher nur das Gymnasium Langenau Interesse an G9 angemeldet, das Ehinger Vanotti-Gymnasium beispielsweise nicht.
Doch Laichingens Rektor Hermann Persch versprüht bisher alles andere als Optimismus, trotz des grünen Lichts seitens des Gemeinderats. „Eher nicht“, antwortet er auf die Frage, ob Laichingen seiner Meinung nach bei dem Modellversuch tatsächlich mitmachen darf.
Einen Grund dafür sieht Persch in der Lage des Gymnasiums auf der Laichinger Alb. Andere Schulen seien für Schüler einfach besser zu erreichen. Und die Erreichbarkeit sei eines der Kriterien bei der Auswahl der Modellschulen. Immerhin kommen zwei Drittel der Laichinger Gymnasiasten mit dem Bus zur Schule.
Auch offen ist derzeit, ob das Laichinger Gymnasium ab dem kommenden Schuljahr die nötige Schülerzahl aufbringen kann. Denn neben den beiden G9-Zügen müssten weiter zwei G8-Züge angeboten werden. Und noch weitere Fragen sind aktuell völlig unbeantwortet. Dies musste Persch auch den Gemeinderäten einräumen, als er den G9-Antrag bei der Ratssitzung vorstellte. Welche Schüler dürfen sich überhaupt für das neue Modell bewerben? Und wann startet die Bewerbung? Was geschieht, wenn plötzlich mehr Interessenten als Plätze vorhanden sind? Und was ist mit den aktuellen G8ern – können sie bei Interesse ebenfalls ins längere Lernen mit G9 wechseln? Alles offen.
Doch wichtig sei, so Persch, dass Laichingen – was den Antrag angehe – einfach mal dabei sei. Und er hoffe, dass diesen Weg so viele andere Schulen wie möglich mitgehen. Dann nämlich könnte die Regierung vielleicht auf die Idee kommen, aus dem schulzahlenmäßig begrenzten Modellversuch eine flächendeckende Initiative zu starten. Und dann wäre das Albert-Schweitzer-Gymnasium sicher dabei.
Sicher dabei waren, was den G9-Antrag des Gymnasiums im Gemeinderat anging, auch die Mandatsträger der CDU. Obwohl die Partei als solche die Rückkehr zu G9 landesweit als Fehler bezeichnet, stimmten die Laichinger CDUler für G9. Überzeugen ließen sie sich von den Argumenten des Rektors: Eltern würden ihre Kinder wegen der hohen Belastung mit G8 mittlerweile vermehrt an der Realschule anmelden. Doch das Hauptargument für ein neunjähriges Gymnasium laute, so Persch: „Die Schüler sollen sich besser entfalten können. Mit G8 fehlt vielen dazu die Zeit. Manche haben drei Mal in der Woche Nachmittagsunterricht.“ So blieben Hobbys zwangsläufig auf der Strecke.
Wann das Kultusministerium seine Entscheidung pro oder contra Laichingen fällt, ist noch nicht sicher. Die Räte dürften ihre Daumen drücken. Denn Mehrkosten, so Hermann Persch, würde G9 für die Stadt nicht verursachen. Benötigt würden höchstens ein paar mehr Bücher. „Ansonsten wäre der Modellversuch für die Stadt umsonst.“
(Erschienen: 20.02.2012 11:00)

Genau kann dies derzeit niemand sagen. Landesweit sollen nämlich nur 22 Schulen an dem Modellversuch der neuen Landesregierung teilnehmen. Und diese Modellschulen sollen sich gleichmäßig im Land verteilen. Je weniger benachbarte Schulen ihren Hut in den Ring werfen, desto größer sind demnach eigene Chancen. Was dieses Kriterium angeht, hat das Laichinger Gymnasium keine schlechten Karten, denn im Alb-Donau-Kreis hat bisher nur das Gymnasium Langenau Interesse an G9 angemeldet, das Ehinger Vanotti-Gymnasium beispielsweise nicht.
Doch Laichingens Rektor Hermann Persch versprüht bisher alles andere als Optimismus, trotz des grünen Lichts seitens des Gemeinderats. „Eher nicht“, antwortet er auf die Frage, ob Laichingen seiner Meinung nach bei dem Modellversuch tatsächlich mitmachen darf.
Einen Grund dafür sieht Persch in der Lage des Gymnasiums auf der Laichinger Alb. Andere Schulen seien für Schüler einfach besser zu erreichen. Und die Erreichbarkeit sei eines der Kriterien bei der Auswahl der Modellschulen. Immerhin kommen zwei Drittel der Laichinger Gymnasiasten mit dem Bus zur Schule.
Auch offen ist derzeit, ob das Laichinger Gymnasium ab dem kommenden Schuljahr die nötige Schülerzahl aufbringen kann. Denn neben den beiden G9-Zügen müssten weiter zwei G8-Züge angeboten werden. Und noch weitere Fragen sind aktuell völlig unbeantwortet. Dies musste Persch auch den Gemeinderäten einräumen, als er den G9-Antrag bei der Ratssitzung vorstellte. Welche Schüler dürfen sich überhaupt für das neue Modell bewerben? Und wann startet die Bewerbung? Was geschieht, wenn plötzlich mehr Interessenten als Plätze vorhanden sind? Und was ist mit den aktuellen G8ern – können sie bei Interesse ebenfalls ins längere Lernen mit G9 wechseln? Alles offen.
Doch wichtig sei, so Persch, dass Laichingen – was den Antrag angehe – einfach mal dabei sei. Und er hoffe, dass diesen Weg so viele andere Schulen wie möglich mitgehen. Dann nämlich könnte die Regierung vielleicht auf die Idee kommen, aus dem schulzahlenmäßig begrenzten Modellversuch eine flächendeckende Initiative zu starten. Und dann wäre das Albert-Schweitzer-Gymnasium sicher dabei.
Sicher dabei waren, was den G9-Antrag des Gymnasiums im Gemeinderat anging, auch die Mandatsträger der CDU. Obwohl die Partei als solche die Rückkehr zu G9 landesweit als Fehler bezeichnet, stimmten die Laichinger CDUler für G9. Überzeugen ließen sie sich von den Argumenten des Rektors: Eltern würden ihre Kinder wegen der hohen Belastung mit G8 mittlerweile vermehrt an der Realschule anmelden. Doch das Hauptargument für ein neunjähriges Gymnasium laute, so Persch: „Die Schüler sollen sich besser entfalten können. Mit G8 fehlt vielen dazu die Zeit. Manche haben drei Mal in der Woche Nachmittagsunterricht.“ So blieben Hobbys zwangsläufig auf der Strecke.
Wann das Kultusministerium seine Entscheidung pro oder contra Laichingen fällt, ist noch nicht sicher. Die Räte dürften ihre Daumen drücken. Denn Mehrkosten, so Hermann Persch, würde G9 für die Stadt nicht verursachen. Benötigt würden höchstens ein paar mehr Bücher. „Ansonsten wäre der Modellversuch für die Stadt umsonst.“
(Erschienen: 20.02.2012 11:00)

































