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Widerstand regt sich

Interessengemeinschaft fordert Rücknahme der Einbahnstraße im Meierweg
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Von Ilja Siegemund

Nellingen In Nellingen brodelt es seit einigen Wochen gewaltig. Grund für den Ärger ist die Entscheidung der Verwaltung und des Gemeinderats, den Meierweg in eine Einbahnstraße umzuwandeln. Vor drei Monaten hatte der Gemeinderäte den Beschluss gefällt. Seither regt sich in Teilen der Bevölkerung Widerstand: Es wurde die Interessengemeinschaft (IG) Meierweg gegründet, die sich jüngst mit einem Schreiben an Bürgermeister Franko Kopp und die Gemeinderäte wandte. In dem anonymen Schreiben bekannten sich die IG-Mitglieder nicht namentlich zu ihrer Forderung: Sie bestehen darauf, dass der Meierweg für den Verkehr wieder in beide Richtungen frei gegeben wird.

Bleibe die Einbahnstraße weiterhin bestehen, dann seien die Fahrradfahrer die Leidtragenden, argumentiert die IG. „Die Autofahrer schießen über die Kuppe, weil sie wissen, dass ihnen keine Autos mehr entgegen kommen“, kritisiert ein Mitglied der IG, das seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte – denn das Mitglied und die anderen Mitstreiter fürchten Repressalien von Seiten des Bürgermeisters: „Der teilt sonst aus.“

Gerade die Sorge um die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer war aber laut Bürgermeister Kopp der Grund dafür, dass der Meierweg in eine Einbahnstraße umgewandelt wurde. So hätten Verkehrsmessungen im Vorfeld ergeben, dass auf dem Meierweg täglich 300 Autos unterwegs waren. „Durch die unübersichtlichen Kurven vor dem Friedhof ist es immer wieder fast zu Unfällen gekommen.“ Außerdem hätten allzu oft Bewohner des angrenzenden Wohngebiets den Meierweg als Abkürzung benutzt. Dem wollte man durch die neue Regelung einen Riegel vorschieben.

Die IG hingegen behauptet, dass vor allem Verkehrsteilnehmer, die nach Aufhausen fuhren oder von dort kamen, den Meierweg als Abkürzung benutzt hätten – und nicht die Nellinger Bürger selbst. Den Worten des Bürgermeisters, dass die Einbahnstraße auf ein Jahr befristet ist, glauben die Kritiker nicht. „Das bleibt, wie es ist“, sagt ein IG-Mitglied. Das anonyme Schreiben sei ein letzter Ausweg. „Wir wissen sonst nicht, was wir machen sollen.“

Der Rathauschef will sich jedenfalls erst dann mit der Kritik der IG intensiver auseinandersetzen, wenn „sich die Menschen zu ihrer Meinung bekennen“. Dass die IG-Mitglieder mit Sanktionen von seiner Seite rechnen, kann er nicht nachvollziehen. Solche Vorwürfe weißt er entschieden von sich. „Das ist Stimmungsmache übelster Sorte.“ Anwohner des Meierwegs, die direkt von der Einbahnstraßenregelung betroffen seien, hätten sich ihm gegenüber positiv über die Verkehrsberuhigung geäußert. „Sie sprachen von einer erheblichen Verbesserung.“ Nach Ablauf des auf ein Jahr befristeten Modellversuchs werde die Gemeinde neue Verkehrsgutachten auswerten und über die Zukunft des Meierwegs entscheiden.

(Erschienen: 04.02.2012 13:00)

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