Rund um Laichingen
Höhlen sollen Welterbe werden

Der Tübinger Archäologieprofessor Nicolas Conard, der am Hohle Fels auch die Grabungen leitet, setzt sich schon seit Jahren dafür ein, dass diese eiszeitlichen Fundstellen im Achtal gemeinsam mit den Fundstellen im Lonetal (Kreis Heidenheim) zum Weltkulturerbe der Unesco erklärt werden.
Nun macht sich auch die Landesregierung dafür stark. Das Kabinett berät über einen offiziellen Antrag des Landes. In der Region wird dies begrüßt. So freut sich auch Reiner Blumentritt, Vorsitzender der Schelklinger Museumsgesellschaft. Er ist wie Stefanie Kölbl, Leiterin des Urgeschichtlichen Museums in Blaubeuren, in die Planungen eingebunden und steht mit dem Landesdenkmalamt in engem Kontakt. Dieses hat die Federführung bei der Vorbereitung für die Bewerbung.
Blumentritt sieht in der Bewerbung die Chance, den Hohle Fels touristisch besser zu vermarkten und Schelklingen dadurch bekannter zu machen. „Da muss sich etwas tun“, sagt Blumentritt.
Dass die Höhlen im Achtal zum Weltkulturerbe ernannt werden, wünscht sich Georg Hiller, geschäftsführender Vorstand der Stiftung Urgeschichtliches Museum. schon seit vielen Jahren. „Das würde bei der Öffentlichkeit eine größere Aufmerksamkeit erregen – noch mehr als bisher.“
Auch bei Museumsleiterin Stefanie Kölbl, wäre die Freude groß. „Das wäre ein sehr wichtiger Schritt für die Anerkennung unserer Fundregion.“
Wenn das Kabinett dem offiziellen Antrag zustimmt, wovon auszugehen ist, geht der Vorschlag zur Kultusministerkonferenz. Diese entscheide dann, ob die Höhlen auf die sogenannte Tentativliste kommt, erläutert Sprecher Frank Kupferschmidt vom zuständigen Wirtschafts- und Finanzministerium das weitere Verfahren. Diese Liste enthält Vorschläge aller deutschen Bundesländer zum Weltkulturerbe. So sei auch das Schloss Schwetzingen noch auf dieser Liste, erklärt Kupferschmidt.
Auswärtiges Amt entscheidet
Mindestens ein Jahr lang müsse der Vorschlag auf dieser Liste bleiben, dann könne das Projekt dem Auswärtigen Amt präsentiert werden. Das Auswärtige Amt entscheide darüber, ob der Antrag zur Unesco weitergeleitet wird, betont Kupferschmidt. Dort dauere es mindestens weitere 18 Monate, bis eine endgültige Entscheidung fällt. „Ein langwieriger Prozess“, fasst der Sprecher zusammen.
Die Ernennung zum Unesco-Weltkulturerbe hätte aber noch auf ein anderes Vorhaben Einfluss: Der Titel könnte für den geplanten Steinzeitpark im Alb-Donau-Kreis enorme Schubwirkung haben, sagt die Museumsleiterin. Dieser sieht vor, dass alle archäologischen Stellen steinzeitlicher Funde im Alb-Donau-Kreis vernetzt werden. „Das Geißenklösterle und der Hohle Fels wären dann die Kernzonen“, erklärt Stefanie Kölbl. Noch müsse aber ein Konzept erarbeitet werden.
Bezüglich der Entwicklung des Urgeschichtlichen Museums geht es in diesem Jahr Schlag auf Schlag: Denn es soll eine Zweigstelle des Landesmuseums Baden-Württemberg mit dem Schwerpunkt „Altsteinzeit“ werden. Die Vertragsverhandlungen sind abgeschlossen, „jetzt müssen wir uns mit dem Landesmuseum nur noch darauf einigen, welche Ausstellungsstücke nach Blaubeuren kommen“, informiert Stefanie Kölbl. Deshalb tue sich auch ohne den Antrag zum Unesco-Weltkulturerbe einiges in Blaubeuren, ergänzt die Museumsleiterin. „Der Titel wäre aber das Sahnehäubchen.“
(Erschienen: 07.02.2012 12:55)

Der Tübinger Archäologieprofessor Nicolas Conard, der am Hohle Fels auch die Grabungen leitet, setzt sich schon seit Jahren dafür ein, dass diese eiszeitlichen Fundstellen im Achtal gemeinsam mit den Fundstellen im Lonetal (Kreis Heidenheim) zum Weltkulturerbe der Unesco erklärt werden.
Nun macht sich auch die Landesregierung dafür stark. Das Kabinett berät über einen offiziellen Antrag des Landes. In der Region wird dies begrüßt. So freut sich auch Reiner Blumentritt, Vorsitzender der Schelklinger Museumsgesellschaft. Er ist wie Stefanie Kölbl, Leiterin des Urgeschichtlichen Museums in Blaubeuren, in die Planungen eingebunden und steht mit dem Landesdenkmalamt in engem Kontakt. Dieses hat die Federführung bei der Vorbereitung für die Bewerbung.
Blumentritt sieht in der Bewerbung die Chance, den Hohle Fels touristisch besser zu vermarkten und Schelklingen dadurch bekannter zu machen. „Da muss sich etwas tun“, sagt Blumentritt.
Dass die Höhlen im Achtal zum Weltkulturerbe ernannt werden, wünscht sich Georg Hiller, geschäftsführender Vorstand der Stiftung Urgeschichtliches Museum. schon seit vielen Jahren. „Das würde bei der Öffentlichkeit eine größere Aufmerksamkeit erregen – noch mehr als bisher.“
Auch bei Museumsleiterin Stefanie Kölbl, wäre die Freude groß. „Das wäre ein sehr wichtiger Schritt für die Anerkennung unserer Fundregion.“
Wenn das Kabinett dem offiziellen Antrag zustimmt, wovon auszugehen ist, geht der Vorschlag zur Kultusministerkonferenz. Diese entscheide dann, ob die Höhlen auf die sogenannte Tentativliste kommt, erläutert Sprecher Frank Kupferschmidt vom zuständigen Wirtschafts- und Finanzministerium das weitere Verfahren. Diese Liste enthält Vorschläge aller deutschen Bundesländer zum Weltkulturerbe. So sei auch das Schloss Schwetzingen noch auf dieser Liste, erklärt Kupferschmidt.
Auswärtiges Amt entscheidet
Mindestens ein Jahr lang müsse der Vorschlag auf dieser Liste bleiben, dann könne das Projekt dem Auswärtigen Amt präsentiert werden. Das Auswärtige Amt entscheide darüber, ob der Antrag zur Unesco weitergeleitet wird, betont Kupferschmidt. Dort dauere es mindestens weitere 18 Monate, bis eine endgültige Entscheidung fällt. „Ein langwieriger Prozess“, fasst der Sprecher zusammen.
Die Ernennung zum Unesco-Weltkulturerbe hätte aber noch auf ein anderes Vorhaben Einfluss: Der Titel könnte für den geplanten Steinzeitpark im Alb-Donau-Kreis enorme Schubwirkung haben, sagt die Museumsleiterin. Dieser sieht vor, dass alle archäologischen Stellen steinzeitlicher Funde im Alb-Donau-Kreis vernetzt werden. „Das Geißenklösterle und der Hohle Fels wären dann die Kernzonen“, erklärt Stefanie Kölbl. Noch müsse aber ein Konzept erarbeitet werden.
Bezüglich der Entwicklung des Urgeschichtlichen Museums geht es in diesem Jahr Schlag auf Schlag: Denn es soll eine Zweigstelle des Landesmuseums Baden-Württemberg mit dem Schwerpunkt „Altsteinzeit“ werden. Die Vertragsverhandlungen sind abgeschlossen, „jetzt müssen wir uns mit dem Landesmuseum nur noch darauf einigen, welche Ausstellungsstücke nach Blaubeuren kommen“, informiert Stefanie Kölbl. Deshalb tue sich auch ohne den Antrag zum Unesco-Weltkulturerbe einiges in Blaubeuren, ergänzt die Museumsleiterin. „Der Titel wäre aber das Sahnehäubchen.“
(Erschienen: 07.02.2012 12:55)



































