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Das Single-Leben der Schweine ist bald vorbei

Ab 2013 müssen die Tiere in Gruppen gehalten werden – Das bedeutet für die Landwirte hohe Investitionen
Das Single-Leben der Schweine ist bald vorbei
Das Single-Leben der Schweine ist bald vorbei

Von Regine Reibling und Natalie Schick

Ringingen Mit einem Schlag wird es ruhig im Schweinestall in Steinenfeld. Julian Müller läuft mit einem Trog durch die Reihen und schüttet den Mais in die Schweinegatter. Aus dem Grunzen und Quieken wird sofort lautes Schmatzen. Das Schmatzen von 160 Muttersauen.

„Das sind zufriedene Sauen“, sagt Julians Vater, Edgar Müller. Er zeigt auf die Tiere, die in ihren Einzelgattern stehen. „Wenn die Schweine künftig in den Gruppenboxen sind, dann müssen sie um ihr Futter kämpfen“, sagt der Landwirt. Dann haben sie Stress. „Und Schweine hassen Stress.“

Trotzdem werden auch seine Schweine bald in Gruppen gehalten werden müssen – so will es die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung, die ab 2013 gilt und sich auf trächtige Sauen bezieht. Ziel dieser Regelung sei, so Kreisbauernverbandsvorsitzender Hans Götz, dass die Tiere mehr Bewegung haben. Zudem seien auch Schweine soziale Tiere, die untereinander kommunizieren.

Um ihre Schweine gesetzesgerecht halten zu können, müssen Edgar und Julian Müller bauen: Der alte Stall wird zu klein für die Zahl von Gruppenboxen, die benötigt werden. Um die Investition von mehreren Hunderttausend Euro wieder reinzubekommen, müssen die Müllers auch ihren Schweinebestand erhöhen – von 160 Muttersauen auf 240. Der alte Stall mit den Einzelställen wird aber weiterhin benutzt, sagt Edgar Müller. „Als Eros-Center sozusagen.“ Denn etwa 30 Tage nach der Besamung sollen die Sauen weiterhin einzeln gehalten werden.

So wie Müllers geht es vielen Landwirten in der Region, sie müssen große Investitionen stemmen. Der Landesbauernverband befürchtet, dass vor allem kleinere Betriebe nicht mehr mithalten können. Es gebe zwar keine genauen Zahlen, aber rund 50 Prozent aller Schweinezuchtbetriebe in Baden-Württemberg müssten noch in diesem Jahr auf Gruppenhaltung umstellen, schätzt Fachreferent Marco Eberle. Auch Hans Götz sieht die Gefahr, dass Betriebe schließen. „Man muss viel Geld in die Hand nehmen und braucht sehr viel mehr Platz“, weiß er aus Erfahrung. Er führt selbst einen Zuchtbetrieb. Bei der Entscheidung, zu investieren oder nicht, komme es aber immer auch auf die Zukunftsperspektive an. Und „ganz aktuell sind wir sehr zufrieden. Die Preise steigen seit Jahresbeginn“, so Hans Götz.

Mehr lesen Sie in der Mittwochsausgabe der Schwäbischen Zeitung.

(Erschienen: 07.02.2012 19:05)

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