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Windkraft in Altsteußlingen: Zeit, dass sich was dreht

ALTSTEUSSLINGEN - Es sieht aus wie ein Raumschiff, was der Alt-steußlinger Eugen Gumper seit vergangenen Freitag auf seinem Hausdach stehen hat. Doch es sind keine Aliens, die auf dem Dach auf der Alb gelandet sind. Die Weltneuheit "Airmax 24" ist eine Windenergieanlage, die bis zu 6000 Kilowattstunden Strom im Jahr produziert.

Ein kleiner Junge steht mit seinem Schulranzen bepackt vor Eugen Gumpers Haus in der Birkspritzstraße in Altsteußlingen. Sein Blick richtet sich auf das Dach, seine Worte sind deutlich: "Boah, krass", sagt der Schüler, als im selben Augenblick Eugen Gumper, Norbert Mayer von der Firma "Energiefreiheit Riedlingen" und Architektin Petra Feller aus dem Haus kommen, um die Weltneuheit zu betrachten. "Ich habe einfach keine Lust mehr, mein Geld für teure Energie auszugeben. Ein Kollege von mir hat mich dann im August dieses Jahres auf die Weltneuheit aufmerksam gemacht", sagt Häuslesbesitzer Eugen Gumper stolz. Entwickelt wurde der "Airmax 24", die erste Windenergieanlage fürs Hausdach, von Wolfgang Niemeyer aus Dillenburg bei Siegen. "Im Mai dieses Jahres wurde das Produkt zur Serienreife gebracht und den Vertriebspartnern vorgestellt", erklärt Norbert Mayer von der "Energiefreiheit". Der Alt-steußlinger Eugen Gumper ist der erste Häuslesbesitzer im Alb-Donau-Kreis und im Kreis Biberach, der das "Raumschiff" auf seinem Dach stehen hat.

Doch was ist und vor allem was leistet die neuartige Windturbine eigentlich? "Die Anlage produziert rund 6000 Kilowattstunden Strom im Jahr. Ein normaler Haushalt verbraucht rund 4500 Kilowattstunden, der Rest wird für derzeit 9,1 Cent pro Kilowattstunde ins Stromnetz eingespeist", erklärt Architektin Petra Feller. Die Anschaffungskosten der Windturbine belaufen sich auf rund 11 500 Euro, dazu kommen Montagekosten, die zwischen 1000 und 2500 Euro betragen. "Konstruiert ist die Anlage aus einem Edelstahlgestänge, die Flügel der Turbine sind aus Glasfaser", sagt Mayer, der das Produkt in der Region vertreibt.

Die Lebensdauer, und da freut sich Eugen Gumper besonders, ist so lange, wie das Material hält. "Die Anlage wird nie an Wirkungsgrad verlieren", sagt Mayer, der betont, dass "es im Gegensatz zur Photovoltaikanlage auch nachts Strom produziert, sofern ein Wind weht". Und diesbezüglich sieht es vor allem auf der Ehinger Alb gut aus. "In den Herbst- und Wintermonaten läuft die Anlage auf Hochtouren und fängt damit die eher windarmen Sommermonate auf", sagt Petra Feller.

Geräuschlos und wartungsfrei

Angst, dass Eugen Gumper sein eigenes Wort nicht mehr versteht, wenn sich der "Airmax 24" mit maximal 200 Umdrehungen in der Minute bewegt, muss er nicht haben. "Die Anlage ist leiser als der Wind, praktisch geräuschlos und dazu noch wartungsfrei", sagen Feller und Mayer. Neben dem Haushaltsstrom ist die Anlage zudem auch noch in Sachen Heizen von Vorteil. "In Verbindung mit einer Elektroheizung oder einer Infrarotheizung kommt der Heizstrom auch von der Anlage", sagen die Experten.

Deswegen und auch weil der "Airmax 24" ein Hingucker ist, haben schon viele Nachbarn bei Eugen Gumper angeklopft, um sich nach dem "Raumschiff" zu erkundigen. "Das ist eben eine feine Sache", sagt der Windkraft-Pionier von der Ehinger Alb, der sich nun über stürmische Zeiten freut.

(Erschienen: 24.09.2008 00:07)

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