Nachrichten Ehingen
Das Anti-Stuttgart 21-Bier rollt und rollt
Als OB Johann Krieger am Dienstag Stefan Mappus durch die Stadt führte, war das Protest-Bier auch ein Thema. „Das wird hier in Ehingen gebraut“, sagte Krieger bei der Vorstellung der Bierkulturstadt. Mittlerweile hat es das „Resist“-Bier zu bundesweiten Ehren gebracht: Die Nachrichtenagentur dpa hat dem Protest-Gerstensaft eine bundesweite Nachricht gewidmet, und die Berliner Zeitung „Morgenpost“ hat ebenso über das Bier berichtet wie der „Patriot“ aus Lippstadt. Internetforen machen das Bier ebenfalls zum Thema.
Und das, obwohl es die Flaschen nur in elf Kneipen und drei Biosupermärkten in Stuttgart gibt.
Eigentlich ist in den Flaschen nichts anderes als das „Rössle-Bräu“. Das Besondere ist das vom Stuttgarter Designer Patrick Reinhardt entworfene rote Etikett mit weißem Esel, und dass „21 Cent an den Widerstand“ gehen, wie die Macher versprechen. Dabei ist Motto-Bier in Stuttgart nichts Neues: Bei Schwulen- und Lesbenpartys gibt es beispielsweise das politisch korrekte „Gale“. Auch diese Flaschen kommen nach Aussagen der Organisatoren aus einer Brauerei von der Schwäbischen Alb. Extra ein Navi zugelegt
Für Braumeister Julius Buckenmaier kam der Erfolg überraschend. Er freut sich über die große Nachfrage, für seine Stuttgart-Touren hat er sich mittlerweile ein Navigationsgerät zugelegt. Die erste Fuhre Bier erreichte Stuttgart am 29. Juli. Der Rössle-Brauer erinnert sich noch genau: „Wir haben 75 Kisten abgefüllt, und die gingen an drei Kneipen. Ich dachte, dass sei eine einmalige Sache.“ Mittlerweile sind 400 Kisten in Stuttgart gelandet, und aus den drei Kneipen sind elf geworden. „Alles hat sich schnell herumgesprochen“, so Buckenmaier. „Das Telefon stand kaum still.“ Radio-Sender und TV-Stationen haben angefragt. Höchstpersönlich fährt er nun „Resist S 21“ in die Landeshauptstadt. Gestern 150 Kisten.
Schon sehnsüchtig gewartet
„Wir haben schon sehnsüchtig gewartet“, sagte Martin Arnold, Wirt der Szenekneipe „Schlesinger“. „Die Leute sind wild darauf. Am Abend der ersten Lieferung haben sie es uns aus den Händen gerissen und sogar warm getrunken.“ Einige Kisten musste Buckenmaier leer zurücknehmen. „Es gibt viele, die die Flaschen als Andenken mit nach Hause nehmen“, weiß der Wirt vom „Schlesinger“. „Manche ziehen auch die Etiketten ab, und verwenden die als Zeichen der Demonstration.“
(Erschienen: 01.09.2010 22:30)
Als OB Johann Krieger am Dienstag Stefan Mappus durch die Stadt führte, war das Protest-Bier auch ein Thema. „Das wird hier in Ehingen gebraut“, sagte Krieger bei der Vorstellung der Bierkulturstadt. Mittlerweile hat es das „Resist“-Bier zu bundesweiten Ehren gebracht: Die Nachrichtenagentur dpa hat dem Protest-Gerstensaft eine bundesweite Nachricht gewidmet, und die Berliner Zeitung „Morgenpost“ hat ebenso über das Bier berichtet wie der „Patriot“ aus Lippstadt. Internetforen machen das Bier ebenfalls zum Thema.
Und das, obwohl es die Flaschen nur in elf Kneipen und drei Biosupermärkten in Stuttgart gibt.
Eigentlich ist in den Flaschen nichts anderes als das „Rössle-Bräu“. Das Besondere ist das vom Stuttgarter Designer Patrick Reinhardt entworfene rote Etikett mit weißem Esel, und dass „21 Cent an den Widerstand“ gehen, wie die Macher versprechen. Dabei ist Motto-Bier in Stuttgart nichts Neues: Bei Schwulen- und Lesbenpartys gibt es beispielsweise das politisch korrekte „Gale“. Auch diese Flaschen kommen nach Aussagen der Organisatoren aus einer Brauerei von der Schwäbischen Alb. Extra ein Navi zugelegt
Für Braumeister Julius Buckenmaier kam der Erfolg überraschend. Er freut sich über die große Nachfrage, für seine Stuttgart-Touren hat er sich mittlerweile ein Navigationsgerät zugelegt. Die erste Fuhre Bier erreichte Stuttgart am 29. Juli. Der Rössle-Brauer erinnert sich noch genau: „Wir haben 75 Kisten abgefüllt, und die gingen an drei Kneipen. Ich dachte, dass sei eine einmalige Sache.“ Mittlerweile sind 400 Kisten in Stuttgart gelandet, und aus den drei Kneipen sind elf geworden. „Alles hat sich schnell herumgesprochen“, so Buckenmaier. „Das Telefon stand kaum still.“ Radio-Sender und TV-Stationen haben angefragt. Höchstpersönlich fährt er nun „Resist S 21“ in die Landeshauptstadt. Gestern 150 Kisten.
Schon sehnsüchtig gewartet
„Wir haben schon sehnsüchtig gewartet“, sagte Martin Arnold, Wirt der Szenekneipe „Schlesinger“. „Die Leute sind wild darauf. Am Abend der ersten Lieferung haben sie es uns aus den Händen gerissen und sogar warm getrunken.“ Einige Kisten musste Buckenmaier leer zurücknehmen. „Es gibt viele, die die Flaschen als Andenken mit nach Hause nehmen“, weiß der Wirt vom „Schlesinger“. „Manche ziehen auch die Etiketten ab, und verwenden die als Zeichen der Demonstration.“
(Erschienen: 01.09.2010 22:30)
Themendossiers
Der Drogeriekonzern Schlecker aus Ehingen war lange die Nummer eins der Branche in Deutschland. Die Mitarbeiterzahl liegt bei über 30 000 in Deutschland und weiteren rund 17 000 im Ausland. Nach hunderten Schließungen liegt die Zahl der Läden in Deutschland wohl knapp unter 7000, hinzu kommt die Tochter Ihr Platz. 3000 weitere Schlecker-Filialen gibt es im Ausland. Im Januar 2012 meldete das Ehinger Familienunternehmen Insolvenz an, jetzt sollen weitere Filialen geschlossen werden.
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