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Retter auf vier Pfoten nehmen Fährte auf

Seit gut einem Monat gibt es die Rettungshundestaffel im DRK-Kreisverband Ulm
Retter auf vier Pfoten nehmen Fährte auf
Retter auf vier Pfoten nehmen Fährte auf

Von Andrea Wismath

Ehingen Ungeduldig trippelt Schapendoe-Rüde Conal auf dem schneebedeckten Waldweg hin und her. Frauchen Silvia Traub geht neben ihm in die Hocke, beugt den Kopf herunter und spricht leise auf ihn ein.

Dann folgt das entscheidende Kommando: „Such und hilf“, flüstert die Justingerin Conal zu. Und der setzt sich sofort in Bewegung, schnüffelt in die kalte Nachmittagsluft und rennt dann zielstrebig los. Conal ist Teil der neu gegründeten Rettungshundestaffel des DRK-Kreisverbands Ulm. Was für ihn jetzt als Spiel beginnt, das mit Leckerli und Spielzeug belohnt wird, kann für einen Menschen bitteren Ernst bedeuten. Die Hunde werden darauf trainiert, Vermisste zu finden.

23 Hundebesitzer und 19 künftige Retter auf vier Pfoten gehören zum Team von Bereitschaftsleiter Wolfgang Roß. Conal gehört zu den Flächenhunden. Er wird darauf trainiert, außerorts in einem größeren Gebiet Vermisste zu finden. „Wenn ein Mensch in Not ist, schüttet er Adrenalin aus und bildet Buttersäure. Die können Hunde riechen.“ Es ist erst Conals zweite Übungsstunde, deswegen lernt er erst einmal, auf das Kommando „Such und hilf“ zu reagieren. Noch entfernt sich Ausbilder Roß nur einige Meter in den Wald hinein.

Neben Flächenhunden wie Conal bilden Roß und sein Team auch Trümmerhunde, Wasserspürhunde und Mantrailer aus. Mantrailer sollen in Städten nach Vermissten suchen. Entscheidend ist dafür der Individualgeruch eines Menschen. Im Training bekommt Bloodhound Emma ein Kleidungsstück unter die Schnauze gehalten, der zugehörige Träger versteckt sich. An einer sieben Meter langen Leine begleitet Christiane Baumgartner Emma. Die Hündin übernimmt die Führung, Die Altbierlingerin Baumgartner hält sich im Hintergrund. Der Mensch muss lernen, den Hund zu lesen, erklärt Ausbilderin Sabine Schwerdtle. Und jeder Hund sucht auf seine Art. Bis er bereit ist, geprüft zu werden, vergehen gut zwei Jahre.

Deswegen üben die DRKler zweimal die Woche. „Wir trainieren auch nachts, bei Regen und eisiger Kälte. Wenn wir zu einem Einsatz gerufen werden, können wir auch nicht sagen: Nee, es regnet gerade“, so Roß. Als Flächenhund Conal bei ihm ankommt und mit seinem Bellen der wartenden Silvia Traub anzeigt, dass er fündig geworden ist, gibt es ein dickes Lob. „Klasse, das hast du Klasse gemacht.“

(Erschienen: 05.02.2012 19:15)

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