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Henning Witte hat die Kurve gekriegt

Der Namibier macht eine Lehre beim Ehinger Ingenieurbüro Karcher – Ein Unfall brachte die Wende in seinem Leben
Henning Witte hat die Kurve gekriegt
Henning Witte hat die Kurve gekriegt

Von Andrea Wismath

Ehingen Blonde Haare, tiefblaue Augen. Einen Afrikaner stellen sich die meisten anders vor. Henning Wittes Heimat ist Namibia, ein Land im Südwesten des Kontinents. Der junge Mann aus der Küstenstadt Swakopmund macht zurzeit eine Lehre zum Vermessungstechniker beim Ehinger Ingenieurbüro Karcher. Damit hat er nun endlich das gefunden, was er wirklich will. Denn erst hat der heute 25-Jährige ein Sportstudium in Südafrika begonnen. Das brach er ab. Er kam 2007 nach Deutschland, jobbte auf einem Campingplatz in München. Erst ein schwerer Motorradunfall brachte die Wende. Henning Witte sagt: „Ich denke heute, dass das gut war.“ Er tippt sich mit dem Finger an den Kopf und sagt: „Hier oben hat es mich weitergebracht.“

Der Unfall passierte, als er in Namibia mit Freunden unterwegs war. Mit dem Motorrad heizten sie durch ein trockenes Flussbett. Dann der Sturz. Henning Wittes Oberschenkelknochen zersplitterte in viele kleine Teile. Er litt höllische Schmerzen. Seine Freunde packten ihn auf die Ladefläche eines Pick-ups. „Namibia ist zweieinhalb Mal so groß wie Deutschland. Es leben aber nur rund zwei Millionen Menschen dort.“ Entsprechend lange dauerte die Fahrt ins nächste Krankenhaus. Vier Stunden musste der Verletzte ausharren. Er wurde dann mehrere Male operiert. Ein Jahr lang war er nach dem Unfall noch auf Krücken angewiesen.ss

Ein hartes Los für den ungemein sportlichen Namibier. „Ich war in der U-17-Fußball-Nationalmannschaft“, erzählt der 25-Jährige. Auf seinem Gesicht zeigt sich ein wehmütiges Lächeln. Auch Volleyball spielte er leidenschaftlich. Außerdem war er Leichtathlet. Seit dem Unfall ist all das nicht mehr möglich. „Für mich ist es schon schwer, 20 Meter weit zu rennen.“ Stahlschrauben fixieren seinen Oberschenkelknochen heute.

Und doch ist Henning Witte auf eine gewisse Art froh über das, was passiert ist. Denn nach dem schweren Sturz hatte er Zeit nachzudenken. Darüber, was er wirklich möchte. In Ehingen hat es der Namibier mit den deutschen Wurzeln gefunden. Er mag die Arbeit beim Ingenieurbüro. Oft geht es nach draußen zum Vermessen. Dort werden seine Kollegen und er häufig angesprochen, was sie denn da machen. „Wenn wir an einer Straße messen, merkt man immer, wie die Autofahrer abbremsen, wenn sie uns sehen. Die denken, wir blitzen.“

Den gesamten Text lesen Sie in der Montagsausgabe der Schwäbischen Zeitung.

(Erschienen: 19.02.2012 18:05)

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