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Rund um Ehingen

Annette Schavan mag Biosphärenmost

Bundesbildungsministerin ist in Dächingen zu Gast – Und lobt die Längenfeldschule
Annette Schavan mag Biosphärenmost
Annette Schavan mag Biosphärenmost

Von Kurt Efinger

DÄCHINGEN Stellung zu politischen Themen hat Bundestagsabgeordnete und Bundesbildungsministerin Annette Schavan am Donnerstag im Dächinger Gasthof Krone auf Einladung des CDU-Ortsverbands Alb bezogen. Dabei setzte sie sich für die im November auf dem Bundesparteitag in Leipzig beschlossene Weiterentwicklung der Strukturen im Bildungssystem ein.

„Die Längenfeldschule ist ein wunderbares Beispiel“, sagte Annette Schavan in Bezug auf den Parteitagsbeschluss. Dieser emfiehlt Schulen, die Bildungsgänge von Haupt- und Realschulen unter einem Dach anzubieten. Dies sei keine Frage der Religion, also kein Parteidogma. Wichtig sei, dass man hier Hauptschulabschluss und mittlere Reife erlangen könne. Für falsch hält Schavan das Verhalten von Eltern, die sich mit Eifer für die Hauptschule einsetzen, ihre eigenen Kinder aber nicht dorthin schicken.

„Wir dürfen nur keine Angst haben vor dem Neuen“, mahnte die Bildungsministerin zu Aufgeschlossenheit für Reformen. Jetzt stehe zur Entscheidung an, was in zehn Jahren notwendig sei. Die CDU habe immer Stärke bewiesen, wenn sie den nächsten Schritt gewusst habe.

„Sich mit mir zu streiten, ist keine Supernummer“ sagte Schavan zum früheren Landtagsabgeordneten und Staatssekretär Ventur Schöttle aus Granheim, als dieser die bildungspolitische Wende seiner Partei kritisierte. „Da werde ich richtig geladen, wenn Bürger sagen, wir seien nicht konservativ genug“, verteidigte die Politikerin den Kurs der CDU.

Das Beeindruckendste, was sie je im Bundestag gehört habe, sei der Bericht von Marcel Reich-Ranitzki über das Warschauer Ghetto gewesen, sagt Annette Schavan und empfahl, den Redetext an jeder Schule zu lesen. „Wer über Europa spricht, muss wissen, dass zum kollektiven Gewissen der Holocaust gehört“, bekannte sich Schavan zur Ehrlichkeit in allen an der Judenverfolgung schuldig gewordenen Ländern.

Der Landesregierung warf Schavan ein gestörtes Verhältnis zur Verkehrsentwicklung vor. Winfried Kretschmann sei ein Ministerpräsident, der seinen Wahlkreis nicht geholt habe. „Ein Minister hat in der Regel das Vertrauen der Bürger in seinem Wahlkreis“, spielte die Bundesbildungs- und Forschungsministerin auf ihr Ergebnis im eigenen Wahlkreis an. Im übrigen trat sie dafür ein, politisch anders Denkende nicht zu diffamieren.

Am Ende stieß die Ministerin mit Paul Gräters Biosphärenmost auf die Zukunft an und freute sich an dem vom Ortsverbandsvorsitzenden Wolfgang Kopp überreichten Geschenkkorb und ein Buch über den Besinnungsweg auf der Ehinger Alb.

(Erschienen: 03.02.2012 21:35)

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