Stadtnachrichten Biberach
Wohnmobilisten reisen vom Niederrhein an die Riß
Von unserem Redakteur Christoph Schneider
Der 62-jährige Hans van Beek sagt: „Ich war seit 40 Jahren nicht mehr in Biberach. Dabei habe ich Ende der 60er hier drei Jahre gelebt und meine Meisterprüfung zum Schriftsetzer abgelegt.“ Er wurde im Brunnen auf dem Biberacher Marktplatz gegautscht, also untergetaucht – ein Brauch der Drucker. Inzwischen ist er Geschäftsführer einer Druckerei in Rees, einer kleinen Stadt am Rhein nah der holländischen Grenze. „Ich habe in Biberach nichts mehr erkannt, außer dem Marktbrunnen und dem Café Weichardt. Dass sich eine Stadt so verändert, habe ich noch nie gesehen“, sagt er.
Dabei hat der Zufall die Niederrheiner an die Riß geführt. Inge van Beek erklärt: „Wir wollten eigentlich an die Ostsee, doch die Wetterprognose war schlecht und für den Süden sind 28 Grad gemeldet.“ So beschlossen sie, im österreichischen Seefeld Urlaub zu machen. Den Weg wollten sie in zwei Etappen bewältigen. Doch wo rasten? „In Heidelberg gab es keine Stellplätze mehr. Rotenburg ob der Tauber ist zu klein. Da habe ich das Schild nach Ulm gesehen und mich an Biberach erinnert“, sagt Hans van Beek.
Während die van Beeks in die Stadt gehen, um eine Pizzeria zu suchen, bleiben andere Wohnmobilisten auf dem Platz. Der mit 79 Jahren Platzälteste stellt sich als „Toni aus München“ vor und zeigt seinen Kräutergarten an der Rückseite seines Wohnmobiles. Petersilie, Salbei, Schnittlauch und andere Küchenkräuter stehen dort in fest verschraubten Blumenkästen.
Belgier hat ein Riesen-Wohnmobil
„Wir sind Selbstversorger“, sagt Toni, der seit Jahren imm wieder in Biberach Halt macht. Zurzeit sind Toni, seine Frau Anne und der 14 Jahre alte Kater Tom, der auf dem Fahrersitz schläft, auf der Rückreise aus Südfrankreich. Toni ist seit 22 Jahren überzeugter Wohnmobilist: „Uns reizt die Freiheit.“ Biberach sei praktisch. „Hier kann man Frischwasser tanken und Abwasser abgeben. Außerdem gehen wir hier regelmäßig zum Orthopäden und baden im Jordanbad oder in Bad Buchau.“
Toni schaut auf die Kennzeichen der umstehenden Mobile. „Fost nur Deutsche. Aber oa Ausländer is heit do“, sagt er und zeigt auf ein zwölf Meter langes Fahrzeug mit belgischem Kennzeichen. „Do is sogar a Auto drin“, sagt der Münchner, schüttelt den Kopf und klettert in sein kleines Wohnmobil. Das Abendessen wartet.
(Erschienen: 20.08.2010 19:05)
Von unserem Redakteur Christoph Schneider
Der 62-jährige Hans van Beek sagt: „Ich war seit 40 Jahren nicht mehr in Biberach. Dabei habe ich Ende der 60er hier drei Jahre gelebt und meine Meisterprüfung zum Schriftsetzer abgelegt.“ Er wurde im Brunnen auf dem Biberacher Marktplatz gegautscht, also untergetaucht – ein Brauch der Drucker. Inzwischen ist er Geschäftsführer einer Druckerei in Rees, einer kleinen Stadt am Rhein nah der holländischen Grenze. „Ich habe in Biberach nichts mehr erkannt, außer dem Marktbrunnen und dem Café Weichardt. Dass sich eine Stadt so verändert, habe ich noch nie gesehen“, sagt er.
Dabei hat der Zufall die Niederrheiner an die Riß geführt. Inge van Beek erklärt: „Wir wollten eigentlich an die Ostsee, doch die Wetterprognose war schlecht und für den Süden sind 28 Grad gemeldet.“ So beschlossen sie, im österreichischen Seefeld Urlaub zu machen. Den Weg wollten sie in zwei Etappen bewältigen. Doch wo rasten? „In Heidelberg gab es keine Stellplätze mehr. Rotenburg ob der Tauber ist zu klein. Da habe ich das Schild nach Ulm gesehen und mich an Biberach erinnert“, sagt Hans van Beek.
Während die van Beeks in die Stadt gehen, um eine Pizzeria zu suchen, bleiben andere Wohnmobilisten auf dem Platz. Der mit 79 Jahren Platzälteste stellt sich als „Toni aus München“ vor und zeigt seinen Kräutergarten an der Rückseite seines Wohnmobiles. Petersilie, Salbei, Schnittlauch und andere Küchenkräuter stehen dort in fest verschraubten Blumenkästen.
Belgier hat ein Riesen-Wohnmobil
„Wir sind Selbstversorger“, sagt Toni, der seit Jahren imm wieder in Biberach Halt macht. Zurzeit sind Toni, seine Frau Anne und der 14 Jahre alte Kater Tom, der auf dem Fahrersitz schläft, auf der Rückreise aus Südfrankreich. Toni ist seit 22 Jahren überzeugter Wohnmobilist: „Uns reizt die Freiheit.“ Biberach sei praktisch. „Hier kann man Frischwasser tanken und Abwasser abgeben. Außerdem gehen wir hier regelmäßig zum Orthopäden und baden im Jordanbad oder in Bad Buchau.“
Toni schaut auf die Kennzeichen der umstehenden Mobile. „Fost nur Deutsche. Aber oa Ausländer is heit do“, sagt er und zeigt auf ein zwölf Meter langes Fahrzeug mit belgischem Kennzeichen. „Do is sogar a Auto drin“, sagt der Münchner, schüttelt den Kopf und klettert in sein kleines Wohnmobil. Das Abendessen wartet.
(Erschienen: 20.08.2010 19:05)

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Die Allgäu-Orient-Rallye ist ein Abenteuer für Autofans. Ohne Navi geht es querfeldein von Oberstaufen im Allgäu bis nach Baku, Aserbaidschan vom 28. April bis zum 15. Mai. Unter den 111 Teams ist auch das Team "Kilometermacher" mit Martina Schiller-Rall und Kilian Rall aus Biberach, Uwe Hartwig aus Baustetten, Rainer Kammerer aus Wain, Frank Vögtle aus Hohenfels und Holger Pfefferle aus Sigmaringen. Exklusiv für die SZ berichtet das Team während seiner Reise von seinen Erlebnissen.
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