Stadtnachrichten Biberach
Vorleser gesucht: Marianne Sikora hofft auf Helfer
Von unserer Redakteurin Franziska Rötzsch
Wie ein Computerbildschirm mit Scanner sieht es auch, das Gerät, vor dem Marianne Sikora jeden Tag Stunden verbringt. Den Blick auf den Monitor gerichtet, schieben ihre Hände einzelne, zurechtgefaltete Seiten der Schwäbischen Zeitung über die Platte des Geräts. Auf dem Monitor erscheinen einzelne Buchstaben – Ausschnitte aus den SZ-Artikeln in starker Vergrößerung. Dann beginnt die Suche nach dem richtigen Text – und nach dessen Anfang. Langsam ist das, mühsam und anstrengend. „Früher habe ich vieles diagonal gelesen. Das geht heute nicht mehr. Vieles geht an mir vorüber“, sagt die einstige VHS-Leiterin. „Ich versuche mir den Kulturteil anzuschauen, und die ersten beiden Lokalseiten. Wenn ich das hinter mir habe, dann können meine Augen nicht mehr.“
Seit zehn Jahren leidet Marianna Sikora an Makula-Degeneration. „Ich sehe alles, als wäre es hinter einem dicken Schleier“, sagt sie. „Als hätte ich eine Brille mit beschlagenen Gläsern auf.“ Und die Augen werden immer schlechter. „Langsam verliert auch mein Lesegerät für mich seine Funktionsfähigkeit“, sagt Sikora. „Es gibt immer mehr Buchstaben, die ich nicht erkenne. Dann muss ich kombinieren, mir aus dem Zusammenhang ableiten, welche Wörter da wohl stehen können. Das ist außerordentlich ermüdend – und es ist mühsam.“
Doch auch diesmal weiß sich die Biberacherin zu helfen. An Haltestellen, erzählt sie, spricht sie manchmal junge Menschen an, damit sie ihr den Busfahrplan vorlesen. „Leihen Sie mir Ihre Augen?“, fragt sie dann. Einen ähnlichen Wunsch hat sie jetzt auch: jemand der ihr seine Augen leiht, jemand, der ein paar Stunden in der Woche Zeit hat, jemand, der ihr sagt, was in ihrer Post und in der Zeitung steht – einen Vorleser.
„Das ist auch für den Vorleser bereichernd“, sagt Sikora. „Ich stelle mir das als Austausch vor. Wir unterhalten uns über die Texte und ich kann auch einiges erklären.“
Aus der Idee, sich selbst zu helfen, wurde eine Initiative. „Es geht doch vielen Menschen wie mir“, sagt Sikora. Gemeinsam mit dem Verein zur Förderung des Generationendialogs will Sikora Menschen, deren Sehkraft nachlässt, helfen. Also suchen sie nach Vorlesern. „Ich hoffe, dass sich viele melden“, sagt Sikora.
(Erschienen: 21.02.2010 17:05)
Von unserer Redakteurin Franziska Rötzsch
Wie ein Computerbildschirm mit Scanner sieht es auch, das Gerät, vor dem Marianne Sikora jeden Tag Stunden verbringt. Den Blick auf den Monitor gerichtet, schieben ihre Hände einzelne, zurechtgefaltete Seiten der Schwäbischen Zeitung über die Platte des Geräts. Auf dem Monitor erscheinen einzelne Buchstaben – Ausschnitte aus den SZ-Artikeln in starker Vergrößerung. Dann beginnt die Suche nach dem richtigen Text – und nach dessen Anfang. Langsam ist das, mühsam und anstrengend. „Früher habe ich vieles diagonal gelesen. Das geht heute nicht mehr. Vieles geht an mir vorüber“, sagt die einstige VHS-Leiterin. „Ich versuche mir den Kulturteil anzuschauen, und die ersten beiden Lokalseiten. Wenn ich das hinter mir habe, dann können meine Augen nicht mehr.“
Seit zehn Jahren leidet Marianna Sikora an Makula-Degeneration. „Ich sehe alles, als wäre es hinter einem dicken Schleier“, sagt sie. „Als hätte ich eine Brille mit beschlagenen Gläsern auf.“ Und die Augen werden immer schlechter. „Langsam verliert auch mein Lesegerät für mich seine Funktionsfähigkeit“, sagt Sikora. „Es gibt immer mehr Buchstaben, die ich nicht erkenne. Dann muss ich kombinieren, mir aus dem Zusammenhang ableiten, welche Wörter da wohl stehen können. Das ist außerordentlich ermüdend – und es ist mühsam.“
Doch auch diesmal weiß sich die Biberacherin zu helfen. An Haltestellen, erzählt sie, spricht sie manchmal junge Menschen an, damit sie ihr den Busfahrplan vorlesen. „Leihen Sie mir Ihre Augen?“, fragt sie dann. Einen ähnlichen Wunsch hat sie jetzt auch: jemand der ihr seine Augen leiht, jemand, der ein paar Stunden in der Woche Zeit hat, jemand, der ihr sagt, was in ihrer Post und in der Zeitung steht – einen Vorleser.
„Das ist auch für den Vorleser bereichernd“, sagt Sikora. „Ich stelle mir das als Austausch vor. Wir unterhalten uns über die Texte und ich kann auch einiges erklären.“
Aus der Idee, sich selbst zu helfen, wurde eine Initiative. „Es geht doch vielen Menschen wie mir“, sagt Sikora. Gemeinsam mit dem Verein zur Förderung des Generationendialogs will Sikora Menschen, deren Sehkraft nachlässt, helfen. Also suchen sie nach Vorlesern. „Ich hoffe, dass sich viele melden“, sagt Sikora.
(Erschienen: 21.02.2010 17:05)

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Die Allgäu-Orient-Rallye ist ein Abenteuer für Autofans. Ohne Navi geht es querfeldein von Oberstaufen im Allgäu bis nach Baku, Aserbaidschan vom 28. April bis zum 15. Mai. Unter den 111 Teams ist auch das Team "Kilometermacher" mit Martina Schiller-Rall und Kilian Rall aus Biberach, Uwe Hartwig aus Baustetten, Rainer Kammerer aus Wain, Frank Vögtle aus Hohenfels und Holger Pfefferle aus Sigmaringen. Exklusiv für die SZ berichtet das Team während seiner Reise von seinen Erlebnissen.
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