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Steuereinnahmen zeugen von hoher Wirtschaftskraft

Dr. Karlheinz Maier, Helmut Bosler, Gerd Kehm und Willi Maurer in der zentralen Informations- und Annahmestelle des Finanzamts.
Dr. Karlheinz Maier, Helmut Bosler, Gerd Kehm und Willi Maurer in der zentralen Informations- und Annahmestelle des Finanzamts.

Biberach / gem Trotz der anhaltenden Wirtschaftskrise hat das Finanzamt Biberach im vergangenen Jahr die zweithöchsten Steuereinnahmen seiner Geschichte erzielt. „Daran lässt sich die Wirtschaftskraft des Landkreises ablesen“, sagt Amtsleiter Dr. Karlheinz Maier.

Knapp 821 Millionen Euro betrugen die Steuereinnahmen des Finanzamts Biberach im Jahr 2009. Das sind rund 31,45 Millionen Euro weniger im Vergleich zum Rekordergebnis von 2008. „Das klingt zunächst nach einem riesigen Rückgang“, sagt der Leiter der Finanzkasse, Gerd Kehm. „Man muss aber sehen, dass wir von einem sehr hohen Level kommen.“ Betrachtet man die einzelnen Steuerarten, so kam es bei der Lohnsteuer zu einem sehr moderaten Rückgang um 7,6 Millionen Euro (minus 1,9 Prozent). Dieser ist laut Kehm als Folge der vermehrten Kurzarbeit zu sehen. „Andererseits sieht man daran auch, dass die Arbeitslosigkeit den Kreis noch nicht erreicht hat“, so Maier. Prognosen, wie sich das weiterentwickelt, seien im Moment seriös nicht zu stellen, so die Fachleute des Finanzamts.

Das deutlichste Minus (73,1 Prozent) ist bei der Körperschaftssteuer festzustellen Der Wert sank von 96 (2008) auf 25,8 Millionen Euro. Hier habe sich die Senkung des Körperschaftssteuersatzes von 25 auf 15 Prozent verbunden mit den deutlich schlechteren Wirtschaftsdaten ausgewirkt, sagt Kehm.

Die Umsatzsteuer ist um 88 Millionen auf 245,8 Millionen Euro gestiegen (plus 55,8 Prozent). Nach Ansicht des Finanzamts ist dafür vor allem der Verkauf von privaten Kraftfahrzeugen bedingt durch die Abwrackprämie verantwortlich.

Der bisher stetige Aufwärtstrend bei der Zinsabschlagsteuer weist im Jahr 2009 einen Knick auf. Die Einnahmen verringerten sich um 2,6 Millionen Euro (13,9 Prozent). Ursache dafür dürften ein insgesamt niedrigeres Zinsniveau und ein verringertes Sparguthaben sein. „Im Zuge der Abwrackprämie ist da so mancher an sein Erspartes gegangen“, sagt Maier. Dass die Einnahmen aus der Kfz-Steuer trotzdem von 24,7 (2008) auf 23,2 Millionen Euro gesunken sind, hat seinen Grund nach Ansicht von Gerd Kehm vor allem in der Steuerbefreiung für den Einbau von Rußpartikelfiltern. Der Bestand an Kraftfahrzeugen im Kreis ist 2009 jedoch deutlich gestiegen.

Insgesamt, so Amtsleiter Maier, lasse sich an den Zahlen die starke Wirtschaftskraft des Landkreises Biberach ablesen: „Andere Finanzämter haben da stärkere Rückgänge zu verzeichnen.“ Im Übrigen loben die Mitarbeiter des Finanzamt ausdrücklich den guten Umgangston zwischen Bürgerschaft und Amt.

(Erschienen: 01.02.2010 18:50)

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