Stadtnachrichten Biberach
Stadt will ihr ältestes Haus vermieten

Von unserer Redakteurin Franziska Rötzsch
Es ist das älteste Haus der Stadt Biberach und eines der ältesten noch erhaltenen Bürgerhäuser überhaupt in Süddeutschland. Und es bietet gleich doppelten Diskussionsstoff: Zunächst ist da das hauptsächlich vom Förderkreis des Biberacher Museums unterstützte Webermuseum. Noch ist es im Erdgeschoss des denkmalgeschützten Hauses untergebracht. Doch nach Wieland – ein Schauraum über den großen Sohn der Stadt war im ersten Stock untergebracht – sollen nun auch die Weber ausziehen.
„Wir wollen dem Gemeinderat vorschlagen, dass Webermuseum ins Museum Biberach einziehen zu lassen – dorthin, wo jetzt die Gotik ist“, sagt Museumsleiter Frank Brunecker. Gerade in Zeiten der Haushaltskonsolidierung, so Brunecker, sei es nicht sinnvoll, eine Museumsaußenstelle in der Zeughausgasse zu unterhalten. „Wir müssen unsere Kräfte in einem Gebäude bündeln. Und hier – nicht irgendwo anders am Rand der Innenstadt – muss sich auch der Förderkreis engagieren.“ Die gotische Abteilung im Untergeschoss des Museums werde, so Brunecker, ohnehin wenig besucht. Künftig könnten hier die Webvorführungen der ehrenamtlichen Weberinnen stattfinden, das Weberfest könnte im Museumsinnenhof sein. „Das ist eine Perspektive für das Webermuseum“, sagt Brunecker.
Eine Idee, mit der auch der Förderverein des Biberacher Museums, leben kann, sagt Vorsitzender Wolfgang Schmitt. „Es wäre zwar schön gewesen, zu bleiben, aber der Vorschlag ist eine Lösung, an die man mit Optimismus herangehen kann.“ Der Förderverein, sagt Schmitt, habe Verständnis für Bruneckers Anliegen, das Museum ein einem Ort zusammenzuführen, und unterstütze diese.
Anders sieht es mit den Plänen für die Zukunft des Hauses in der Zeughausgasse aus. „Man sollte schon schauen, dass das Haus öffentlich zugänglich bleibt“, sagt Schmitt – als Vorsitzender des Fördervereins und als Stadtführer, der Touristen das älteste Haus Biberachs zeigt. „Allerdings sehe ich da schwarz.“
Denn die Stadtverwaltung plant dem Gemeinderat vorzuschlagen, das Haus zu vermieten. „Ziehen die Weber aus, hat das Haus keine Nutzung“, erläutert Oberbürgermeister Thomas Fettback die Situation. „Wir hatten überlegt, dort ein Trauzimmer einzurichten. Das wäre ein tolles Ambiente – aber nicht barrierefrei. Auch über Seminarräume haben wir nachgedacht. Aber das hat sich aus unserer Sicht zerschlagen.“
Nutzung als Architektenbüro?
Denn ein Architektenbüro, das bereits Erfahrungen mit anderen historischen Gebäuden in der Innenstadt hat, möchte im ältesten Haus Biberachs sein Büro einrichten. „Wir wissen, dass das Architektenbüro das Gebäude gut behandeln und die Denkmalschutz-Auflagen einhalten würde“, sagt Fettback und befürwortet daher diese Lösung.
Mit den Stadtführungen wird es dann aber wohl vorbei sein. „Das Büro wäre bereit, das Haus der Öffentlichkeit zugänglich zu machen“, sagt Fettback, „aber natürlich in beschränktem Maße. Es wird sicherlich kein öffentliches Gebäude mit unbegrenzter Zugänglichkeit im Rahmen von Stadtführungen sein.“
Genau das befürchtet auch Wolfgang Schmitt. „Wir können da ja nicht mit 30 Touristen durchs Büro marschieren.“
Ob das älteste Gebäude der Stadt am Ende tatsächlich an privat vermietet wird, muss der Gemeinderat entscheiden. Den Vorschlag der Verwaltung bekommt er im April auf den Tisch.
(Erschienen: 11.03.2010 19:40)

Von unserer Redakteurin Franziska Rötzsch
Es ist das älteste Haus der Stadt Biberach und eines der ältesten noch erhaltenen Bürgerhäuser überhaupt in Süddeutschland. Und es bietet gleich doppelten Diskussionsstoff: Zunächst ist da das hauptsächlich vom Förderkreis des Biberacher Museums unterstützte Webermuseum. Noch ist es im Erdgeschoss des denkmalgeschützten Hauses untergebracht. Doch nach Wieland – ein Schauraum über den großen Sohn der Stadt war im ersten Stock untergebracht – sollen nun auch die Weber ausziehen.
„Wir wollen dem Gemeinderat vorschlagen, dass Webermuseum ins Museum Biberach einziehen zu lassen – dorthin, wo jetzt die Gotik ist“, sagt Museumsleiter Frank Brunecker. Gerade in Zeiten der Haushaltskonsolidierung, so Brunecker, sei es nicht sinnvoll, eine Museumsaußenstelle in der Zeughausgasse zu unterhalten. „Wir müssen unsere Kräfte in einem Gebäude bündeln. Und hier – nicht irgendwo anders am Rand der Innenstadt – muss sich auch der Förderkreis engagieren.“ Die gotische Abteilung im Untergeschoss des Museums werde, so Brunecker, ohnehin wenig besucht. Künftig könnten hier die Webvorführungen der ehrenamtlichen Weberinnen stattfinden, das Weberfest könnte im Museumsinnenhof sein. „Das ist eine Perspektive für das Webermuseum“, sagt Brunecker.
Eine Idee, mit der auch der Förderverein des Biberacher Museums, leben kann, sagt Vorsitzender Wolfgang Schmitt. „Es wäre zwar schön gewesen, zu bleiben, aber der Vorschlag ist eine Lösung, an die man mit Optimismus herangehen kann.“ Der Förderverein, sagt Schmitt, habe Verständnis für Bruneckers Anliegen, das Museum ein einem Ort zusammenzuführen, und unterstütze diese.
Anders sieht es mit den Plänen für die Zukunft des Hauses in der Zeughausgasse aus. „Man sollte schon schauen, dass das Haus öffentlich zugänglich bleibt“, sagt Schmitt – als Vorsitzender des Fördervereins und als Stadtführer, der Touristen das älteste Haus Biberachs zeigt. „Allerdings sehe ich da schwarz.“
Denn die Stadtverwaltung plant dem Gemeinderat vorzuschlagen, das Haus zu vermieten. „Ziehen die Weber aus, hat das Haus keine Nutzung“, erläutert Oberbürgermeister Thomas Fettback die Situation. „Wir hatten überlegt, dort ein Trauzimmer einzurichten. Das wäre ein tolles Ambiente – aber nicht barrierefrei. Auch über Seminarräume haben wir nachgedacht. Aber das hat sich aus unserer Sicht zerschlagen.“
Nutzung als Architektenbüro?
Denn ein Architektenbüro, das bereits Erfahrungen mit anderen historischen Gebäuden in der Innenstadt hat, möchte im ältesten Haus Biberachs sein Büro einrichten. „Wir wissen, dass das Architektenbüro das Gebäude gut behandeln und die Denkmalschutz-Auflagen einhalten würde“, sagt Fettback und befürwortet daher diese Lösung.
Mit den Stadtführungen wird es dann aber wohl vorbei sein. „Das Büro wäre bereit, das Haus der Öffentlichkeit zugänglich zu machen“, sagt Fettback, „aber natürlich in beschränktem Maße. Es wird sicherlich kein öffentliches Gebäude mit unbegrenzter Zugänglichkeit im Rahmen von Stadtführungen sein.“
Genau das befürchtet auch Wolfgang Schmitt. „Wir können da ja nicht mit 30 Touristen durchs Büro marschieren.“
Ob das älteste Gebäude der Stadt am Ende tatsächlich an privat vermietet wird, muss der Gemeinderat entscheiden. Den Vorschlag der Verwaltung bekommt er im April auf den Tisch.
(Erschienen: 11.03.2010 19:40)

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Die Allgäu-Orient-Rallye ist ein Abenteuer für Autofans. Ohne Navi geht es querfeldein von Oberstaufen im Allgäu bis nach Baku, Aserbaidschan vom 28. April bis zum 15. Mai. Unter den 111 Teams ist auch das Team "Kilometermacher" mit Martina Schiller-Rall und Kilian Rall aus Biberach, Uwe Hartwig aus Baustetten, Rainer Kammerer aus Wain, Frank Vögtle aus Hohenfels und Holger Pfefferle aus Sigmaringen. Exklusiv für die SZ berichtet das Team während seiner Reise von seinen Erlebnissen.
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