Stadtnachrichten Biberach
Ohrwürmer bringen Publikum in Stimmung
von Günter Vogel
Das Rezept dieser und anderer vergleichbarer Truppen ist einfach: Eine Folge von „Best of“ - Nummern aus - dieses Mal 20 - Musicals wird ohne inneren dramaturgischen Zusammenhang als Potpourri aneinandergereiht. Der Erwartung des Publikums wird jedoch entsprochen; die Zuschauer hören ihre beliebten, populären Titel, danken mit viel Applaus.
Regie fand bei den 20 Appetithappen kaum statt. Die Solisten wurden ziemlich allein gelassen, kamen raus, sangen ihre Soli oder Duette, halfen sich selbst mit einigen, Handbewegungen. Lobenswert war die Choreografie der vier Tanzpaare, die simple, aber professionell solide Schrittfolgen und Stellungswechsel zeigte, die tänzerisch begabten jungen Leute körpersprachlich expressiv führte, die ihrerseits viel Pep und Schwung ausstrahlten.
Die Sänger boten Solides, die von allen aber ausnahmslos praktizierte Musicaltechnik mit ihrer geraden, kopfresonanzarmen Tongebung mit wenig obertonlicher Fütterung war auf Dauer etwas penetrant. Besonders bei den Soli von Eszter Végvári war die ohnehin dünne Grenze zwischen offensiven Gesangs- und unschönen Schreitönen bisweilen höchst wackelig. Im vorigen Jahr waren die sängerischen Leistungen dieser Truppe besser.
Erfreulich, dass alle live singen, wenngleich begleitet von Bigband-Konserven, bei denen der Tonmeister sich gelegentlich zu stark an undifferenzierter, reiner Lautstärke berauschte. Stilistisch sind die Darsteller überzeugend. Die elegischen Soli aus „Cats“ und „Elisabeth“, die lyrische Zweisamkeit von „Phantom“ und „Wicked“, die große Tanzshow „We will rock you“ und „Mamma Mia“, die Groteske wie „Rocky Horror Picture Show“ sind genußvoll anzuschauen. Über die selbstverständliche darstellerische Authentizität hinaus ist die Professionalität der jungen Leute mit viel persönlichem Charme angereichert.
Raffinierte Lichttechnik und geschmackvolle Kostüme taten das Ihrige, um einem gut gelaunten Publikum einen optisch-kulinarisch-vergnüglichen Theaterabend zu bereiten.
(Erschienen: 08.02.2010 13:40)
von Günter Vogel
Das Rezept dieser und anderer vergleichbarer Truppen ist einfach: Eine Folge von „Best of“ - Nummern aus - dieses Mal 20 - Musicals wird ohne inneren dramaturgischen Zusammenhang als Potpourri aneinandergereiht. Der Erwartung des Publikums wird jedoch entsprochen; die Zuschauer hören ihre beliebten, populären Titel, danken mit viel Applaus.
Regie fand bei den 20 Appetithappen kaum statt. Die Solisten wurden ziemlich allein gelassen, kamen raus, sangen ihre Soli oder Duette, halfen sich selbst mit einigen, Handbewegungen. Lobenswert war die Choreografie der vier Tanzpaare, die simple, aber professionell solide Schrittfolgen und Stellungswechsel zeigte, die tänzerisch begabten jungen Leute körpersprachlich expressiv führte, die ihrerseits viel Pep und Schwung ausstrahlten.
Die Sänger boten Solides, die von allen aber ausnahmslos praktizierte Musicaltechnik mit ihrer geraden, kopfresonanzarmen Tongebung mit wenig obertonlicher Fütterung war auf Dauer etwas penetrant. Besonders bei den Soli von Eszter Végvári war die ohnehin dünne Grenze zwischen offensiven Gesangs- und unschönen Schreitönen bisweilen höchst wackelig. Im vorigen Jahr waren die sängerischen Leistungen dieser Truppe besser.
Erfreulich, dass alle live singen, wenngleich begleitet von Bigband-Konserven, bei denen der Tonmeister sich gelegentlich zu stark an undifferenzierter, reiner Lautstärke berauschte. Stilistisch sind die Darsteller überzeugend. Die elegischen Soli aus „Cats“ und „Elisabeth“, die lyrische Zweisamkeit von „Phantom“ und „Wicked“, die große Tanzshow „We will rock you“ und „Mamma Mia“, die Groteske wie „Rocky Horror Picture Show“ sind genußvoll anzuschauen. Über die selbstverständliche darstellerische Authentizität hinaus ist die Professionalität der jungen Leute mit viel persönlichem Charme angereichert.
Raffinierte Lichttechnik und geschmackvolle Kostüme taten das Ihrige, um einem gut gelaunten Publikum einen optisch-kulinarisch-vergnüglichen Theaterabend zu bereiten.
(Erschienen: 08.02.2010 13:40)






































