Stadtnachrichten Biberach
Klotz: Fremde finden Biberach nicht

Von unserem Mitarbeiter Tobias Rehm
Die Kundenhalle der Kreissparkasse war restlos gefüllt, rund 320 Biberacher waren gekommen, um sich den Vortrag des Innenstadtexperten, der von der Werbegemeinschaft und der Stadt beauftragt wurde, anzuhören. Unaufgeregt, abgeklärt und durchaus unterhaltsam zog der Bad Reichenhaller seine Zuhörer in den Bann. Unterbrochen wurde er dabei immer wieder von spontanem Applaus.
Klotz, bekannt für seinen kritischen Geist, stimmte zunächst Lobeshymnen an. „Es ist schier unmöglich Sie zu provozieren, Ihre Stadt ist sehr attraktiv. Sie sind viel besser als eine durchschnittliche Stadt in Baden-Württemberg“, lobte er, kritisierte aber zugleich: „Wie sollen Fremde Ihre Stadt besuchen, wenn es keine Beschilderung gibt?“
Vor allem die Hotelschilder bemängelte Klotz. „In diesem Nato-oliv-matt Farbton kann die keiner erkennen, da braucht man nachts schon ein Feuerzeug, um sie lesen zu können.“ Auch die Beschilderungen an den Parkhäusern, Gaststätten und in den einzelnen Gassen sind nach Klotz' Ansicht unzureichend: „Sie haben so viel Gutes zu bieten, aber leider kann es keiner finden.“
Und auch die Tourist-Info, die Klotz optisch mit einem Feldlazarett verglich, kam nicht gut weg: „Ihre Tourist-Info hat keine Öffnungs- sondern nur Schließzeiten.“ Ein Automat nebenan würde Touristen zwar mit Prospekten versorgen, doch die Kosten von 50 Cent pro Exemplar seien nicht angebracht.
Die Parkgebühren auf dem dortigen Parkdeck fand der Experte zu hoch und sprach von „Münchner Verhältnissen“. Es sei ein „wahnsinnig gefährliches Signal“, die Parkgebühren zu erhöhen: „Ich weiß nicht was sie beflügelt hat, vermutlich sind Sie spätnachts in einer Sitzung durstig gewesen.“ Die Parkhäuser bezeichnete er hingegen als „freundlich, hell und blitzsauber“.
Beleuchtung bis 22.30 Uhr
Hell und freundlich, so sollte in den Abendstunden auch der Marktplatz und vor allem die Schaufensterbeleuchtung sein -- zumindest bis 22.30 Uhr. Schließlich hätten es die Leute satt, durch graue Städte zu laufen. „Auf dem Marktplatz ist es momentan so finster, da wünscht man sich einen Dobermann an der Seite“, überspitzte Klotz.
Weitere Kritikpunkte waren neben der Gestaltung der Verkehrskreisel auch die Nutzung des Kirch- und des Marktplatzes. Abschließend ermunterte er Biberach, verstärkt auf Tourismus zu setzen „Es gibt wenig Städte in Deutschland, die mit Tourismus eine Chance haben. Aber sie haben eine.“
OB Thomas Fettback sprach nach der Veranstaltung von „vielen interessanten Aspekten“, kritisierte jedoch: „Der Vortrag war mir insgesamt zu tourismuslastig und zu populistisch.“ Zwar dürfe man in Biberach den Tourismus nicht vernachlässigen, er werde aber nie eine Haupteinnahmequelle werden.
Der Vorsitzende der Werbegemeinschaft, Gustav Eisinger, hingegen war zufrieden: „Es war ein gelungener Abend, an dem wir mit vielen neuen Ideen gefüttert wurden.“ In einem Punkt waren sich Eisinger und der OB einig: Sie wollen an einen Tisch sitzen und schauen, welche Anregungen sie umsetzen wollen. Das erste Treffen zwischen soll zeitnah stattfinden.
(Erschienen: 10.03.2010 19:35)

Von unserem Mitarbeiter Tobias Rehm
Die Kundenhalle der Kreissparkasse war restlos gefüllt, rund 320 Biberacher waren gekommen, um sich den Vortrag des Innenstadtexperten, der von der Werbegemeinschaft und der Stadt beauftragt wurde, anzuhören. Unaufgeregt, abgeklärt und durchaus unterhaltsam zog der Bad Reichenhaller seine Zuhörer in den Bann. Unterbrochen wurde er dabei immer wieder von spontanem Applaus.
Klotz, bekannt für seinen kritischen Geist, stimmte zunächst Lobeshymnen an. „Es ist schier unmöglich Sie zu provozieren, Ihre Stadt ist sehr attraktiv. Sie sind viel besser als eine durchschnittliche Stadt in Baden-Württemberg“, lobte er, kritisierte aber zugleich: „Wie sollen Fremde Ihre Stadt besuchen, wenn es keine Beschilderung gibt?“
Vor allem die Hotelschilder bemängelte Klotz. „In diesem Nato-oliv-matt Farbton kann die keiner erkennen, da braucht man nachts schon ein Feuerzeug, um sie lesen zu können.“ Auch die Beschilderungen an den Parkhäusern, Gaststätten und in den einzelnen Gassen sind nach Klotz' Ansicht unzureichend: „Sie haben so viel Gutes zu bieten, aber leider kann es keiner finden.“
Und auch die Tourist-Info, die Klotz optisch mit einem Feldlazarett verglich, kam nicht gut weg: „Ihre Tourist-Info hat keine Öffnungs- sondern nur Schließzeiten.“ Ein Automat nebenan würde Touristen zwar mit Prospekten versorgen, doch die Kosten von 50 Cent pro Exemplar seien nicht angebracht.
Die Parkgebühren auf dem dortigen Parkdeck fand der Experte zu hoch und sprach von „Münchner Verhältnissen“. Es sei ein „wahnsinnig gefährliches Signal“, die Parkgebühren zu erhöhen: „Ich weiß nicht was sie beflügelt hat, vermutlich sind Sie spätnachts in einer Sitzung durstig gewesen.“ Die Parkhäuser bezeichnete er hingegen als „freundlich, hell und blitzsauber“.
Beleuchtung bis 22.30 Uhr
Hell und freundlich, so sollte in den Abendstunden auch der Marktplatz und vor allem die Schaufensterbeleuchtung sein -- zumindest bis 22.30 Uhr. Schließlich hätten es die Leute satt, durch graue Städte zu laufen. „Auf dem Marktplatz ist es momentan so finster, da wünscht man sich einen Dobermann an der Seite“, überspitzte Klotz.
Weitere Kritikpunkte waren neben der Gestaltung der Verkehrskreisel auch die Nutzung des Kirch- und des Marktplatzes. Abschließend ermunterte er Biberach, verstärkt auf Tourismus zu setzen „Es gibt wenig Städte in Deutschland, die mit Tourismus eine Chance haben. Aber sie haben eine.“
OB Thomas Fettback sprach nach der Veranstaltung von „vielen interessanten Aspekten“, kritisierte jedoch: „Der Vortrag war mir insgesamt zu tourismuslastig und zu populistisch.“ Zwar dürfe man in Biberach den Tourismus nicht vernachlässigen, er werde aber nie eine Haupteinnahmequelle werden.
Der Vorsitzende der Werbegemeinschaft, Gustav Eisinger, hingegen war zufrieden: „Es war ein gelungener Abend, an dem wir mit vielen neuen Ideen gefüttert wurden.“ In einem Punkt waren sich Eisinger und der OB einig: Sie wollen an einen Tisch sitzen und schauen, welche Anregungen sie umsetzen wollen. Das erste Treffen zwischen soll zeitnah stattfinden.
(Erschienen: 10.03.2010 19:35)

Themendossiers
Die Allgäu-Orient-Rallye ist ein Abenteuer für Autofans. Ohne Navi geht es querfeldein von Oberstaufen im Allgäu bis nach Baku, Aserbaidschan vom 28. April bis zum 15. Mai. Unter den 111 Teams ist auch das Team "Kilometermacher" mit Martina Schiller-Rall und Kilian Rall aus Biberach, Uwe Hartwig aus Baustetten, Rainer Kammerer aus Wain, Frank Vögtle aus Hohenfels und Holger Pfefferle aus Sigmaringen. Exklusiv für die SZ berichtet das Team während seiner Reise von seinen Erlebnissen.
mehrSchützenfest Biberach

































