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Kleeblatthaus putzt sich heraus

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Kleeblatthaus putzt sich heraus

Biberach / sz Das Kleeblatthaus – das größte und wohl älteste Gebäude am Biberacher Marktplatz – erstrahlt bald in neuem Glanz. Mit den Gerüstarbeiten begann diese Woche die lang erwartete Außensanierung des stadtbildprägenden Gebäudes. Läuft alles nach Plan, sollen die Arbeiten bis Ende November abgeschlossen sein.

Von unserem Redakteur   Gerd Mägerle

Derzeit wird das Gerüst entlang der Fassade des mächtigen Gebäudes errichtet. Die Consulentengasse erhält dabei eine Art Gerüst-Überdachung, damit die Linienbusse wieder durchfahren können, wenn der erste Teil der Marktplatz-Umgestaltung abgeschlossen ist.

Am Kleeblatthaus wird nun das Dach abgedeckt, anschließend werden sämtliche Dachlatten erneuert und die gesamte Dachfläche mit neuen Biberschwanz-Ziegeln eingedeckt. Gleichzeitig werden auch neue Dachrinnen und Steigrohre montiert und schließlich bekommt das Haus einen neuen Anstrich.

Ein besonderes Projekt in vielerlei Hinsicht, wie Adrian Kutter betont. Er ist Sprecher der Eigentümergemeinschaft Kutter/Siegel und Gerster, der das rund 650 Jahre alte Haus gehört. Kutters Familiengeschichte ist seit fast 120 Jahren eng mit dem Kleeblatthaus verbunden. Sein Großvater Viktor Kutter hatte hier sein Geschäft und sein Vater Anton Kutter beobachtete von einem der Fenster aus mit seinem ersten selbstgebauten Teleskop den Sternenhimmel.

„Einen wirtschaftlichen Nutzen bringt die Sanierung nicht, es ist vielmehr der ideelle Wert und die Tradition, die hier eine Rolle spielen“, sagt Adrian Kutter. In Abstimmung mit allen Eigentümern des Hauses sei es gelungen, diese Sanierung auf den Weg zu bringen. „Das ist ein finanzieller Kraftakt, der nur möglich ist, weil wir mit Zuschüssen von der Stiftung Denkmalschutz, dem Landesdenkmalamt und der Stadt Biberach unterstützt werden“, so Kutter.

Kuhlmann: „Jahrhundertchance“

Die Förderung reiche weit über das normale Maß hinaus, sagt auch Baubürgermeister Christian Kuhlmann. Dies habe man deshalb getan, weil es sich beim Kleeblatthaus um ein hochkarätiges Baudenkmal handele und es eine „Jahrhundertchance“ sei, wenn sich verschiedene Eigentümer zu einer Sanierung entschließen. Das gesamte Vorhaben koste mehrere Hunderttausend Euro, wovon ein beträchtlicher Teil gefördert werde, so Kuhlmann. Für ihn sei die Maßnahme ein wichtiger Baustein im Zuge der Marktplatzsanierung. Die Vorarbeiten dazu zogen sich über mehrere Jahre hin. Ein Mitarbeiter des Landesdenkmalamts war allein ein Jahr lang damit befasst, das Haus zu untersuchen und zu vermessen.

In den nächsten Wochen soll alles ganz zügig gehen. Wenn die Arbeiten an dem riesigen Dach abgeschlossen sind, soll das Haus einen neuen Anstrich erhalten. „Eine Restauratorin wird Untersuchungen vornehmen, bei denen der Original-Farbton des Gebäudes bestimmt werden soll. Dieser wird dann auch für den Anstrich verwendet.“ Vermutlich werde es wieder ein Grünton, so Kutter.

Im Inneren des Hauses, in dem sich acht Wohnungen und zwei Geschäfte befinden, muss nichts saniert werden. „Den Dachstuhl werden wir nach Abschluss der Arbeiten sicher für Führungen zugänglich machen“, verspricht Kutter, „denn wo sonst bekommt man so viel originale Bausubstanz des 14. Jahrhunderts zu sehen.“

(Erschienen: 27.08.2010 18:55)

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