Stadtnachrichten Biberach
Joachim Riederer fasziniert das Hässliche des Balletts
Den Fotografen interessiert vor allem der Kontrast zwischen dem Schönen und dem Hässlichen, den das Ballett mit sich bringt. Besonders die Füße der Tänzer zeigen für Riederer diesen Gegensatz deutlich: Die Tänzer bekommen Schwielen, Hühneraugen und andere Blessuren. „Als ich auf die Tänzer mit der Idee zu gegangen bin, ihre Füße abzulichten, bin ich teilweise auf große Scham gestoßen“, sagt Riederer.
Viele der Balletttänzer seien Narzissten. „Sie wachsen mit dem Spiegel auf, jeder Blick, jede Bewegung ist einstudiert. Deshalb ist es für sie besonders schwer, auch die unvollkommenen Seiten zu zeigen“, sagt Riederer. „Mir geht es um die Intimität.“ Deshalb lichtet er keine lächelnden Tänzer ab. „Das Lächeln ist eine Art Maskerade, die Persönliches verschleiert, und ich will hinter diese Maske schauen“, sagt er.
Riederer ist erst 28 Jahre alt, doch in manchen Momenten klingt er deutlich älter. So steht er beispielsweise der Digitalfotografie skeptisch gegenüber – ihm fehle die Magie. Also fotografiert er analog, mit einer 8x10 Inch-Vollformatkamera. Sie könne Details widergeben, die er bei digitalen Kameras vermisse. Die Ergebnisse seiner Arbeit sieht er erst im Labor im Keller seines Elternhauses in Baltringen, in dem er die Bilder entwickelt.
In die Heimat kommt er nur, um Filme zu entwickeln und Ausstellungen vorzubereiten. Seine übrige Zeit verbringt Riederer an Ballettschulen. Er wohnt in dieser Zeit bei Privatpersonen, die er über das Internet kennenlernt, und lebt davon, dass er ab und an ein Bild verkauft und kommerzielle Fotos für die Ballettschulen macht.
Seine ersten Bilder entstanden an der Staatlichen Ballettschule in Berlin. „Ich habe die angeschrieben und erklärt, was ich machen will. Dann hat es ein Jahr gedauert, bis ich dort fotografieren durfte.“ Während eines Praktikums in Berlin hat Riederer auch das Fotografieren entdeckt.
Wenn Riederer das erste Mal in eine neue Ballettschule kommt, schaut er erst mal ohne Kamera bei den Proben zu. „Die Kamera kommt erst später“, sagt er. Um den Probenablauf nicht zu stören, trifft sich Riederer außerhalb des Trainings mit den Tänzern. Dann hat er schon eine genaue Vorstellung, in welcher Situation und welchen Posen er die Modelle fotografieren will. „Ich bespreche mich mit den Tänzern, wie sie gern dargestellt werden möchten, und manchmal entstehen so dann doch ganz andere Motive.“
Viele seiner Fotomodelle begleitet der Fotograf schon seit Jahren. „Eine der Ballerinen hat anfangs noch im Corps de ballet getanzt und jetzt ist sie Solistin. Eine andere habe ich als Kind in der Balletschule kennengelernt und ich begleite sie jetzt noch am Staatsballett.“ Er hat aber auch viel Leid gesehen. „Der Körper ist das Kapital eines Tänzers. Wenn der nicht mehr funktioniert, ist das eine Katastrophe.“ So habe er miterlebt, wie eine Ballerina hinter der Bühne eine Treppe hinunter gestürzt sei und sich danach nicht mehr bewegen konnte.
Die nächste Station Joachim Riederers ist das Royal Ballet in London, eine Ballettkompanie in Großbritannien. Dort wird der Künstler im März erstmals fotografieren. Im Moment füllt ihn die Ballettfotografie aus. „Ich bin da angekommen, wo ich sein möchte.“
Die Bilder von Joachim Riederer sind in der Galerie der Stiftung S BC – pro arte am Bismarckring 66 zu sehen: dienstags bis freitags 13.30 bis 17 Uhr.
(Erschienen: 20.02.2012 20:20)
Den Fotografen interessiert vor allem der Kontrast zwischen dem Schönen und dem Hässlichen, den das Ballett mit sich bringt. Besonders die Füße der Tänzer zeigen für Riederer diesen Gegensatz deutlich: Die Tänzer bekommen Schwielen, Hühneraugen und andere Blessuren. „Als ich auf die Tänzer mit der Idee zu gegangen bin, ihre Füße abzulichten, bin ich teilweise auf große Scham gestoßen“, sagt Riederer.
Viele der Balletttänzer seien Narzissten. „Sie wachsen mit dem Spiegel auf, jeder Blick, jede Bewegung ist einstudiert. Deshalb ist es für sie besonders schwer, auch die unvollkommenen Seiten zu zeigen“, sagt Riederer. „Mir geht es um die Intimität.“ Deshalb lichtet er keine lächelnden Tänzer ab. „Das Lächeln ist eine Art Maskerade, die Persönliches verschleiert, und ich will hinter diese Maske schauen“, sagt er.
Riederer ist erst 28 Jahre alt, doch in manchen Momenten klingt er deutlich älter. So steht er beispielsweise der Digitalfotografie skeptisch gegenüber – ihm fehle die Magie. Also fotografiert er analog, mit einer 8x10 Inch-Vollformatkamera. Sie könne Details widergeben, die er bei digitalen Kameras vermisse. Die Ergebnisse seiner Arbeit sieht er erst im Labor im Keller seines Elternhauses in Baltringen, in dem er die Bilder entwickelt.
In die Heimat kommt er nur, um Filme zu entwickeln und Ausstellungen vorzubereiten. Seine übrige Zeit verbringt Riederer an Ballettschulen. Er wohnt in dieser Zeit bei Privatpersonen, die er über das Internet kennenlernt, und lebt davon, dass er ab und an ein Bild verkauft und kommerzielle Fotos für die Ballettschulen macht.
Seine ersten Bilder entstanden an der Staatlichen Ballettschule in Berlin. „Ich habe die angeschrieben und erklärt, was ich machen will. Dann hat es ein Jahr gedauert, bis ich dort fotografieren durfte.“ Während eines Praktikums in Berlin hat Riederer auch das Fotografieren entdeckt.
Wenn Riederer das erste Mal in eine neue Ballettschule kommt, schaut er erst mal ohne Kamera bei den Proben zu. „Die Kamera kommt erst später“, sagt er. Um den Probenablauf nicht zu stören, trifft sich Riederer außerhalb des Trainings mit den Tänzern. Dann hat er schon eine genaue Vorstellung, in welcher Situation und welchen Posen er die Modelle fotografieren will. „Ich bespreche mich mit den Tänzern, wie sie gern dargestellt werden möchten, und manchmal entstehen so dann doch ganz andere Motive.“
Viele seiner Fotomodelle begleitet der Fotograf schon seit Jahren. „Eine der Ballerinen hat anfangs noch im Corps de ballet getanzt und jetzt ist sie Solistin. Eine andere habe ich als Kind in der Balletschule kennengelernt und ich begleite sie jetzt noch am Staatsballett.“ Er hat aber auch viel Leid gesehen. „Der Körper ist das Kapital eines Tänzers. Wenn der nicht mehr funktioniert, ist das eine Katastrophe.“ So habe er miterlebt, wie eine Ballerina hinter der Bühne eine Treppe hinunter gestürzt sei und sich danach nicht mehr bewegen konnte.
Die nächste Station Joachim Riederers ist das Royal Ballet in London, eine Ballettkompanie in Großbritannien. Dort wird der Künstler im März erstmals fotografieren. Im Moment füllt ihn die Ballettfotografie aus. „Ich bin da angekommen, wo ich sein möchte.“
Die Bilder von Joachim Riederer sind in der Galerie der Stiftung S BC – pro arte am Bismarckring 66 zu sehen: dienstags bis freitags 13.30 bis 17 Uhr.
(Erschienen: 20.02.2012 20:20)

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Die Allgäu-Orient-Rallye ist ein Abenteuer für Autofans. Ohne Navi geht es querfeldein von Oberstaufen im Allgäu bis nach Baku, Aserbaidschan vom 28. April bis zum 15. Mai. Unter den 111 Teams ist auch das Team "Kilometermacher" mit Martina Schiller-Rall und Kilian Rall aus Biberach, Uwe Hartwig aus Baustetten, Rainer Kammerer aus Wain, Frank Vögtle aus Hohenfels und Holger Pfefferle aus Sigmaringen. Exklusiv für die SZ berichtet das Team während seiner Reise von seinen Erlebnissen.
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