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Inder freuen sich heute noch

Vor mehr als 35 Jahren spendet der Arbeitskreis Entwicklungspolitik 70 000 D-Mark nach Idikki
Inder freuen sich heute noch
Inder freuen sich heute noch

Von Eileen Kircheis

Biberach Über 70 000 D-Mark hat der Arbeitskreis Entwicklungspolitik Biberach (AKE) in den 70er- und 80er-Jahren für ein landwirtschaftliches Projekt in Idikki in Südindien gespendet. Unterstützt wurde der Verein dabei vom katholischen Hilfswerk „Misereor“. „Durch Getreidesammlungen wurde eine Gewürzproduktion für Frauen finanziert“, sagt Sabine Nadler-Dolderer vom AKE. „Wir haben immer im Herbst Getreide gesammelt und es dann zugunsten des Indien-Projektes verkauft“, erzählt Alfons Siegel, Vorstand des AKE. Damals wurden ein Produktionsgebäude gebaut und verschiedene Geräte angeschafft. Die Fabrik ermöglichte jungen unverheirateten Frauen, in ihrem Heimatort zu arbeiten. „So mussten sie nicht in die Elendsviertel der Großstädte gehen“, sagt Sabine Nadler-Dolderer.

1975 ging die erste Spende aus Biberach nach Idikki. Seither hat es einen Strukturwandel im indischen Bundesstaat Kerala gegeben. Dort gibt es mittlerweile einen guten Bildungsstandard und auch Frauen erhalten jetzt akademische Bildung. 15 Frauen leben in einem Raum

„Der verhältnismäßig kleine Gewürzbetrieb hat sich gegen die große Konkurrenz nicht durchsetzen können“, sagt Sabine Nadler-Dolderer. Lediglich drei Mitarbeitet produzieren noch dort. Die übrigen Gebäudeteile der Produktionsstätte sind mittlerweile zu einem Frauenwohnheim für Studentinnen umgebaut geworden. „Das ist aber kein Studentenwohnheim wie wir es kennen“, sagt Nadler-Dolderer. „Dort teilen sich 15 bis 20 Frauen einen Raum.“ So sei zwar der alte Entwicklungsweg verlassen worden, aber keine leer stehende Ruine zurückgeblieben, sondern eine sinnvolle Nutzung gefunden worden.

Ganz in der Nähe der früheren Produktionsstätte ist mittlerweile eine Ingenieurschule gegründet worden. Daher seien die jungen Studentinnen froh, in der Nähe der Hochschule wohnen zu können. „Das Wohnheim wird von katholischen Schwestern betreut, das gibt den jungen Frauen Sicherheit“, sagt Sabine Nadler-Dolderer.

Seit 1975 stehen die Biberacher in regem Kontakt mit den Indern. 1989 lernte Sabine Nadler-Dolderer in Idikki den Leiter des Projekts vor Ort kennen, Pfarrer Joseph-John. Er selbst ist schon mehrfach zu Besuch in Biberach gewesen. Von 1994 bis 1995 lebte Sabine Nadler-Dolderer sogar selbst ein Jahr in Indien. Zum vorerst letzten Mal war sie im vergangenen Sommer in Indien und hat sich vor Ort ein Bild gemacht, wie sich Idikki 37 Jahre nach der ersten Spende entwickelt. Mittlerweile ist die Region selbstständig und nicht mehr auf Spenden aus Biberach angewiesen.

(Erschienen: 09.01.2012 12:35)

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