Stadtnachrichten Biberach
Biberachs grüne Welle erhält zweitbeste Bewertung
Mit 700 Testfahren haben Mitarbeiter der Stadtwerke am Bismarckring und der Memminger Straße die Welle untersucht. Gerhard Listl hat dem Ausschuss das Ergebnis zum Bismarckring vorgestellt. „Es ergibt sich eine Gesamtdurchfahrtsrate von 85 Prozent“, sagte der Ingenieur der Firma Gevas Humberg & Partner. Sie soll für die Grüne Welle sorgen. Treten keine Störungen auf, können Autos in 85 von 100 Fällen über grüne Ampeln fahren, sobald sie in die grüne Welle hineingefahren sind. Trotzdem kommen Busse schneller durch die Stadt als vor der Umstellung.
Busbeschleunigung: Grün
Die Busbeschleunigung hatte vor etwa zwei Jahren die Biberacher Ampelwelt aus dem Gleichgewicht gebracht. Um den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) attraktiver zu machen, sollten Busse häufiger grün bekommen. Dazu überarbeiteten mehrere Ingenieurbüros die Ampelschaltungen am Bismarckring und der Memminger Straße.
Nun gibt es die Busbeschleunigung: Laut Listl stehen die Linien 1, 5 und 6 nur noch 15 Prozent so lange an Ampeln wie vor der Umstellung. Beispiel Linie 1: Auf der Strecke vom ZOB am Bahnhof zur Wielandstraße und vom Viehmarkt zum Bahnhof musste sie früher 307 Sekunden lang an Ampeln halten. Am 9. Januar haben die Stadtwerke gemessen, dass sie nur noch 28 Sekunden steht – das sind neun Prozent der Zeit, die es vorher dauerte. „Der ÖPNV funktioniert“, lobte Stadtrat Josef Weber (Grüne) das Büro.
Funktioniert schlecht
Doch aus Sicht der Autofahrer – und aus dieser argumentierten die Räte – gebe es an einigen Stellen noch „erheblichen Optimierungsbedarf“. Das sagte etwa Friedrich Kolesch (CDU). Er erzählte, dass sich dort, wo der Bismarckring zur Gaisenalstraße werde, lange Staus bildeten. Fährt man vom Gaisental in die Stadt hinein, müssen die Autos in mehr als der Hälfte der Fälle an der Ampel an der Wielandstraße halten. Das zeigen die Daten von Gevas. Allerdings beginnt die Grüne Welle dort auch erst. Das bedeutet, dass die Autos ab dieser Ampel bis zur Kreuzung an der Ulmer-Tor-Straße fahren können sollen.
Das funktioniert indes nicht ganz. So müssen die Autofahrer an der Ampel an der Adolf-Pirrung-Straße in Richtung West nach Ost in der Hälfte der Fälle halten. „Da ist der Bruch drin“, sagt Mark Rechmann, Leiter des Tiefbauamts. Schließlich hätten die Biberacher Verkehrsteilnehmer am liebsten zwei grüne Wellen – eine in östliche und eine in westliche Richtung. Das geht aber nur, wenn entweder die Ampeln einen festgelegten und gleichmäßigen Abstand voneinander haben, oder die Ampeln sehr lange auf grün stehen. Ersteres lässt sich in einer Altstadt wie Biberach nicht realisieren: Schließlich werden für eine grüne Welle keine Kreuzungen verlegt. Und letzteres wäre unfair: Haben die Autos sehr lange grün, verschenke man wertvolle Grünzeit für die anderen, wie der Ingenieur Listl sagt. „Die nehme ich den Fußgängern weg.“
In der Gegenrichtung funktioniere die Kreuzung: Von der Ulmer-Tor-Straße in Richtung Gaisental könnten die Autos über grün fahren, wenn keiner den Verkehr stört.
Funktioniert befriedigend
In einem von vier Fällen müssen Autofahrer im morgendlichen Berufsverkehr an den Kreuzungen des Bismarckrings mit der Bleicherstraße und der Bahnhofsstraße halten, wenn sie vom Zeppelinring her kommen. In der Gegenrichtung müssen Autofahrer dort morgens nur bei jeder fünften Fahrt halten, abends bei jeder zehnten. Mittags können sie durchfahren.
Funktioniert gut
An den meisten anderen Kreuzungen am Bismarckring dürfen die Autofahrer meist fahren, sobald sie in der grünen Welle sind. Immer grün zu haben, geht indes nicht: „Wir haben hier die Zufälligkeit des Verhaltens eines jeden Verkehrsteilnehmers“, sagte Listl. SPD-Stadtrat Werner-Lutz Keil beschrieb etwa, wie er am morgen lange in der Stadt unterwegs war, weil ein Feuerwehrwagen, ein falsch abbiegendes Auto und ein Transporter den Weg versperrten. Doch so etwas, erwiderte Listl, könne eine Ampelschaltung nichtausräumen.
Verbesserung für Fußgänger
Gerade an der Bahnhofsstraße haben die Fußgänger nun häufiger und länger grün als früher. Listl erklärte, die Firma habe bei der Polizei nachgefragt: Von Januar bis August 2011 gab es dort zwölf Unfälle, die meisten, weil Fußgänger über rot gegangen waren. Nach der Umstellung habe es keinen Unfall mehr gegeben.
(Erschienen: 10.02.2012 17:40)
Mit 700 Testfahren haben Mitarbeiter der Stadtwerke am Bismarckring und der Memminger Straße die Welle untersucht. Gerhard Listl hat dem Ausschuss das Ergebnis zum Bismarckring vorgestellt. „Es ergibt sich eine Gesamtdurchfahrtsrate von 85 Prozent“, sagte der Ingenieur der Firma Gevas Humberg & Partner. Sie soll für die Grüne Welle sorgen. Treten keine Störungen auf, können Autos in 85 von 100 Fällen über grüne Ampeln fahren, sobald sie in die grüne Welle hineingefahren sind. Trotzdem kommen Busse schneller durch die Stadt als vor der Umstellung.
Busbeschleunigung: Grün
Die Busbeschleunigung hatte vor etwa zwei Jahren die Biberacher Ampelwelt aus dem Gleichgewicht gebracht. Um den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) attraktiver zu machen, sollten Busse häufiger grün bekommen. Dazu überarbeiteten mehrere Ingenieurbüros die Ampelschaltungen am Bismarckring und der Memminger Straße.
Nun gibt es die Busbeschleunigung: Laut Listl stehen die Linien 1, 5 und 6 nur noch 15 Prozent so lange an Ampeln wie vor der Umstellung. Beispiel Linie 1: Auf der Strecke vom ZOB am Bahnhof zur Wielandstraße und vom Viehmarkt zum Bahnhof musste sie früher 307 Sekunden lang an Ampeln halten. Am 9. Januar haben die Stadtwerke gemessen, dass sie nur noch 28 Sekunden steht – das sind neun Prozent der Zeit, die es vorher dauerte. „Der ÖPNV funktioniert“, lobte Stadtrat Josef Weber (Grüne) das Büro.
Funktioniert schlecht
Doch aus Sicht der Autofahrer – und aus dieser argumentierten die Räte – gebe es an einigen Stellen noch „erheblichen Optimierungsbedarf“. Das sagte etwa Friedrich Kolesch (CDU). Er erzählte, dass sich dort, wo der Bismarckring zur Gaisenalstraße werde, lange Staus bildeten. Fährt man vom Gaisental in die Stadt hinein, müssen die Autos in mehr als der Hälfte der Fälle an der Ampel an der Wielandstraße halten. Das zeigen die Daten von Gevas. Allerdings beginnt die Grüne Welle dort auch erst. Das bedeutet, dass die Autos ab dieser Ampel bis zur Kreuzung an der Ulmer-Tor-Straße fahren können sollen.
Das funktioniert indes nicht ganz. So müssen die Autofahrer an der Ampel an der Adolf-Pirrung-Straße in Richtung West nach Ost in der Hälfte der Fälle halten. „Da ist der Bruch drin“, sagt Mark Rechmann, Leiter des Tiefbauamts. Schließlich hätten die Biberacher Verkehrsteilnehmer am liebsten zwei grüne Wellen – eine in östliche und eine in westliche Richtung. Das geht aber nur, wenn entweder die Ampeln einen festgelegten und gleichmäßigen Abstand voneinander haben, oder die Ampeln sehr lange auf grün stehen. Ersteres lässt sich in einer Altstadt wie Biberach nicht realisieren: Schließlich werden für eine grüne Welle keine Kreuzungen verlegt. Und letzteres wäre unfair: Haben die Autos sehr lange grün, verschenke man wertvolle Grünzeit für die anderen, wie der Ingenieur Listl sagt. „Die nehme ich den Fußgängern weg.“
In der Gegenrichtung funktioniere die Kreuzung: Von der Ulmer-Tor-Straße in Richtung Gaisental könnten die Autos über grün fahren, wenn keiner den Verkehr stört.
Funktioniert befriedigend
In einem von vier Fällen müssen Autofahrer im morgendlichen Berufsverkehr an den Kreuzungen des Bismarckrings mit der Bleicherstraße und der Bahnhofsstraße halten, wenn sie vom Zeppelinring her kommen. In der Gegenrichtung müssen Autofahrer dort morgens nur bei jeder fünften Fahrt halten, abends bei jeder zehnten. Mittags können sie durchfahren.
Funktioniert gut
An den meisten anderen Kreuzungen am Bismarckring dürfen die Autofahrer meist fahren, sobald sie in der grünen Welle sind. Immer grün zu haben, geht indes nicht: „Wir haben hier die Zufälligkeit des Verhaltens eines jeden Verkehrsteilnehmers“, sagte Listl. SPD-Stadtrat Werner-Lutz Keil beschrieb etwa, wie er am morgen lange in der Stadt unterwegs war, weil ein Feuerwehrwagen, ein falsch abbiegendes Auto und ein Transporter den Weg versperrten. Doch so etwas, erwiderte Listl, könne eine Ampelschaltung nichtausräumen.
Verbesserung für Fußgänger
Gerade an der Bahnhofsstraße haben die Fußgänger nun häufiger und länger grün als früher. Listl erklärte, die Firma habe bei der Polizei nachgefragt: Von Januar bis August 2011 gab es dort zwölf Unfälle, die meisten, weil Fußgänger über rot gegangen waren. Nach der Umstellung habe es keinen Unfall mehr gegeben.
(Erschienen: 10.02.2012 17:40)

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Die Allgäu-Orient-Rallye ist ein Abenteuer für Autofans. Ohne Navi geht es querfeldein von Oberstaufen im Allgäu bis nach Baku, Aserbaidschan vom 28. April bis zum 15. Mai. Unter den 111 Teams ist auch das Team "Kilometermacher" mit Martina Schiller-Rall und Kilian Rall aus Biberach, Uwe Hartwig aus Baustetten, Rainer Kammerer aus Wain, Frank Vögtle aus Hohenfels und Holger Pfefferle aus Sigmaringen. Exklusiv für die SZ berichtet das Team während seiner Reise von seinen Erlebnissen.
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