Stadtnachrichten Biberach
„Der Zivildienst ist ein Auslaufmodell“

Von unserer Redakteurin Franziska Rötzsch
„Wir machen uns Sorgen“, sagt Claudia Kopf, Leiterin der Verwaltung der Biberacher Kreisklinik, mit Blick auf die Zukunft des Zivildienstes. 20 Zivildienstleistende arbeiten momentan in der Biberacher Klinik. Doch wenn die Wehrpflicht, wie momentan in der Diskussion, ausgesetzt oder abgeschafft wird, fallen auch die Zivis weg. Vor allem im Bereich der Lauftätigkeiten, beim Transport von Patienten oder Materialien, sei dies problematisch, so Kopf. Gäbe es diese so genannten Taxi-Zivis nicht mehr, müsste die Klinik Mitarbeiter anstellen. „Die Arbeit muss gemacht werden“, sagt Kopf. Schon die Verkürzung des Zivildienstes auf sechs Monate sei für das Krankenhaus problematisch. Aber ohnehin geht Kopf davon aus, dass der Zivildienst ganz wegfallen werde. „Wir sind dabei, zusammenzustellen, wie viel Personal wir zusätzlich bräuchten. Dann werden wir uns etwas überlegen.“
Das Bürgerheim Biberach setzt vorerst weiter auf Zivis. „Wir sehen Zivildienstleistende nach wie vor als wichtige Stütze in der Versorgung unserer Bewohner“, sagt Heimleiterin Daniela Talmon. „Sie unterstützen uns und unsere Bewohner beim Essenreichen, bei der Begleitung beim Spaziergang, bei Aktivitäten oder auch beim Arztbesuch.“ Auch für kleinen, von den Bewohnern gewünschten Reparaturen werden die Zivis eingesetzt. Die verkürzte Zivildienstzeit habe man durch bessere Anleitung der Zivis kompensieren können, so Talmon. Und so wolle das Bürgerheim auch in Zukunft – so lange es noch Zivildienstleistende gibt – weiter diese einstellen.
Bei der Lebenshilfe in Biberach macht man sich um die Zukunft des Zivildienstes Sorgen. „Für soziale Einrichtungen wie die unsere ist die aktuelle Entwicklung schlecht“, sagt Ursula Templin von der Verwaltung der Biberacher Lebenshilfe. Die Lebenshilfe Biberach beschäftigt Zivildienstleistende in den Bereichen stationäres Wohnen und ambulant betreutes Wohnen. Falls es zum Wegfall des Zivildienstes käme, müsste auch die Lebenshilfe Biberach auf Maßnahmen wie das Berufsvorbereitende Soziale Jahr (BSJ) oder das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) zurückgreifen – „soweit sich genügend Jugendliche und Freiwillige dafür finden“, so Templin. Noch seien die Zivildienststellen besetzt, im Frühjahr müsse man sehen, wie es weitergeht. „Unser Ziel ist, dass die Qualität nicht leidet.“
Das Biberacher DRK ist hingegen schon einen Schritt weiter. „Wir haben keine Probleme mit der aktuellen Wehpflicht-Debatte“, sagt Sprecher Benjamin Hopp. Denn das DRK setzt längst nicht mehr auf Zivis. „Der Zivildienst ist ein Auslaufmodell“, sagt Hopp. Statt dessen bietet das DRK jungen Menschen die Möglichkeit, ein Freiwilliges Soziales Jahr zu absolvieren. Freiwillige gebe es hierfür genug. Im Jahr arbeiten etwa 20 solcher Freiwilliger kreisweit beim DRK, Zivis gibt es inzwischen nur noch vereinzelt, so Hopp.
(Erschienen: 25.08.2010 16:55)

Von unserer Redakteurin Franziska Rötzsch
„Wir machen uns Sorgen“, sagt Claudia Kopf, Leiterin der Verwaltung der Biberacher Kreisklinik, mit Blick auf die Zukunft des Zivildienstes. 20 Zivildienstleistende arbeiten momentan in der Biberacher Klinik. Doch wenn die Wehrpflicht, wie momentan in der Diskussion, ausgesetzt oder abgeschafft wird, fallen auch die Zivis weg. Vor allem im Bereich der Lauftätigkeiten, beim Transport von Patienten oder Materialien, sei dies problematisch, so Kopf. Gäbe es diese so genannten Taxi-Zivis nicht mehr, müsste die Klinik Mitarbeiter anstellen. „Die Arbeit muss gemacht werden“, sagt Kopf. Schon die Verkürzung des Zivildienstes auf sechs Monate sei für das Krankenhaus problematisch. Aber ohnehin geht Kopf davon aus, dass der Zivildienst ganz wegfallen werde. „Wir sind dabei, zusammenzustellen, wie viel Personal wir zusätzlich bräuchten. Dann werden wir uns etwas überlegen.“
Das Bürgerheim Biberach setzt vorerst weiter auf Zivis. „Wir sehen Zivildienstleistende nach wie vor als wichtige Stütze in der Versorgung unserer Bewohner“, sagt Heimleiterin Daniela Talmon. „Sie unterstützen uns und unsere Bewohner beim Essenreichen, bei der Begleitung beim Spaziergang, bei Aktivitäten oder auch beim Arztbesuch.“ Auch für kleinen, von den Bewohnern gewünschten Reparaturen werden die Zivis eingesetzt. Die verkürzte Zivildienstzeit habe man durch bessere Anleitung der Zivis kompensieren können, so Talmon. Und so wolle das Bürgerheim auch in Zukunft – so lange es noch Zivildienstleistende gibt – weiter diese einstellen.
Bei der Lebenshilfe in Biberach macht man sich um die Zukunft des Zivildienstes Sorgen. „Für soziale Einrichtungen wie die unsere ist die aktuelle Entwicklung schlecht“, sagt Ursula Templin von der Verwaltung der Biberacher Lebenshilfe. Die Lebenshilfe Biberach beschäftigt Zivildienstleistende in den Bereichen stationäres Wohnen und ambulant betreutes Wohnen. Falls es zum Wegfall des Zivildienstes käme, müsste auch die Lebenshilfe Biberach auf Maßnahmen wie das Berufsvorbereitende Soziale Jahr (BSJ) oder das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) zurückgreifen – „soweit sich genügend Jugendliche und Freiwillige dafür finden“, so Templin. Noch seien die Zivildienststellen besetzt, im Frühjahr müsse man sehen, wie es weitergeht. „Unser Ziel ist, dass die Qualität nicht leidet.“
Das Biberacher DRK ist hingegen schon einen Schritt weiter. „Wir haben keine Probleme mit der aktuellen Wehpflicht-Debatte“, sagt Sprecher Benjamin Hopp. Denn das DRK setzt längst nicht mehr auf Zivis. „Der Zivildienst ist ein Auslaufmodell“, sagt Hopp. Statt dessen bietet das DRK jungen Menschen die Möglichkeit, ein Freiwilliges Soziales Jahr zu absolvieren. Freiwillige gebe es hierfür genug. Im Jahr arbeiten etwa 20 solcher Freiwilliger kreisweit beim DRK, Zivis gibt es inzwischen nur noch vereinzelt, so Hopp.
(Erschienen: 25.08.2010 16:55)




































