Rund um Biberach
Vier Saxofone musizieren Nordisches

Sie eröffneten das Konzert mit der „Holberg Suite“, einer der mitreißendsten Kompositionen von Edvard Grieg. Der Komponist der Romantik verwendete musikalische Stile und Formen eines barocken Meisters. Nach dem Ohrwurm des Präludiums folgen vier alte Tänze, individuell gestaltet mit dem Sopransax als Führungsinstrument. Die Musiker verbreiteten puren Wohlklang.
Vom Esten Arvo Pärt dann „Summa“ mit minimalistisch höchst unterschiedlichen Akkord-Konstruktionen. Pärt strebt in seiner fast ausschließlich religiös motivierten Musik nach einem Ideal der Einfachheit, reduziert radikal, befreit den Klang von allem Überflüssigen und Dekorativen.
Max Larsson Gothe komponierte den wilden „Gopak“, einen fulminanten ukrainischen Kosakentanz mit dicht gewirkten gegenläufigen Tonfiguren, ein volltönendes organsiertes Chaos, wunderbar virtuos interpretiert.
Fünf Fantasiestücke der norwegischen Komponistin Agathe Backer Grøndahl schlossen sich an: Einem lyrischen, weich instrumentierten Marsch folgte eine volksliedhafte Romanze, eine schwermütige Ballade assoziiert Berge und Fjorde, Schicksalhaftigkeit. Der Elfentanz erweckt Vorstellungen vom Spitzentanz eines klassischen „corps de ballett“.
Eine Chaconne ist ein spanischer Volkstanz des 16. Jahrhunderts, in Ostinato-Form mit einem sich ständig wiederholenden vier bis acht Takte dauernden Harmonieschema. Die Chaconne von Dietrich Buxtehude ist mit seinem behäbigen Dreierschritt geradezu klassisches Barock.
Der Lette Rihards Dubra schrieb „Lux Aeterna“, das „Ewige Licht“ original für vier Saxofone mit wohlgefälligen sakralen Klängen der vier sich langsam zueinandergesellenden Instrumente mit einem orgeltönenden strahlklingenden Schluss.
Daniel Nelson komponierte mit „Full Throttle“, „Vollgas“, einen virtuosen Spaß mit musikalischem Anspruch. Die Musik wird durch zwei gegensätzliche rhythmische Motive nach vorne getrieben.
Ein Knüller war die Zugabe: Den Song „I had a dream“ von „ABBA“, den die vier Künstler mit ganz differenziertem Schwung mitten in die weit geöffneten Zuhörerohren und -herzen hineinplatzierten.
Segmehl und seine Kollegen stehen für ein außergewöhnliches expressives und technisches Niveau, faszinieren mit der großen gestalterischen Vielfalt und dem riesigen Tonumfang der vier Saxofone vom tiefen C bis zum dreigestrichenen F.
(Erschienen: 27.01.2012 19:15)

Sie eröffneten das Konzert mit der „Holberg Suite“, einer der mitreißendsten Kompositionen von Edvard Grieg. Der Komponist der Romantik verwendete musikalische Stile und Formen eines barocken Meisters. Nach dem Ohrwurm des Präludiums folgen vier alte Tänze, individuell gestaltet mit dem Sopransax als Führungsinstrument. Die Musiker verbreiteten puren Wohlklang.
Vom Esten Arvo Pärt dann „Summa“ mit minimalistisch höchst unterschiedlichen Akkord-Konstruktionen. Pärt strebt in seiner fast ausschließlich religiös motivierten Musik nach einem Ideal der Einfachheit, reduziert radikal, befreit den Klang von allem Überflüssigen und Dekorativen.
Max Larsson Gothe komponierte den wilden „Gopak“, einen fulminanten ukrainischen Kosakentanz mit dicht gewirkten gegenläufigen Tonfiguren, ein volltönendes organsiertes Chaos, wunderbar virtuos interpretiert.
Fünf Fantasiestücke der norwegischen Komponistin Agathe Backer Grøndahl schlossen sich an: Einem lyrischen, weich instrumentierten Marsch folgte eine volksliedhafte Romanze, eine schwermütige Ballade assoziiert Berge und Fjorde, Schicksalhaftigkeit. Der Elfentanz erweckt Vorstellungen vom Spitzentanz eines klassischen „corps de ballett“.
Eine Chaconne ist ein spanischer Volkstanz des 16. Jahrhunderts, in Ostinato-Form mit einem sich ständig wiederholenden vier bis acht Takte dauernden Harmonieschema. Die Chaconne von Dietrich Buxtehude ist mit seinem behäbigen Dreierschritt geradezu klassisches Barock.
Der Lette Rihards Dubra schrieb „Lux Aeterna“, das „Ewige Licht“ original für vier Saxofone mit wohlgefälligen sakralen Klängen der vier sich langsam zueinandergesellenden Instrumente mit einem orgeltönenden strahlklingenden Schluss.
Daniel Nelson komponierte mit „Full Throttle“, „Vollgas“, einen virtuosen Spaß mit musikalischem Anspruch. Die Musik wird durch zwei gegensätzliche rhythmische Motive nach vorne getrieben.
Ein Knüller war die Zugabe: Den Song „I had a dream“ von „ABBA“, den die vier Künstler mit ganz differenziertem Schwung mitten in die weit geöffneten Zuhörerohren und -herzen hineinplatzierten.
Segmehl und seine Kollegen stehen für ein außergewöhnliches expressives und technisches Niveau, faszinieren mit der großen gestalterischen Vielfalt und dem riesigen Tonumfang der vier Saxofone vom tiefen C bis zum dreigestrichenen F.
(Erschienen: 27.01.2012 19:15)

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