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Rund um Biberach

Südlich von Reute könnten Windräder Platz finden

Mittelbiberach / hel Die Gemeinde Mittelbiberach wird zwei Flächen für Windkraftanlagen südwestlich von Reute dem Regionalverband zur Prüfung melden. Dazu haben sich die Gemeinderäte und die Ortschaftsräte von Reute in einer gemeinsamen Sitzung am Montagabend entschlossen. Vorausgegangen war ein längerer Austausch. Zunächst hatte Elke Fischer vom Stadtplanungsamt Biberach die Problematiken für Windkraft in Mittelbiberach dargestellt.

Es gibt zum Beispiel Ausschlusskriterien wegen der Einflugschneise zum Heeresflugplatz Laupheim, außerdem wegen des Abstands zur Wohnbebauung und wegen der vielerorts zu geringen Windhöffigkeit.

Es bleibt die Waldfläche südwestlich von Reute. Die Windkraftanlagen wären dort 1000 Meter von den nächsten Wohnhäusern entfernt. „In Baden-Württemberg gelten 700 Meter Mindestabstand, in Bayern 800 Meter. Ich kann Ihnen, solange der Staatsvertrag in unserer Region zwischen Bayern und Baden-Württemberg gilt, nicht sagen, was die richtige Zahl ist, mir sind 1000 Meter jedenfalls lieber als 700“, sagte Bürgermeister Hans Berg.

Hans Mast, Ortsvorsteher von Reute, interessierte sich dafür, wie viele Anlagen auf dieser Fläche höchstens gebaut werden könnten. Die Fläche ist etwa 300 000 Quadratmeter groß. Sie könnte eventuell sieben Anlagen fassen, wie Fischer erklärte. Die Anlagen seien etwa 200 Meter hoch und brauchten den fünffachen Rotordurchmesser als Abstand zueinander, um die nötige Ertragsleistung zu bringen.

Die Frage danach, ob die Häuser von einem Schlagschatten betroffen seien, kam ebenfalls auf. Das müsse ein emissionsschutzrechtliches Gutachten klären, wenn es so weit sei, erklärte Fischer.

Auch wurden allgemeine Kritikpunkte an der Umsetzung der Energiewende durch die grün-rote Landesregierung laut, die Bürgermeister Berg zur Kenntnis nahm. Das Gesamtkonzept werde zu schnell umgesetzt, merkte Gemeinderat Antonius Moll an. „Der Netzausbau muss parallel dazu stattfinden. Es bringt nichts, wenn Windkraftanlagen abgeschaltet werden müssen, weil das Netz nicht ausreicht“, sagte er.

„Windkraftmöglichkeiten reduzieren sich bei uns auf dieses Waldstück südlich von Reute“, fasste Berg zusammen. Für den Fall, dass die Gemeinden die Planungshoheit bekommen, wenn der Staatsvertrag einmal fällt, „wollen wir vorbereitet sein“.

(Erschienen: 31.01.2012 19:10)

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