Rund um Biberach
Schmidtke jubelt aus Südafrika für Deutschland

Von unserer Redakteurin Katharina Täubl
Die Freundlichkeit von Manfred Schmidtke sprudelt von Südafrika durch die Telefonleitung nach Deutschland. Er klingt wie einer der Menschen, die er in diesem Gespräch beschreibt. „Die Südafrikaner sind sehr freundlich und hilfsbereit“, sagt der 65-Jährige. Die Arbeit bei Siemens hat ihn vor 41 Jahren auf den afrikanischen Kontinent geführt. „Und wie das so geht, bin ich wegen der Liebe geblieben“, sagt der gebürtige Mittelbiberacher. Nicht nur wegen der Liebe zu einer Frau, sondern auch aus Liebe zum Land. „Die Schönheit und die Gegensätze dieses Landes werden die WM-Touristen umhauen“, davon ist Manfred Schmidtke überzeugt.Einbrecher hört er nicht
Dass die vorab viel diskutierten Schwierigkeiten des Landes, wie etwa die Sicherheit, keine an den Haaren herbeigezogenen Sorgen sind, bestätigt Schmidtke. In sein Haus wurde einmal eingebrochen. Während die Diebe Wertgegenstände rausschafften, schlief Schmidtke auf dem Sofa, ohne was zu merken. Auch seine Frau und sein Sohn waren im Haus. Die Schuld für den Einbruch gibt sich der gebürtige Mittelbiberacher selbst: „Wir hatten die Tür nicht abgeschlossen.“ Seit das Grundstück in Trafalgar an der Südküste besser gesichert ist, sei nichts mehr vorgefallen.
Schmidtke möchte manchen Besuchern die Angst nehmen. „Man muss eben vorsichtig sein“, sagt er. Wer des Nachts behangen mit viel Gold, einer Digitalkamera und einer Uhr durch Problemviertel zieht, sei sehr wohl gefährdet. Das aber müsse ja nicht sein. „Wenn man die Sicherheitshinweise, die überall nachzulesen sind, beachtet, kann nicht viel passieren.“ Und die Stadien seien definitiv sicher. „Sogar die Armee ist im Einsatz.“Angefeuert wird von zu Hause
Dort, wo die deutsche Nationalmannschaft untergebracht ist, in der Nähe von Pretoria, hat Schmidtke das erste Spiel verfolgt. Er ist zu Besuch auf der Farm seines Sohnes und genießt die Zeit mit seinen Enkelkindern. Karten für die Spiele zu bekommen, sei sehr schwer gewesen. Aber der 65-Jährige sagt, er sei sowieso nicht der Typ, der sich gerne in Rummel stürze. Enttäuscht darüber war seine in Mittelbiberach lebende Mutter. „Sie sagt, ich hätte die deutschen Spieler am Flughafen begrüßen müssen.“
Dafür hat Schmidtke beim Spiel Daumen gedrückt. „Dass es so gut laufen würde, habe ich wirklich nicht erwartet“, sagt der fußballbegeisterte Deutsche. Mit einem knappen Sieg wäre er schon zufrieden gewesen. „Das 4:0 ist natürlich super und eine sehr gute Ausgangsbasis.“ Gruppenerster zu werden, traut er den deutschen Jungs zu. „Und dann sehen wir weiter.“ Zwar jubelt Manfred Schmidtke für Deutschland. Dorthin zurückkehren komme jedoch nicht infrage. „Das Leben hier ist so leicht“, sagt der Pensionär, der vom Grillen schwärmen kann, als gäbe es nichts Schöneres auf der Welt. Auf der Farm seines Sohnes tragen die Zitronenbäume bereits Früchte. Auch die Orangen und Mandarinen, Guaven, Grapefruits, Feigen, Mangos und Pfirsiche sind auf einem guten Weg. Heimatgefühl kommt bei Schmidtke trotz dieser so andersartigen Vegetation trotzdem oft auf. Wenn er sein Mibi-T-Shirt überzieht und sich das E-Paper der Schwäbischen Zeitung ausdruckt zum Beispiel. Das macht er auch, wenn die Familie aus Deutschland in seinem 18-Zimmer-Haus Urlaub macht. „Dann muss ich eine Stunde früher aufstehen, damit jeder zum Frühstück eine gedruckte Version auf dem Tisch hat“, sagt Schmidtke. Das macht er ohne zu murren. Denn: Schmidtke ist nicht nur am Telefon freundlich.
(Erschienen: 15.06.2010 10:05)

Von unserer Redakteurin Katharina Täubl
Die Freundlichkeit von Manfred Schmidtke sprudelt von Südafrika durch die Telefonleitung nach Deutschland. Er klingt wie einer der Menschen, die er in diesem Gespräch beschreibt. „Die Südafrikaner sind sehr freundlich und hilfsbereit“, sagt der 65-Jährige. Die Arbeit bei Siemens hat ihn vor 41 Jahren auf den afrikanischen Kontinent geführt. „Und wie das so geht, bin ich wegen der Liebe geblieben“, sagt der gebürtige Mittelbiberacher. Nicht nur wegen der Liebe zu einer Frau, sondern auch aus Liebe zum Land. „Die Schönheit und die Gegensätze dieses Landes werden die WM-Touristen umhauen“, davon ist Manfred Schmidtke überzeugt.Einbrecher hört er nicht
Dass die vorab viel diskutierten Schwierigkeiten des Landes, wie etwa die Sicherheit, keine an den Haaren herbeigezogenen Sorgen sind, bestätigt Schmidtke. In sein Haus wurde einmal eingebrochen. Während die Diebe Wertgegenstände rausschafften, schlief Schmidtke auf dem Sofa, ohne was zu merken. Auch seine Frau und sein Sohn waren im Haus. Die Schuld für den Einbruch gibt sich der gebürtige Mittelbiberacher selbst: „Wir hatten die Tür nicht abgeschlossen.“ Seit das Grundstück in Trafalgar an der Südküste besser gesichert ist, sei nichts mehr vorgefallen.
Schmidtke möchte manchen Besuchern die Angst nehmen. „Man muss eben vorsichtig sein“, sagt er. Wer des Nachts behangen mit viel Gold, einer Digitalkamera und einer Uhr durch Problemviertel zieht, sei sehr wohl gefährdet. Das aber müsse ja nicht sein. „Wenn man die Sicherheitshinweise, die überall nachzulesen sind, beachtet, kann nicht viel passieren.“ Und die Stadien seien definitiv sicher. „Sogar die Armee ist im Einsatz.“Angefeuert wird von zu Hause
Dort, wo die deutsche Nationalmannschaft untergebracht ist, in der Nähe von Pretoria, hat Schmidtke das erste Spiel verfolgt. Er ist zu Besuch auf der Farm seines Sohnes und genießt die Zeit mit seinen Enkelkindern. Karten für die Spiele zu bekommen, sei sehr schwer gewesen. Aber der 65-Jährige sagt, er sei sowieso nicht der Typ, der sich gerne in Rummel stürze. Enttäuscht darüber war seine in Mittelbiberach lebende Mutter. „Sie sagt, ich hätte die deutschen Spieler am Flughafen begrüßen müssen.“
Dafür hat Schmidtke beim Spiel Daumen gedrückt. „Dass es so gut laufen würde, habe ich wirklich nicht erwartet“, sagt der fußballbegeisterte Deutsche. Mit einem knappen Sieg wäre er schon zufrieden gewesen. „Das 4:0 ist natürlich super und eine sehr gute Ausgangsbasis.“ Gruppenerster zu werden, traut er den deutschen Jungs zu. „Und dann sehen wir weiter.“ Zwar jubelt Manfred Schmidtke für Deutschland. Dorthin zurückkehren komme jedoch nicht infrage. „Das Leben hier ist so leicht“, sagt der Pensionär, der vom Grillen schwärmen kann, als gäbe es nichts Schöneres auf der Welt. Auf der Farm seines Sohnes tragen die Zitronenbäume bereits Früchte. Auch die Orangen und Mandarinen, Guaven, Grapefruits, Feigen, Mangos und Pfirsiche sind auf einem guten Weg. Heimatgefühl kommt bei Schmidtke trotz dieser so andersartigen Vegetation trotzdem oft auf. Wenn er sein Mibi-T-Shirt überzieht und sich das E-Paper der Schwäbischen Zeitung ausdruckt zum Beispiel. Das macht er auch, wenn die Familie aus Deutschland in seinem 18-Zimmer-Haus Urlaub macht. „Dann muss ich eine Stunde früher aufstehen, damit jeder zum Frühstück eine gedruckte Version auf dem Tisch hat“, sagt Schmidtke. Das macht er ohne zu murren. Denn: Schmidtke ist nicht nur am Telefon freundlich.
(Erschienen: 15.06.2010 10:05)

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