Rund um Biberach
Natalie Widmann sagt Oggelshausen „Adios“
Von unserer Redakteurin Heike Neubrand
In weniger als zwei Wochen geht’s am Frankfurter Flughafen los: Natalie Widmanns Ziel ist das 14 Flugstunden entfernte winterliche Argentinien. „Minus 14 Grad hat es da zurzeit, es ist außergewöhnlich kalt und es sind schon viele Leute erfroren“, sagt die 20-Jährige. Wo sie wohnen wird, weiß sie noch nicht, die Mitarbeiter von „Weltwärts“ suchen noch eine Gastfamilie. „Weltwärts“ ist der Freiwilligendienst des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, bei dem sich Natalie Widmann beworben hat.
In einem auf Englisch verfassten Motivationsschreiben hat sie ihre Lust auf die lateinamerikanische Kultur und neue Erfahrungen formuliert und wurde nach Tübingen eingeladen. Dort punktete sie im persönlichen Gespräch und bei Rollenspielen. „Die Argentinier sind sehr gastfreundlich und wollen immer alles bezahlen – auch wenn sie nicht viel Geld haben. Im Rollenspiel ging es dann zum Beispiel darum, wie man darauf reagieren könnte“, erzählt Natalie Widmann. Sie hat das Auswahlverfahren bestanden: 75 Prozent der Kosten übernimmt nun „Weltwärts“, 1800 Euro hat Natalie Widmann selbst und durch Spender aufbringen müssen.
So ganz realisiert habe sie es noch nicht, dass es jetzt tatsächlich losgehe, sagt die junge Frau, die gerade ihr Abi am Pestalozzi-Gymnasium gemacht hat. Viel Zeit verbringt sie jetzt mit Freunden und Familie, „denn in einem Jahr kommt das Heimweh bestimmt.“ Ihr Freund Tobias Rieger sei schon traurig, sie für ein Jahr ziehen zu lassen, habe sich aber auch für sie über die einmalige Chance gefreut. „Er war mit dem Weltkirchlichen Friedensdienst in Nigeria und hat dort viele Freunde gefunden“, erzählt Natalie Widmann. Der 22-jährige Oggelshauser will sie auch in Argentinien besuchen.
Auf die Arbeit in der Suppenküche Santa Teresa de Calcuta, in die bis zu 150 Kinder und Jugendliche im Alter von drei bis 18 Jahren kommen, freut sich Natalie Widmann. Beim Musikverein Oggelshausen war die Querflötistin Jugendleiterin und in ihrer Freizeit hat die Schülerin Mathe-Nachhilfe gegeben. In dem nordwestlich von Buenos Aires gelegenen San Luis wird sie in der Küche helfen, Essen austeilen und mit den Kindern und Jugendlichen die Freizeit gestalten.
Erinnerungsbuch reist mit
Einen Selbstlern- und einen VHS-Kurs-Spanisch hat sie gemacht. „Eine ehemalige Freiwillige hat mir erzählt, dass in San Luis ein starker Akzent gesprochen wird, das hat mir ein bisschen Angst gemacht.“ Aber sie hoffe darauf, vor Ort innerhalb kurzer Zeit gut Spanisch sprechen zu lernen.
„Ich habe in letzter Zeit sehr viel Gemüse gegessen, damit viel Steak reinpasst“, sagt Natalie Widmann lacht. Auch wenn sie eigentlich nicht so viel Fleisch isst: Kuh-Euter oder -Zunge werde sie schon probieren müssen, wenn sie erst einmal in Argentinien sei, sagt die 20-Jährige, die nach ihrem Auslandaufenthalt gerne Neurowissenschaften oder Psychologie auf medizinischer Basis studieren will.
Die wichtigste Sache im Reisegepäck wird wohl das Erinnerungs-Buch sein, sagt Natalie Widmann. In dem dürfen sich auf ihrer Abschiedsparty Freunde und Familienmitglieder mit Fotos und ein paar persönlichen Zeilen verewigen. „Ansonsten hoffe ich, dass mein extra für Argentinien gekauftes Handy funktioniert und wir mit Internet und Briefen Kontakt halten können.“
(Erschienen: 28.07.2010 19:35)
Von unserer Redakteurin Heike Neubrand
In weniger als zwei Wochen geht’s am Frankfurter Flughafen los: Natalie Widmanns Ziel ist das 14 Flugstunden entfernte winterliche Argentinien. „Minus 14 Grad hat es da zurzeit, es ist außergewöhnlich kalt und es sind schon viele Leute erfroren“, sagt die 20-Jährige. Wo sie wohnen wird, weiß sie noch nicht, die Mitarbeiter von „Weltwärts“ suchen noch eine Gastfamilie. „Weltwärts“ ist der Freiwilligendienst des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, bei dem sich Natalie Widmann beworben hat.
In einem auf Englisch verfassten Motivationsschreiben hat sie ihre Lust auf die lateinamerikanische Kultur und neue Erfahrungen formuliert und wurde nach Tübingen eingeladen. Dort punktete sie im persönlichen Gespräch und bei Rollenspielen. „Die Argentinier sind sehr gastfreundlich und wollen immer alles bezahlen – auch wenn sie nicht viel Geld haben. Im Rollenspiel ging es dann zum Beispiel darum, wie man darauf reagieren könnte“, erzählt Natalie Widmann. Sie hat das Auswahlverfahren bestanden: 75 Prozent der Kosten übernimmt nun „Weltwärts“, 1800 Euro hat Natalie Widmann selbst und durch Spender aufbringen müssen.
So ganz realisiert habe sie es noch nicht, dass es jetzt tatsächlich losgehe, sagt die junge Frau, die gerade ihr Abi am Pestalozzi-Gymnasium gemacht hat. Viel Zeit verbringt sie jetzt mit Freunden und Familie, „denn in einem Jahr kommt das Heimweh bestimmt.“ Ihr Freund Tobias Rieger sei schon traurig, sie für ein Jahr ziehen zu lassen, habe sich aber auch für sie über die einmalige Chance gefreut. „Er war mit dem Weltkirchlichen Friedensdienst in Nigeria und hat dort viele Freunde gefunden“, erzählt Natalie Widmann. Der 22-jährige Oggelshauser will sie auch in Argentinien besuchen.
Auf die Arbeit in der Suppenküche Santa Teresa de Calcuta, in die bis zu 150 Kinder und Jugendliche im Alter von drei bis 18 Jahren kommen, freut sich Natalie Widmann. Beim Musikverein Oggelshausen war die Querflötistin Jugendleiterin und in ihrer Freizeit hat die Schülerin Mathe-Nachhilfe gegeben. In dem nordwestlich von Buenos Aires gelegenen San Luis wird sie in der Küche helfen, Essen austeilen und mit den Kindern und Jugendlichen die Freizeit gestalten.
Erinnerungsbuch reist mit
Einen Selbstlern- und einen VHS-Kurs-Spanisch hat sie gemacht. „Eine ehemalige Freiwillige hat mir erzählt, dass in San Luis ein starker Akzent gesprochen wird, das hat mir ein bisschen Angst gemacht.“ Aber sie hoffe darauf, vor Ort innerhalb kurzer Zeit gut Spanisch sprechen zu lernen.
„Ich habe in letzter Zeit sehr viel Gemüse gegessen, damit viel Steak reinpasst“, sagt Natalie Widmann lacht. Auch wenn sie eigentlich nicht so viel Fleisch isst: Kuh-Euter oder -Zunge werde sie schon probieren müssen, wenn sie erst einmal in Argentinien sei, sagt die 20-Jährige, die nach ihrem Auslandaufenthalt gerne Neurowissenschaften oder Psychologie auf medizinischer Basis studieren will.
Die wichtigste Sache im Reisegepäck wird wohl das Erinnerungs-Buch sein, sagt Natalie Widmann. In dem dürfen sich auf ihrer Abschiedsparty Freunde und Familienmitglieder mit Fotos und ein paar persönlichen Zeilen verewigen. „Ansonsten hoffe ich, dass mein extra für Argentinien gekauftes Handy funktioniert und wir mit Internet und Briefen Kontakt halten können.“
(Erschienen: 28.07.2010 19:35)

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Die Allgäu-Orient-Rallye ist ein Abenteuer für Autofans. Ohne Navi geht es querfeldein von Oberstaufen im Allgäu bis nach Baku, Aserbaidschan vom 28. April bis zum 15. Mai. Unter den 111 Teams ist auch das Team "Kilometermacher" mit Martina Schiller-Rall und Kilian Rall aus Biberach, Uwe Hartwig aus Baustetten, Rainer Kammerer aus Wain, Frank Vögtle aus Hohenfels und Holger Pfefferle aus Sigmaringen. Exklusiv für die SZ berichtet das Team während seiner Reise von seinen Erlebnissen.
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