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Rund um Biberach

Narrenzunft ignoriert Online-Zankerei

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Mittelbiberach / sz Im Gästebuch der my-mibi.de-Seite geht es hoch her: Ein anonymer Schreiber wettert gegen die Mittelbiberacher Narrenzunft. Die Vorwürfe sind haltlos, hält der ehemalige Vorstand dagegen. In sieben Tagen entscheidet sich, wie es mit dem Verein weitergeht.

Von unserer Redakteurin   Katharina Täubl

Auslöser der Diskussion auf der Internetseite www.my-mibi.de war der Rücktritt des ersten Vorsitzenden der Narrenzunft Sven Guther. Am 7. Mai schreibt jemand, der sich Vogel nennt, Folgendes ins Gästebuch: „Oh Mann, man stelle sich vor, es gibt einen Verein im Ort und der hat noch nicht mal einen Vorstand gewählt, weil es keiner machen wollte. Das zeigt ja schon sehr viel Engagement. Und als zweiten Vorstand wählt man einen, der grad mal zwei Jahre Mitglied ist. Armselig!“ Es schließt sich ein Schlagabtausch zwischen Vogel und Zunftunterstützern an, der unter die Gürtellinie geht. So sehr, dass die Betreiber der Internetseite Einträge löschen mussten und die Schreiber zur Fairness ermahnten.

Auf Anfrage der Schwäbischen Zeitung stellt Sven Guther klar: Sein Rücktritt habe nichts mit chaotischen Zuständen (so der Vorwurf im Netz) in der Zunft zu tun. Vielmehr fand er, es sei an der Zeit, den Jüngeren den Vortritt zu lassen. „Ich bin fast ab dem ersten Tag dabei“, sagt Guther. Der Verein werde jünger und jünger. „Ich hab das Gefühl, ein Wechsel ist an der Zeit.“ Dass sich bei der Generalversammlung am 7. Mai niemand dieser Aufgabe annehmen wollte, damit habe er nicht gerechnet. Seither hat Eric Höchst den Posten inne, eigentlich ist er zweiter Vorsitzender.

Zunft ist Thema im Ort

Der Diskussion im Internet misst Guther nicht viel Bedeutung bei. „Da nutzt jemand im Internet die Anonymität und legt dort erst richtig los.“ Dass die Zunft das Thema im Ort ist, wundert ihn nicht. Immerhin ist laut Guther rund die Hälfte der Mitglieder unter 25 Jahre alt und viele von ihnen treffen sich zudem beim Fußball. Da werde über das gesprochen, was die Leute gemeinsam haben. Guther gibt zwar zu, einige der jüngeren Mitglieder wissen manchmal nicht, wann Schluss ist. „Deswegen sind sie aber keine schlechten Menschen.“ Unter den Mitgliedern seien zudem auch viele Familien.

Um das Führungsproblem zu beheben, hat die Zunft eine außerordentliche Mitgliederversammlung am 14. Juli anberaumt. Ein zweites Mal steht somit die Wahl des ersten Vorsitzenden auf der Tagesordnung.

Und sollte sich erneut niemand finden, der den Job macht, hat der Verein einen Plan B: Eine Satzungsänderung wäre der nächste Schritt. Statt eines ersten und eines zweiten Vorsitzenden könnte es dann eine Führungsriege, bestehend aus fünf gleichberechtigten Mitgliedern, geben. Vier gibt es schon. Eine weitere Person müsste dann trotzdem noch gefunden werden. Guther ist überzeugt: Es geht weiter. „Mein Herz hängt daran.“

(Erschienen: 07.07.2010 16:55)

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