Rund um Biberach
Gerd Grafs Mühle schnurrt wie eine Katze

Von unserem Redakteur Tobias Kestin
Es ist eine historische Mühle. Deshalb laufen bestimmt viele Besucher beim ersten Mal an dem unscheinbar weißen dreistöckigen Gebäude vorbei und steuern das Gebäude gegenüber an. Die Faszination eröffnet sich erst, wenn der Besucher durch die Tür in das weiße Gebäude geht. Dort steht Müllermeister Gerd Graf mit seinem Kollegen und produziert das Dinkelmehl an jahrzehntealten Maschinen.
Gerd Graf huscht von einem Gerät zum anderen, guckt hier nach, dreht da an einer Schraube und zum Schluss kontrolliert er noch einmal den Mahlstein. Seine Mühle läuft, auch wenn es ein harter Job ist. „Eine Mühle ist wie eine Frau“, sagt er und lacht. „Wenn du dich um sie kümmerst, schnurrt sie. Aber wehe, du drehst ihr den Rücken zu.“ Mittlerweile hat er sich so an seine Mühle gewöhnt, dass er hört, wenn etwas nicht rund läuft.
Voll konzentriert bei der Arbeit
Als Beispiel zeigt er den Walzenstuhl. Eine Klappe oberhalb der Walzen dient zur Kontrolle. Der Holzrahmen samt Glasfenster ist mit zwei Bügeln befestigt. Durch die stete Vibration lockern sich die Bügel gemächlich. Graf oder sein Mitarbeiter müssen regelmäßig nachschauen. Denn von oben drücken zentnerweise Korn nach unten. „Wenn sich die Bügel lösen ist der Raum voll mit Dinkelkorn“, sagt Graf.
Den Dinkel, den er verarbeitet, kommt seit 1993 aus dem eigenen Anbau und von örtlichen Landwirten. Dinkel ist ein hochwertiges Lebensmittel, sagt Graf. Es enthält Eiweiße, Kohlenhydrate, Mineralien, Spurenelemente und Vitamine. „Wir haben Glück gehabt, dass einige Menschen auf Dinkelbrot setzen“, sagt Graf. Regelmäßig kommen sie in seine Mühle, um einen Sack zu kaufen. Außerdem gehört noch ein Memminger Bäcker zu seinem Kunden. In dem Mühlenladen gibt es aber auch Weizen- und Roggenmehl zu kaufen. Damit Korn zu Mehl wird, braucht die Mühle natürlich Energie, um die Maschinen zum Laufen zu bringen. Die liefert das 114 Jahre alte Wasserrad. Mit sieben Meter Durchmesser läuft das Rad rund um die Uhr. Wenn die Mühle mal nicht läuft, betreibt er mit der Kraft einen Generator. Der liefert rund 1,7 Kilowatt. Das ist nicht viel, sagt Graf. „Damit lässt sich ein Haarföhn betreiben – oder meine Mühle“, sagt er und lacht abermals.
Die Tannheimer Dinkelmühle ist übrigens nicht nur Produktionsstätte: Gerd Graf bietet – nach Anmeldung – auch Führungen an.
(Erschienen: 12.03.2010 09:35)

Von unserem Redakteur Tobias Kestin
Es ist eine historische Mühle. Deshalb laufen bestimmt viele Besucher beim ersten Mal an dem unscheinbar weißen dreistöckigen Gebäude vorbei und steuern das Gebäude gegenüber an. Die Faszination eröffnet sich erst, wenn der Besucher durch die Tür in das weiße Gebäude geht. Dort steht Müllermeister Gerd Graf mit seinem Kollegen und produziert das Dinkelmehl an jahrzehntealten Maschinen.
Gerd Graf huscht von einem Gerät zum anderen, guckt hier nach, dreht da an einer Schraube und zum Schluss kontrolliert er noch einmal den Mahlstein. Seine Mühle läuft, auch wenn es ein harter Job ist. „Eine Mühle ist wie eine Frau“, sagt er und lacht. „Wenn du dich um sie kümmerst, schnurrt sie. Aber wehe, du drehst ihr den Rücken zu.“ Mittlerweile hat er sich so an seine Mühle gewöhnt, dass er hört, wenn etwas nicht rund läuft.
Voll konzentriert bei der Arbeit
Als Beispiel zeigt er den Walzenstuhl. Eine Klappe oberhalb der Walzen dient zur Kontrolle. Der Holzrahmen samt Glasfenster ist mit zwei Bügeln befestigt. Durch die stete Vibration lockern sich die Bügel gemächlich. Graf oder sein Mitarbeiter müssen regelmäßig nachschauen. Denn von oben drücken zentnerweise Korn nach unten. „Wenn sich die Bügel lösen ist der Raum voll mit Dinkelkorn“, sagt Graf.
Den Dinkel, den er verarbeitet, kommt seit 1993 aus dem eigenen Anbau und von örtlichen Landwirten. Dinkel ist ein hochwertiges Lebensmittel, sagt Graf. Es enthält Eiweiße, Kohlenhydrate, Mineralien, Spurenelemente und Vitamine. „Wir haben Glück gehabt, dass einige Menschen auf Dinkelbrot setzen“, sagt Graf. Regelmäßig kommen sie in seine Mühle, um einen Sack zu kaufen. Außerdem gehört noch ein Memminger Bäcker zu seinem Kunden. In dem Mühlenladen gibt es aber auch Weizen- und Roggenmehl zu kaufen. Damit Korn zu Mehl wird, braucht die Mühle natürlich Energie, um die Maschinen zum Laufen zu bringen. Die liefert das 114 Jahre alte Wasserrad. Mit sieben Meter Durchmesser läuft das Rad rund um die Uhr. Wenn die Mühle mal nicht läuft, betreibt er mit der Kraft einen Generator. Der liefert rund 1,7 Kilowatt. Das ist nicht viel, sagt Graf. „Damit lässt sich ein Haarföhn betreiben – oder meine Mühle“, sagt er und lacht abermals.
Die Tannheimer Dinkelmühle ist übrigens nicht nur Produktionsstätte: Gerd Graf bietet – nach Anmeldung – auch Führungen an.
(Erschienen: 12.03.2010 09:35)

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Die Allgäu-Orient-Rallye ist ein Abenteuer für Autofans. Ohne Navi geht es querfeldein von Oberstaufen im Allgäu bis nach Baku, Aserbaidschan vom 28. April bis zum 15. Mai. Unter den 111 Teams ist auch das Team "Kilometermacher" mit Martina Schiller-Rall und Kilian Rall aus Biberach, Uwe Hartwig aus Baustetten, Rainer Kammerer aus Wain, Frank Vögtle aus Hohenfels und Holger Pfefferle aus Sigmaringen. Exklusiv für die SZ berichtet das Team während seiner Reise von seinen Erlebnissen.
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