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Coaching Zone soll Emotionen bremsen

Freidliche Fans wie hier in Bad Schussenried wünschen sich die Fußball-Verantwortlichen im Bezirk.
Freidliche Fans wie hier in Bad Schussenried wünschen sich die Fußball-Verantwortlichen im Bezirk.

Biberach / sz Neue Saison, neue Regeln. Ab sofort gibt es auch im Amateurfußball der Region eine Coaching Zone. Zusätzlich sollen Ordner und eine Begrüßung mit Handschlag der Gewalt auf den Plätzen vorbeugen. Von unserem MitarbeiterGünther Seidler

Die Gewalt auf den Sportplätzen hat in den unteren Fußball-Ligen in den vergangenen Jahren zugenommen. Trainer und Spieler gingen aufeinander los, Zuschauer mischten munter mit. Zudem wurden Schiedsrichter immer häufiger bedroht und attackiert.

Insgesamt gab es im Bereich des Württembergischen Fußball-Verbandes (WFV) allein in der vergangenen Saison mehr als 50 Spielabbrüche. „Die Zahl der Fälle ist zwar nicht unbedingt mehr geworden, aber die Intensität der Gewalt ist deutlich angestiegen, sagt WfV-Pressesprecher Heiner Baumeister. Und so waren sich die Bezirksvorsitzenden bei ihrer Tagung in Wangen im Allgäu schnell einig. „Wir müssen handeln, um die Sportplätze sicherer zu machen“, fasst Baumeister das Ergebnis der zusammen.

Der Lösungsansatz: die Einführung der so genannten Coaching Zone. Diese Zone gab es bislang nur von der Bundes- bis zur Oberliga. Ab der neuen Saison gibt es nun auch für Trainer und Offizielle im unteren Amateurbereich einen markierten Raum um die Ersatzbank, den sie während des Spiels nicht verlassen dürfen.

„Viele Trainer haben versucht, den Schiedsrichter durch ihr Verhalten am Spielfeldrand zu beeinflussen, und sind dort zum Teil tobend hoch-und runtergerannt“, sagt Baumeister. Und sein Kollege beim WFV, Jose Macias, ergänzt: „Die Stimmung emotionsgeladener Trainer kann sich leicht auf den Schiedsrichter und die Zuschauer übertragen. Dies gilt es zu verhindern.“ Daher können die Schiedsrichter Funktionäre, die sich daneben benehmen oder die Coaching-Zone ohne Erlaubnis verlassen, umgehend hinter die Barriere verwiesen werden.

Die Technische Zone soll sechs Meter breit und mindestens zehn Meter von der Mittellinie entfernt sein. Da der Raum zwischen Seitenlinien und Barrieren oder Banden gerade in den unteren Ligen auf vielen Sportplätzen begrenzt ist, muss die Linie der Coaching-Zone nicht zwingend mit Farbe oder Kreide gestreut werden. In diesen Fällen reichen auch Hütchen als Markierung aus.

„Das müssen die Vereine für sich entscheiden“, sagt Baumeister, „sie müssen jedenfalls ihr Sportgelände deswegen nicht umbauen“.

Das an der Neuerung zuletzt Kritik aufkam, kann der WfV-Mitarbeiter nicht verstehen. „Die Leute vergessen schnell, dass der Wunsch nach mehr Sicherheit auf dem Platz von der Basis, als von den Vereinen selbst, kam“, sagt er und weist auf den Bayerischen Fußball-Verband (BFV) hin. „Dort gibt es die Coaching-Zone im Amateurbereich seit zwei Jahren. Und da haben wir nur Positives gehört.“

Die Coaching-Zone ist nicht die einzige Neuerung für die Amateurfußballteams. Künftig begrüßen sich beide Mannschaften und der Unparteiische vor dem Spiel per Handschlag.

Zudem müssen die Vereine bei Heimspielen der Herren, Frauen sowie der A- und B-Jugend mindestens zwei Platzordner stellen. Diese Platzordner sind verpflichtet, Signalwesten zu tragen. Damit keine Kosten entstehen, bekommen die Vereine die Signalwesten vom WfV zugesandt.

Zunächst wird der WFV nur Ermahnungen aussprechen, falls die Heimmannschaften gegen die Richtlinien verstoßen. Ab Januar erhalten die Vereine Geldstrafen.

(Erschienen: 17.08.2010 15:15)

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