Stadtnachrichten Bad Schussenried
Im Kurpark schweigt die Kettensäge
Am Rosenmontag hatten Arbeiter damit begonnen, einzelne Bäume im Kurpark zu fällen – überwiegend aus pflegerischen Gründen, aber auch, um den Bereich in den ausgewiesenen Baufenstern am Randbereich des Parks zu lichten. Es gehe darum, die ohnehin anstehenden Fällarbeiten aus Kostengründen „in einem Aufwasch“ mit den Pflegemaßnahmen zu erledigen, sagte Bürgermeister Achim Deinet gegenüber der SZ.
Noch ist das planungsrechtliche Verfahren für den Bebauungsplan Alpenstraße/Am Kurpark allerdings nicht abgeschlossen. Nach der Zustimmung des Gemeinderats liegt der Entwurf derzeit im Rahmen einer vorgezogenen Bürgerbeteiligung im Rathaus aus. Und auch das Biberacher Landratsamt als Genehmigungsbehörde hat seine Stellungnahme noch nicht abgebeben.
„Das kann das Landratsamt auch nicht, da die erforderlichen Unterlagen dazu fehlen“, erklärte Sprecher Bernd Schwarzendorfer gestern auf Nachfrage der SZ. Unter anderem stehe die Habitat-Potenzialanalyse aus, also die Untersuchung darüber, ob Brutplätze und Lebensräume geschützter Arten betroffen sind und der Bebaungsplan möglicherweise gegen das Bundesnaturschutzgesetz verstößt.
Gestern haben sich zudem Vertreter des Amts für Bauen und Naturschutz des Landratsamts ein Bild von den Maßnahmen im Kurpark gemacht. Zehn Bäume innerhalb des geplanten Baugebietes seien bereits gefällt worden, berichtet der Landratsamtssprecher. Zudem seien noch gut ein Dutzend weiterer Bäume betroffen. Sie werden wohl vorerst noch stehen bleiben. „Das Landratsamt wird die Stadt nun bitten, die notwendige Untersuchung nachzureichen“, so Schwarzendorfer, „und auf weitere Fällungen zu verzichten.“
Wie die Stadtverwaltung auf den Hinweis des Landratsamts reagiert, ist bislang nicht bekannt. Für eine anschließende Stellungnahme war Bürgermeister Achim Deinet bis Redaktionsschluss nicht zu erreichen. Allerdings dürfte eine Unterbrechung die Pläne der Stadtverwaltung erheblich durchkreuzen. In einem vorherigen Gespräch hatte Deinet den raschen Beginn der Maßnahmen damit begründet, dass das Fällen der Bäume aus naturschutzrechlichen Gründen nur bis 1. März erlaubt sei. Werden die Arbeiten bis dahin nicht erledigt, muss die Kettensäge bis zum Oktober ruhen. „Das heißt, dass wir ein Jahr verlieren“, so Deinet.
Darauf deuten derzeit jedoch alle Zeichen hin. Denn dass die Stellungnahme des Landratsamts noch bis Ende Februar erfolgt, ist laut Sprecher Schwarzendorfer sehr unwahrscheinlich.
(Erschienen: 22.02.2012 20:10)
Am Rosenmontag hatten Arbeiter damit begonnen, einzelne Bäume im Kurpark zu fällen – überwiegend aus pflegerischen Gründen, aber auch, um den Bereich in den ausgewiesenen Baufenstern am Randbereich des Parks zu lichten. Es gehe darum, die ohnehin anstehenden Fällarbeiten aus Kostengründen „in einem Aufwasch“ mit den Pflegemaßnahmen zu erledigen, sagte Bürgermeister Achim Deinet gegenüber der SZ.
Noch ist das planungsrechtliche Verfahren für den Bebauungsplan Alpenstraße/Am Kurpark allerdings nicht abgeschlossen. Nach der Zustimmung des Gemeinderats liegt der Entwurf derzeit im Rahmen einer vorgezogenen Bürgerbeteiligung im Rathaus aus. Und auch das Biberacher Landratsamt als Genehmigungsbehörde hat seine Stellungnahme noch nicht abgebeben.
„Das kann das Landratsamt auch nicht, da die erforderlichen Unterlagen dazu fehlen“, erklärte Sprecher Bernd Schwarzendorfer gestern auf Nachfrage der SZ. Unter anderem stehe die Habitat-Potenzialanalyse aus, also die Untersuchung darüber, ob Brutplätze und Lebensräume geschützter Arten betroffen sind und der Bebaungsplan möglicherweise gegen das Bundesnaturschutzgesetz verstößt.
Gestern haben sich zudem Vertreter des Amts für Bauen und Naturschutz des Landratsamts ein Bild von den Maßnahmen im Kurpark gemacht. Zehn Bäume innerhalb des geplanten Baugebietes seien bereits gefällt worden, berichtet der Landratsamtssprecher. Zudem seien noch gut ein Dutzend weiterer Bäume betroffen. Sie werden wohl vorerst noch stehen bleiben. „Das Landratsamt wird die Stadt nun bitten, die notwendige Untersuchung nachzureichen“, so Schwarzendorfer, „und auf weitere Fällungen zu verzichten.“
Wie die Stadtverwaltung auf den Hinweis des Landratsamts reagiert, ist bislang nicht bekannt. Für eine anschließende Stellungnahme war Bürgermeister Achim Deinet bis Redaktionsschluss nicht zu erreichen. Allerdings dürfte eine Unterbrechung die Pläne der Stadtverwaltung erheblich durchkreuzen. In einem vorherigen Gespräch hatte Deinet den raschen Beginn der Maßnahmen damit begründet, dass das Fällen der Bäume aus naturschutzrechlichen Gründen nur bis 1. März erlaubt sei. Werden die Arbeiten bis dahin nicht erledigt, muss die Kettensäge bis zum Oktober ruhen. „Das heißt, dass wir ein Jahr verlieren“, so Deinet.
Darauf deuten derzeit jedoch alle Zeichen hin. Denn dass die Stellungnahme des Landratsamts noch bis Ende Februar erfolgt, ist laut Sprecher Schwarzendorfer sehr unwahrscheinlich.
(Erschienen: 22.02.2012 20:10)
































