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Stadtnachrichten Bad Schussenried

Gemeinderat Hochdorf möchte Bereiche bei Scharben und Wettenberg als mögliche Standorte vorschlagen

Von Annette Grüninger

Hochdorf In Hochdorf fallen zwei günstige Voraussetzungen für die Windenergie zusammen: Die politische Wetterlage ist entspannt, der Gemeinderat des Bioenergiedorfs steht dieser erneuerbaren Energieform aufgeschlossen gegenüber. Gleichzeitig scheint auch die Lage des Gemeindegebiets vielversprechend – so vielversprechend, das die Hochdorfer Räte nun gleich zwei mögliche Standorte für Windräder in Betracht ziehen.

Den Bereich bei Wettenberg hatte der Regionalverband Donau-Iller bereits früher ins Auge gefasst. Das auf knapp 650 Metern Höhe gelegene Gebiet an der Gemarkungsgrenze zur Gemeinde Ummendorf besitzt eine Windhöffigkeit von 5,75 Metern pro Sekunde.

Der Wert bezeichnet die Untergrenze, ab dem der Regionalverband überhaupt von lohnenden Windverhältnissen ausgeht. Deshalb waren in der Vergangenheit auch nur diese Flächen untersucht worden. Da die neue Landesregierung das Thema Windkraft forciert, hat die Verwaltungsgemeinschaft Biberach das Stadtplanungsamt nun mit einer weiteren Untersuchung beauftragt, inwieweit geeignete Flächen für Windräder vorhanden sind. Maßgeblich ist hier neben der Windhöffigkeit auch die Lage, etwa ein notwendiger Abstand zu bebauter Fläche von 500 (Außenbereich) beziehungsweise 800 Meter.

Demnach komme auch der Bereich nordöstlich von Scharben als zusätzlicher Standort in Betracht, erklärte Elke Fischer vom Stadtplanungsamt in der öffentlichen Gemeinderatssitzung am Dienstagabend. Der auf rund 600 Metern Höhe gelegene Bereich weist eine Windhöffigkeit von 5,5 Metern pro Sekunde auf.

„Positive Einstellung“

Nach eingehender Beratung beschloss der Gemeinderat einstimmig, auch diese Fläche dem Regionalverband vorzuschlagen. „Weil wir ein Bioenergiedorf sind, haben wir natürlich eine positive Einstellung gegenüber erneuerbaren Energien“, kommentierte Bürgermeister Klaus Bonelli den Beschluss auf Nachfrage der SZ: „Schlussendlich müssen wir uns aber trotzdem mit diesem Thema separat befassen.“ Allerdings könne man sich dem Thema Windkraft durch den geplanten Ausstieg aus der Atomenergie „nicht verschließen“.

Die vorgeschlagenen Flächen sollen nun bei der Fortschreibung des Regionalplans Donau-Iller eingearbeitet werden. Nach einem formalen Anhörungsverfahren ist voraussichtlich erst Ende dieses Jahres mit einem Feststellungsbeschluss zu rechnen. Bis die ersten Windräder bei Wettenberg und Scharben errichtet werden, wird also noch etwas Zeit verstreichen.

(Erschienen: 02.02.2012 00:00)

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