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Ravensburg
Bayern

Warum eine Verharmlosung von Wölfen gefährlich ist

Ravensburg/Lindberg sz Der legale Abschuss zweier entlaufener Wölfe im Nationalpark Bayerischer Wald hat unter Tierschützern, aber auch unter den ehrenamtlichen Waldführern in der Region für Empörung gesorgt. War es wirklich nötig, scharf auf die Tiere zu schießen?

Ervin Kraus, Wolfsbeauftragter in Rheinland-Pfalz, hat bei einem Forschungsprojekt in Rumänien selbst Wölfe, Bären und Luchse mit Lebendfallen gefangen, aus nächster Nähe betäubt und mit Sendehalsbändern ausgestattet. Der Forstwirt erklärt im Interview mit schwäbische.de, warum eine Betäubung so schwierig ist und warnt gleichzeitig vor einer „Verharmlosung“ des Wolfes.

Zwei entlaufene Wölfe wurden erschossen, weil zuvor der Einsatz von Fallen und Narkosegewehren gescheitert war. Hatten die Suchtrupps in Bayern womöglich zu wenig Erfahrung im Umgang mit ihrer Ausrüstung?

Bei der Betäubung von Wölfen aus der Distanz gibt es zwei Probleme: Sobald das Tier getroffen wird, fällt es nicht einfach um. Bis die Betäubung einsetzt, vergehen mehrere Minuten. In dieser Zeit geht der Wolf entweder auf dich los oder er läuft weg. Und wenn er erst mal weg ist, ist er ohne Sendehalsband nur schwer wiederzufinden – selbst mit speziell ausgebildeten Hunden, von denen es in Deutschland allerdings nur wenige gibt.

Amateur-Video zeigt entlaufene Wölfe

Also hat die Naturparkleitung richtig gehandelt?

Ich kann verstehen, dass man in einem solchen Fall den Schutz der Menschen über den Schutz der Tiere gestellt hat, zumal es sich bei den erschossenen Wölfen in Bayern um Gehegetiere handelt. Zwar hätten die Wölfe keine Jagd auf Menschen gemacht. Aber sie waren gewohnt, regelmäßig von Menschen gefüttert zu werden. Deshalb haben sie auch deren Nähe gesucht.

Ende September wurde eine 63-jährige Britin bei einer Wanderung in Griechenland wohl von Wölfen getötet, im Bayerischen Wald kam es zuletzt 1976 zu einem Zwischenfall, als ein Kind von einem ausgerissenen Wolf gebissen wurde. Ist der Wolf wirklich so harmlos, wie es uns Tierschützer immer wieder erzählen?

Menschen sind nicht Teil seines Beutespektrums. Nur wenn der Mensch das aktiv ändert, zum Beispiel durch Füttern, verliert selbst ein wildlebender Wolf die Scheu vor Menschen. Anders ist es bei Jungtieren: Die laufen auch schon mal aus Neugier Spaziergängern hinterher.

Und wie verhalte ich mich als Spaziergänger in einem solchen Fall?

Laut mit dem Tier reden und es fest im Blick behalten. Auf jeden Fall nicht wegrennen oder aktiv auf den Wolf zugehen. Wenn er sich nicht sofort wegbewegt, kann man auch mit den Händen fuchteln oder einen Stock in die Hand nehmen.

Wenn das Zusammenleben von Wolf und Mensch weitgehend problemlos möglich ist, warum ist dann die Wut bei Waldbesitzern und Jägern so groß?

Das hat mehrere Gründe. Es gibt zum einen die Befürchtung, dass die Wildtiere ihr Verhalten ändern und durch den Wolf scheuer werden. Für Jäger dürfte es schwieriger werden, Wild zu erlegen. Dann gibt es noch die Hardliner, die sagen, dass wir den Wolf im dicht besiedelten Mitteleuropa nicht umsonst ausgerottet haben. Ich glaube aber, dass der Großteil der Jäger vernünftig ist und weniger ein Problem mit dem Wolf selber hat, als vielmehr mit der Verharmlosung und Vermenschlichung des Tieres durch einige Tierschützer und Medien.

Verharmlosung?

Der Wolf wird vermenschlicht, indem manche Tierschützer zum Beispiel den Begriff „Willkommenskultur“ benutzen, wenn sie für die Akzeptanz des Wolfs werben. Das führt zu einer gewissen Verharmlosung des Tieres – und in der Natur kann das nur schiefgehen, das wissen die Jäger. Denn wenn Menschen nicht mehr respektieren, dass Wölfe Wildtiere sind, kommt es genau zu den genannten Zwischenfällen.

Die Jäger wissen auch, dass der Wolf nach deutschem und europäischen Recht geschützt ist. Trotzdem gibt es immer mehr illegale Abschüsse von Wölfen wie unlängst am Schluchsee. Helfen höhere Strafen?

Als Wolfsbeauftragter würde ich sagen, am ehesten hilft Information. Andererseits ist es halt nicht mehr wie früher, dass ein Wilderer ohne Jagdschein in den Wald spaziert und Wölfe schießt. Diejenigen, die heute illegal Jagd auf geschützte Wildtiere machen, sind sehr wohl informiert. Sie wissen genau, dass sie eine Straftat begehen. Trotzdem legen sie’s drauf an.

Ihr Kommentar zum Thema
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@ 5:
Und jetzt, was bringt diese "Erkenntnis".

Wir sind es inzwischen gewohnt, dass es keine potentiell gefährlichen Tiere in unserer Natur gibt. Tollwut ist kein Tier! Wenn sich das ändert, müssen sich auch Menschen die sich in der Natur aufhalten, daran anpassen.
Und was die ausgebüxten Wölfe angeht - da sehe ich in der Tat keine andere Möglichkeit als einen scharfen Schuss. Betäubungsmunition mit GPS... Wie soll das gehen? Das Projektil fliegt wohl kaum zielsicher wo es hin soll. Vorteil: Man findet es dann wenigstens wieder! Und selbst wenn es trifft: ein verwundetes Tier ist nicht berechenbar.

Ich schreibs nochmal, der Mensch macht diesen Planeten kaputt.

Die Tollwut, in den 70er Jahren hat man schon versucht diesem Thema....

Wissen Sie was Widltiere, sind keine Kuscheltiere,

das erklärt Ihren geistigen Horizont, definitiv. mehr

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Ich sehe die Verharmlosung durchaus kritisch. Wildtiere sind keine Kuscheltiere. Dass Wildtiere nicht umsonst "Wild" vorne stehen haben, geht m. E. oft vergessen. Von mir aus kann der Wolf kommen, auch wenn es für mich Einschränkungen haben könnte. Aber die natürliche Scheu muss erhalten sein und darf nicht durch Fütterungen oder dergleichen reduziert werden. Wie bei einem Kind - wenn es lernt, dass man was "anstellen" kann, wird die nächste Aktion größer sein. Wenn es hingegen ab einem gewissen Punkt Konsequenzen hat, wird diese Grenze respektiert. "Konsequenz" heißt in diesem Zusammenhang nicht zwangsläufig scharfer Schuss, es kann auch Gummischrot oder ähnliches sein - das bleibt im Gedächtnis!
Wir sind es inzwischen gewohnt, dass es keine potentiell gefährlichen Tiere in unserer Natur gibt. Tollwut ist kein Tier! Wenn sich das ändert, müssen sich auch Menschen die sich in der Natur aufhalten, daran anpassen.
Und was die ausgebüxten Wölfe angeht - da sehe ich in der Tat keine andere Möglichkeit als einen scharfen Schuss. Betäubungsmunition mit GPS... Wie soll das gehen? Das Projektil fliegt wohl kaum zielsicher wo es hin soll. Vorteil: Man findet es dann wenigstens wieder! Und selbst wenn es trifft: ein verwundetes Tier ist nicht berechenbar. mehr

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Warum eine Verharmlosung von Wölfen gefährlich ist?

Selten so einen Mist gelesen.
Der Mensch zerstört und vernichtet und das Alles nur für den schnöden Mammon.

Da gibts mal gar keine Rechtfertigung.
So ist das.

:(( mehr

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Zitat: ...Wolfsbeauftragter in Rheinland-Pfalz, hat bei einem Forschungsprojekt in Rumänien......
Daraus entnehme ich den zitirten Experten. Quellen (Forschungsgelder) wollen gepflegt werden, sonst versiegen sie. Siehe auch Klimawandel und vieles mehr. Man folge den Spuren des Geldes. Man gelangt immer in den Geldschrank des Puppenspielers der von dort aus die Fäden zieht. mehr

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Liebe Redaktion, ich würde eher sagen "warum falsche und nicht korrekt recherchierte Berichterstattung gefährlich ist...". Sie schüren hiermit nur weiter die Ängste von Menschen, die von Wölfen nichts wissen. Oder wie nennen sie das. Der BBC hat bereits am 25.09.17 berichtet " A British woman has died in northern Greece having apparently been attacked by a pack of stray dogs". Was also versuchen sie hier? Wenn es ihnen um korrekte Berichterstattung ginge, hätten sie das Telefonat der Frau, indem sie von streunenden Hunden berichtete nicht ignoriert. Ferner hätten sie ihren Bericht zur angeblichen Aufklärung der Bevölkerung erst nach DNA Ergebnissen gebracht. Das ist übelst! mehr

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Wie kommt die Schwäbische dazu einfach zu behaupten, die "Britin wurde bei einer Wanderung in Griechenland von Wölfen getötet"? Das ist nicht nur nicht bewiesen sondern höchst unwahrscheinlich. In ihrem Notruf hatte sie selber von streunenden Hunden gesprochen und Experten stimmen dieser Vermutung zu. Nur weil ein Landwirtschaftsminister Schmidt sich auf die zweifelhaften Vermutungen eines Gerichtsmediziners beruft und diese opportunistisch für seine Antiwolf-Ziele verwendet?
Sowas finden wir iin unser Facebookgruppe "Schützt die Wölfe" höchst unkorrekt. mehr

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