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Pleite: Wie viel hat Schlecker beiseite geschafft?

Anton Schlecker
Anton Schlecker muss sich vor Gericht verantworten.
Stefan Puchner/Archiv

Ehingen AFP Der einstige Drogeriemarktkönig Anton Schlecker und seine Familie sollen einem Bericht zufolge in Zusammenhang mit der Pleite der Kette mehrere Millionen Euro beiseite geschafft haben.

Aus der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Stuttgart für den am Montag beginnenden Prozess geht hervor, dass es mehr als 26 Millionen Euro waren, berichtete die „Wirtschaftswoche“. Von 68 Millionen Euro schreibt „Spiegel Online“ und beruft sich auf das Finanzamt Ehingen. 

Allein 16 Millionen Euro sollen dem Zugriff der Gläubiger entzogen worden sein, indem Anton Schlecker sie durch überteuerte Verträge mit dem Logistikunternehmen LDG an seine Kinder verschob. Der Sohn und die Tochter waren Gesellschafter der LDG. In der Auflistung der Staatsanwaltschaft tauchen daneben laut „Wirtschaftswoche“ unter anderem Schenkungen an Schleckers Enkelkinder, Beraterhonorare an seine Frau und eine Gewinnausschüttung der LDG auf.

Schleckers Anwalt Norbert Scharf sagte der „Wirtschaftswoche“, die in der Anklageschrift aufgeworfenen Fragen „betreffen einen umfangreichen, komplexen und rechtlich schwer einzuordnenden Sachverhalt aus der Historie der Firma“. Daher verböten sich voreilige Festlegungen.

Der Prozess gegen Anton Schlecker, seine Frau, seine beiden Kinder und zwei Wirtschaftsprüfer beginnt am Montag vor dem Stuttgarter Landgericht. Schlecker, die einst größte Drogeriemarktkette Deutschlands, hatte im Januar 2012 Insolvenz angemeldet. Rund 25.000 Beschäftigte verloren durch die Pleite ihren Arbeitsplatz. Das Insolvenzverfahren läuft weiterhin und wird laut Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz noch mehrere Jahre dauern.

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