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Baden-Württemberg

CDU und AFD punkten bei Nicht-Akademikern

Stuttgart dpa Die Südwest-CDU ist die Partei des ländlichen Raums, die Grünen punkten in urbanen Gebieten, die AfD schneidet in Regionen mit niedrigem Akademikeranteil besser ab. Solche Zusammenhänge stellt das Statistische Landesamt fest, das die Südwest-Ergebnisse der Bundestagswahl beleuchtet hat:

Wahlbeteiligung: Sie lag am Sonntag in Baden-Württemberg bei 78,3 Prozent und damit 4 Prozentpunkte über dem Wert von 2013. Am eifrigsten gingen die Menschen in den Wahlkreisen Stuttgart I (82,7 Prozent), Heidelberg (82,2) und Freiburg (81,4) — alle drei Hochburgen der Grünen und Linken — zur Abstimmung. Dagegen fiel die Wahlbeteiligung in Mannheim mit 73 Prozent am niedrigsten und mit 75,8 Prozent im Wahlkreis Offenburg am zweitniedrigsten aus. 61 507 Wähler (0,8 Prozent) gaben einen ungültigen Stimmzettel ab.

Ländliche Gebiete: Dort errang die CDU überdurchschnittliche Stimmenanteile von 38,2 Prozent. In urbaneren Regionen kam sie nur auf 30 Prozent. Derselbe Trend zu höheren Werten bei geringer Bevölkerungsdichte ist bei der AfD zu beobachten — während SPD, Grüne, FDP und Linke in den urbaneren Regionen besser abschneiden.

Bildung: Die CDU erzielte in Gebieten mit niedrigem Akademikeranteil ein besonders gutes Ergebnis (38,2 Prozent). Auch die AfD stand in Wahlkreisen, die von geringeren Bildungsabschlüssen geprägt sind, besser da — während SPD, Grüne, FDP und Linke von hoher Akademikerdichte profitierten.

Arbeitslosigkeit: In Gebieten mit niedriger Arbeitslosigkeit erfreute sich die CDU mit 36,5 Prozent der Zweitstimmen größerer Beliebtheit als in Regionen mit hoher Arbeitslosenquote, wo sie nur auf 29,1 Prozent kam. Dagegen schnitten SPD, Grüne und Linke bei höherer Arbeitslosigkeit besser ab als bei niedriger.

AfD: Die AfD im Südwesten erzielte mit 12,2 Prozent hinter Bayern (12,4 Prozent) das zweitbeste Ergebnis in einem westdeutschen Flächenland. Hochburg ist Heilbronn mit 16,4 Prozent, gefolgt von Pforzheim (16,3 Prozent). In zwei Pforzheimer Stimmbezirken verwies die AfD die CDU auf die zweiten Plätze. Nur in vier von 38 Wahlkreisen erreichte die AfD kein zweistelliges Zweitstimmenergebnis - in Stuttgart I, Heidelberg, Freiburg und Waldshut.

Gemeindegröße: Mit abnehmender Einwohnerzahl einer Kommune wächst der Stimmenanteil der CDU. In Gemeinden mit weniger als 10 000 Einwohnern lagen die Christdemokraten mit 38,2 Prozent deutlich über ihrem landesweiten Ergebnis von 34,4 Prozent. In Großstädten ab 100 000 Einwohnern unterschritt die CDU mit 28,1 Prozent ihren Landeswert am deutlichsten. Bei SPD, Linken und Grünen verhielt sich das umgekehrt.

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