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Baden-Württemberg

Bergung von Unglücksflugzeug im Bodensee glückt

Konstanz sz/dpa Nach dem gescheiterten ersten Anlauf haben Experten im Bodensee vor Konstanz in einem zweiten Anlauf ein großes Rumpfteil des am Vortag abgestürzten Kleinflugzeugs geborgen.

Mit einem Kran des Technischen Hilfswerks (THW) an Bord der Autofähre Fontainebleau wurde seit Mittwochmittag versucht, die in rund 60 Meter Tiefe liegende Maschine vom Typ Piper Malibu an die Oberfläche zu holen.

Taucher der Kantonspolizei Thurgau (Schweiz) wurden dafür eingesetzt, das Wrack am Bodenseegrund am Seil des Krans zu befestigen. Nach mehreren Anlaufversuchen wurde der Rumpf der Unglücksmaschine aus dem Wasser gezogen.

Das mutmaßliche Rumpfteil mit Teilen des Fahrwerks des Kleinflugzeugs war allerdings vollkommen zerstört und kaum noch als Flugzeug erkennbar.

Flugzeug zerschellt im Bodensee

Flugroute der Unglücksmaschine

Nur Minuten, nachdem das Wrack gehoben war, riss deshalb auch ein Großteil des Flugzeugs auseinander und fiel ins Wasser zurück. „Wir haben die Fähre mit dem Kran aus diesem Grund in flacheres Wasser von nur zehn Metern Tiefe gefahren“, sagte Polizeisprecher Jens Purath nach dem missglückten ersten Bergungsversuch gegenüber der Schwäbischen Zeitung.

Aus dem seichteren Wasser gelang es dann, das Flugzeugwrack erneut zu heben und an Bord der Fähre zu bringen. „Bis auf Weiteres sind die Bergungsarbeiten damit abgeschlossen“, so Purath.

An der Bergung waren auch Kräfte der Wasserschutzpolizei sowie Experten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) beteiligt. Sie müssen nun mit der Spurensuche beginnen und herausfinden, warum die Propellermaschine vom Typ Piper Malibu abstürzte.

Polizeiboote sperrten den Bereich der Absturzstelle im Wasser im Umkreis von rund 200 Metern ab. Zur Überwachung der Arbeiten wurden auch Polizeihubscharauber eingesetzt. Rund um die Bergungsstelle wurde ein Bannkreis von 200 Metern festgelegt, den Schiffe und Boote meiden müssen. 

Am Vortag hatten die Einsatzkräfte ihre Arbeit an der Absturzstelle unweit von Konstanz wegen schlechten Wetters abbrechen müssen. Laut Polizei ist der Bodensee in dem Gebiet etwa 60 Meter tief — das hatte es Tauchern schwer gemacht, das Wrack zu erreichen.

Nach Angaben der Feuerwehr ist bei dem Unglück nur wenig Treibstoff ausgelaufen — auch die Polizei geht nach wie vor davon aus, dass keine Gefahr für die Umwelt besteht. Das Bodenseegebiet vor dem Konstanzer Stadtteil Litzelstetten ist nach Angaben des Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) ein Naturschutzgebiet.

Identität geklärt

Wie die Polizei am Abend mitteilte, sei die Identität des zweiten Opfers mittlerweile geklärt. Demnach handle es sich beim zweiten Passagier um die 75-jährige Partnerin des Piloten. 

Sie sei, genau wie der Pilot, aus der Schweiz und auf dem Weg von Zürich nach Hamburg gewesen. Aus bislang unbekannten Gründen stürzte das Flugzeug gegen 12.00 Uhr nordöstlich der Insel Mainau in den dort etwa 50 Meter tiefen Bodensee.

Aufgrund der vorgefundenen Trümmerteile sowie der vorgefundenen Spuren an der Unglückstelle gehen die Ermittlungsbehörden derzeit davon aus, dass die Flugzeuginsassen den Absturz nicht überlebt haben. Beide Personen konnten bislang aber nicht aufgefunden werden. 

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