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Ravensburg
Baden-Württemberg

Asyl-Quoten unterscheiden sich stark

BAMF hinkt Zielen hinterher
„Asyl“-Schild an der Landeserstaufnahme für Asylbewerber in Karlsruhe. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hinkt einigen fürs laufende Jahr gesteckten Zielen hinterher.
Uli Deck

Berlin/Ravensburg csh Die Anerkennungsquoten für Asylsuchende unterscheiden sich stark von Bundesland zu Bundesland.

Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken-Abgeordneten Ulla Jelpke hervor. Demnach war die Schutzquote von Flüchtlingen aus dem Irak in den ersten sechs Monaten dieses Jahres in Bremen mit 93,7 Prozent fast doppelt so hoch wie in Bayern, wo die Quote bei 48,4 Prozent lag. In Baden-Württemberg erhielten 52,6 Prozent der Flüchtlinge Schutz. Auch bei den Entscheidungen über die Anträge von Afghanen und Iranern zeigten sich große Unterschiede.

So lag die Spannbreite der positiven Asylbescheide bei Antragstellern aus Afghanistan zwischen 30,9 Prozent (Brandenburg) und 65 Prozent (Bremen), wie es hieß. In Baden-Württemberg lag die Quote bei 40,9 Prozent. Bei Asylbewerbern aus dem Iran lag die Schutzquote zwischen 37,6 Prozent (Bayern) und 85 Prozent (Bremen). Die Schutzquoten von syrischen Asylbewerbern lagen dagegen in allen Bundesländern über 99 Prozent.

Je nach Herkunftsregion wird vielen Antragstellern allerdings kein Schutz nach der Genfer Flüchtlingskonvention oder Asylstatus aufgrund politischer Verfolgung gewährt. Dies trifft etwa in Baden-Württemberg nur auf 33,6 Prozent der Schutzsuchenden zu. In Bayern sind es 38,3 Prozent (siehe Karte). Hier greift in vielen Fällen subsidiärer Schutz, weil den Menschen in Kriegsgebieten ernsthafte Gefahr droht.

So häufig werden Flüchtlinge und Asylsuchende anerkannt

Jelpke zeigte sich angesichts der Zahlen besorgt: „Es ist nicht zu leugnen: Es gibt in den Bundesländern sehr unterschiedliche Anerkennungsquoten, ohne dass plausible Erklärungen hierfür ersichtlich wären“, sagte sie den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Es darf aber nicht sein, dass afghanische Flüchtlinge beispielsweise in Brandenburg oder Bayern nur etwa halb so große Chancen auf einen Schutzstatus haben wie in Bremen.“

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