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Absturz in Bodensee: Wohl beide Insassen tot

Konstanz dpa Ein Kleinflugzeug ist vor Konstanz in den Bodensee gestürzt. Wie ein Polizeisprecher sagte, sank die einmotorige Maschine am Dienstag gegen 12 Uhr etwa 200 Meter nordöstlich der Insel Mainau. Nach bisherigen Erkenntnissen war das Flugzeug mit zwei Personen besetzt.

Ein Sprecher der Feuerwehr berichtete, dass bereits Leichenteile gefunden worden seien. Feuerwehrsprecher Christopher Kutschker und ein Polizeisprecher vor Ort gingen davon aus, dass beide Insassen tot sind.

Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und DLRG eilten zu der Absturzstelle. Ein Hubschrauber der Bundespolizei flog über dem Bereich, um zu sehen ob sich möglicherweise Kerosin im Bodensee ausbreitet. Die Wasserschutzpolizei war mit einem Tauchroboter im Einsatz. Anhand dessen Aufzeichnungen sollte entschieden werden, wie die Maschine zu bergen ist.

Aufgrund einer aktuellen Starkwindwarnung für den westlichen Teil des Bodensees müssen die Such- und Bergungsmaßnahmen unterbrochen werden. Die Bergung werde voraussichtlich am Mittwoch fortgeführt, je nach Wetterlage. 

Platz für sechs Passagiere

Bei dem Flugzeug soll es sich um ein einmotoriges Kleinflugzeug vom Typ "Piper Malibu Mirage" mit etwa sechs Sitzen gehandelt haben. Sitze und Räder sollen auf dem Wasser entdeckt worden sein. Ein Sprecher der Feuerwehr berichtete, dass bereits Leichenteile gefunden worden seien. 

Aktuell werde man unter anderem auch die Funksprüche auswerten. Unklar sei, ob der Pilot einen Notruf abgesetzt habe, so ein Polizeisprecher gegenüber der "Schwäbischen Zeitung".Die Feuerwehr Konstanz berichtet in einem Tweet, dass Treibstoff und Wrackteile auf dem See liegen. Sie versucht offenbar, den Treibstoff aufzufangen um eine Verschmutzung des Sees einzudämmen.

Augenzeuge schildert Geschehnisse

Wie ein Augenzeuge der "Schwäbischen Zeitung" berichtete, sei er mit dem Boot auf dem See gewesen, als das Flugzeug in zirka 700 Metern Höhe ins Trudeln geraten war, nachdem es einen Looping geflogen hat.Anschließend sei es dem Piloten wohl nicht mehr gelungen, die Maschine zu stabilisieren. Wie der Augenzeuge weiter berichtete, seien Teile der Tragfläche abgerissen, kurz vor dem Aufprall sei auch Rauch aus der Maschine gekommen.

Wetterturbulenzen

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) wurde in den Flugwetterkarten vom Dienstag darauf hingewiesen, dass es - bedingt durch Fallwinde in den Alpen - moderate Turbulenzen über dem Bodensee geben kann. Damit seien zum Beispiel schnelle Windänderungen gemeint, erklärte ein DWD-Sprecher.

Am Boden habe laut Aufzeichnungen der Wetterstation Konstanz „normales, unspektakuläres Wetter“ geherrscht mit schwachen Windgeschwindigkeiten und ohne Niederschlag.

Von einem Jugendzeltlager in Konstanz aus haben laut Polizeiangaben Kinder und Jugendliche den Sturzflug gesehen und den Aufprall gehört. Wegen der Bäume am Ufer hätten sie aber keinen Sichtkontakt im Moment des Aufpralls gehabt, so ein Polizeisprecher. Sie werden derzeit dennoch psychologisch betreut.

Auf der international bekannten Blumeninsel Mainau im Bodensee konnte man den Vorfall nach Angaben der Pressestelle der Inselverwaltung nicht sehen. Die Nordseite der Insel sei bewaldet und nicht für Besucher zugänglich, sagte eine Pressesprecherin.

Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung in Braunschweig hat ihre Fachleute vor Ort geschickt. Nach Angaben eines Sprechers werden sie nach Möglichkeit bei Erkundungen der Absturzstelle mit dem Boot dabei sein. Sollte das Flugzeug geborgen werden, untersuchen es die Experten. Auch Wetterdaten vom Unfallort werten sie aus.

Zur Klärung der genauen Absturzursache bittet die Polizei Zeugen, die Bildaufnahmen vom Geschehen gemacht haben, diese Daten auf der Plattform der Polizei zur Verfügung zu stellen. Sonstige sachdienliche Hinweise nimmt das Polizeipräsidium Konstanz unter der Telefonnummer 07531 995 3521 entgegen.

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