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Stadtnachrichten Wangen

Wangen-Süd rückt noch weiter in die Ferne

Von Bernd Treffler

Wangen Wer nach dem Scheitern Ende der 1980er-Jahre bis heute daran glaubte, dass Wangen im Süden irgendwann doch noch eine weitere Autobahn-Anschlussstelle bekommt, wird diese Hoffnung jetzt wohl endgültig begraben müssen. Der Grund: Das Land verkauft derzeit übriggebliebene Flächen entlang der A 96. Eine Wiederaufnahme des schon damals umstrittenen Projekts erscheint damit noch unwahrscheinlicher – ja fast unmöglich.

Nach der Vereinbarung zwischen Land und Gegnern schien das Projekt „Wangen-Süd“ gestorben zu sein. Doch immer mal wieder kochte das Thema wieder hoch. So auch jetzt, als im aktuellen Prioritätenplan des Kreises immer noch der „zweispurige Neubau der Autobahn-Anschlussstelle und der Ausbau bis zum Anschluss der B 12 bei Itzlings“ steht. Für Gesprächsstoff in den betroffenen Kommunen sorgt aber vor allem die Tatsache, dass das Land derzeit übriggebliebene Grundstücke entlang der A 96, und allem Anschein nach auch in der Nähe der damals geplanten Anschlussstelle, verkauft. Vor allem die Art und Weise, wie diese Flächen veräußert werden, stößt einigen Lokalpolitikern mächtig auf. „Es stört mich, dass die Grundstücke meistbietend verkauft werden“, sagt Niederwangens Ortsvorsteher Berthold Riether. „Normalerweise werden hier die Kommunen vorab gefragt oder zumindest informiert.“ Kreisrat Hans-Jörg Leonhardt sagt: „Das ist kein sauberes Spiel.“ Und OB Michael Lang bezeichnet dies als „ein diskussionswürdiges Vorgehen“: „Es wäre wichtig, diese Flächen im Besitz zu halten, um sich für die Zukunft nicht von vornherein ein Optimum zu verbauen.“

Ohne eine südliche Anschlusstelle mit Anschluss an die B 12 wird die Große Kreisstadt weiter auf eine echte Umfahrung warten müssen. „Der Bedarf ist auf jeden Fall da“, sagt Lang und verweist auch auf die Kommunen im benachbarten, bayerischen Westallgäu wie Hergensweiler, Lindenberg oder Opfenbach, die trotz der Nähe zur Autobahn relativ weit fahren müssen, um auf die A 96 zu kommen. Damit werden die Menschen dort noch länger leben müssen – wahrscheinlich für immer. Denn dass die Anschlussstelle Wangen-Süd noch kommt, glauben nach dem Grundstücksverkauf erst recht nur noch unverbesserliche Optimisten. Leonhardt: „Ich sehe da keine reelle Chance mehr, dass dieses Projekt jemals verwirklicht wird.“

(Erschienen: 02.02.2012 18:45)

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