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Jugendgemeinderäte machen sich jetzt an die Arbeit

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Jugendgemeinderäte machen sich jetzt an die Arbeit

Von Susi Weber

Wangen „Die Phase der Gründung ist nun offiziell zu Ende. Die Arbeitsphase kann beginnen“, sagte Oberbürgermeister Michael Lang zu Beginn der Feierstunde und der konstituierenden Sitzung des in der vergangenen Woche gewählten Jugendgemeinderats. Gewählte, Bewerber, Familienmitglieder, Gemeinderäte, Schulrektoren, Mitglieder der Initiativgruppe Jugendgemeinderat und der Stadtverwaltung sind am Donnerstagabend zu dem „besonderen Anlass“ im Rathaus zusammen gekommen.

Sie alle hörten noch einmal die vom Stadtoberhaupt vorgetragenen Etappen des Jugendgemeinderats, der seit vergangenem Samstag mit den 15 gewählten Vertretern nun auch Gesicht und Stimme hat. „Wir freuen uns, dass es diese von der Jugend selbst initiierte und gestaltete, starke Initiative gab“, sagte Lang. „Sehr begeistert“ und „hoch erfreut“ war man seitens der Stadt auch über die 78 Bewerbungen.

Redebedarf sieht Lang in der Tatsache, dass die nun gewählten Vertreter aus nur drei verschiedenen Wangener Schulen stammen: „Die Altersdurchmischung ist perfekt. Die Breite dem Schulangebot nach ist es noch nicht. Das ist ein Thema, mit dem ich an den Jugendgemeinderat herantreten möchte.“

Generell versprach Lang den Gewählten, die er als „Sprachrohr der Jugend“ bezeichnete, jegliche Form von Beistand: „Wir werden mit Rat und Tat zur Seite stehen und helfen, dass wir vieles gemeinsam hinbekommen und gestalten können für die Jugend der Stadt und den Ortschaften.“ Nicht immer werde es einfach sein, alle Interessen zu befriedigen, so Lang: „Vielleicht werden sich auch Initiativen finden, die wir als Stadt unterstützen können.“ Wichtig sei es, Anregungen und Initiativen beim Namen zu nennen: „Fest steht: Wenn man etwas nicht benennt, verändert sich nichts.“

Die 15 gewählten Vertreter verpflichtete Lang per Handschlag und überreichte ihnen ihre Unterlagen. Ein Seminar zur Sitzungsleitung und Diskussionsführung des Wangener Professors Jörg Wendorff und ein Workshop sollen den Jugendgemeinderäten helfen, sich ihren Aufgaben zu stellen. Lang dankte auch der Initiativgruppe rund um Manuel und Mike Hengge, Linda und Sarah Kempter, Tobias Dlugosch und Kevin Joder, die das Thema Jugendgemeinderat forciert und bis zur Wahl begleitet haben: „Über 150 Stunden an gemeinsamer Arbeit brachten sie ein – und haben das Projekt entwickelt.“

Dass es durchaus nicht selbstverständlich ist, einen Jugendgemeinderat zu installieren, darüber berichtet Felix Fehrenbach, Mitglied des Jugendgemeinderats Weingarten und einer der Sprecher des Dachverbands der Jugendgemeinderäte Baden-Württemberg: „Es gibt Städte, in denen es eher abgelehnt wird, wenn die Jugendlichen sich engagieren wollen.“

Während im Dachverband rund 100 Jugendgemeinderäte organisiert sind, finden sich in der Region laut Fehrenbach lediglich in Weingarten und Isny entsprechende Gremien. Fehrenbach riet den gewählten Jugendlichen, sich nicht entmutigen zu lassen, wenn etwas nicht auf Anhieb klappt: „Auch wir haben gemerkt, dass, wenn wir das Logo Jugendgemeinderat weglassen, etwas richtig cool und gut funktioniert.“ Auch gemeinsame Projekte bot Fehrenbach an.

„Ich glaube, dass der Wangener Jugendgemeinderat richtig erfolgreich sein wird, weil es das Rathaus mit möchte“, sagte Lang, bevor Kevin Joder als Sprecher der Initiativgruppe und des Wahlausschusses ans Mikrofon trat.

„Es ist unglaublich, welche Resonanz uns widerfährt“, meinte der 18-Jährige, dankte den Vertretern und Unterstützern der Stadt und wünschte den Gewählten viel Erfolg: „Die nun folgenden Schritte werden sehr viel Kraft und Atem brauchen, damit ihr die Ziele, die ihr euch gesetzt habt, auch durchsetzen könnt.“ „Ich hoffe, dass Sie viel Freude in Ihrem Amt haben und wir gemeinsam etwas bewegen können“, sagte Oberbürgermeister Michael Lang, an die Gewählten gerichtet. Für jugendlich-musikalischen Schwung sorgte die Gruppe Weightless von der Johann-Andreas-Rauch-Realschule.

(Erschienen: 10.02.2012 19:35)

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