Stadtnachrichten Wangen
Ein Heckenschnitt zwischen Tierschutz und Wirtschaftlichkeit
Eine Waltersbühlerin machte die Redaktion kürzlich auf die ihrer Meinung nach „radikale Abholzung“ der um die Hochhäuser im Waltersbühl wachsenden Hecken aufmerksam. Die Tierfreundin sorgt sich um die ansässigen Vogelarten und deren Futter- und Nistplätze, die mit dem Kahlschlag der Hecken verloren gingen. „Ich verstehe nicht, warum die Hecke ganz radikal bis zum Boden abgeschnitten wurde und nicht schrittweise gestutzt wird“, beklagt sich die Rentnerin.
Die im Buschwerk beheimateten Tiere könnten so die Hecke weiterhin bevölkern und müssten nicht in der Zeit des gröbsten Frosts neue Unterschlüpfe suchen. Auch andere Anwohner sollen sich laut der Rentnerin über die plötzliche Abholzung der Hecken gewundert haben, die in den vergangenen zehn Jahren ungehindert wachsen konnten.
Der für die „Abholzung“ verantwortliche Bauhofleiter Martin Blum stellt diesem Vorwurf die Anfragen einiger Bewohner der unteren Stockwerke gegenüber, die sich an der Sichtblockade durch die Hecken gestört hätten. Eine Pflege der Hecke bis spätestens Anfang März sei nötig. „Auch wenn es seit einem Jahr keine gesetzliche Regelung mehr gibt, schneiden wir die Hecken lieber außerhalb der Brutzeiten, um die Vögel zu schonen“, erklärt Blum.
Er kann die Bedenken der Anwohnerin dennoch nachvollziehen und verspricht, dass seine Mitarbeiter in Zukunft sensibler vorgehen. „Für die kommenden Jahre ziehen wir eine schrittweise Kürzung der Hecken in Betracht, wobei wir arbeitswirtschaftliche Aspekte natürlich nicht völlig außer Acht lassen können“, so Blum. Ein Kahlschlag mit anschließendem Nachwachsen der Hecke über Jahre hinweg sei nun mal effizienter als jährliches Kürzen.
Sepp Bauer von der Arbeitsgemeinschaft Naturschutz Wangen hält eine schrittweise Kürzung ebenfalls für sinnvoll. „Vögel, Schmetterlinge und andere Insekten verlieren so nicht ihren Lebensraum und können unbeschadet die kalte Jahreszeit überstehen“, gibt der Naturschützer zu bedenken.
Völlig auseinanderzugehen scheinen die Meinungen der Beteiligten also gar nicht zu sein. Die Frage wird künftig sein, wie diese grundsätzliche Einigung mit der Heckenschere umgesetzt wird. Zum Wohl der darin lebenden, tierischen Bewohner.
(Erschienen: 22.02.2012 19:05)
Eine Waltersbühlerin machte die Redaktion kürzlich auf die ihrer Meinung nach „radikale Abholzung“ der um die Hochhäuser im Waltersbühl wachsenden Hecken aufmerksam. Die Tierfreundin sorgt sich um die ansässigen Vogelarten und deren Futter- und Nistplätze, die mit dem Kahlschlag der Hecken verloren gingen. „Ich verstehe nicht, warum die Hecke ganz radikal bis zum Boden abgeschnitten wurde und nicht schrittweise gestutzt wird“, beklagt sich die Rentnerin.
Die im Buschwerk beheimateten Tiere könnten so die Hecke weiterhin bevölkern und müssten nicht in der Zeit des gröbsten Frosts neue Unterschlüpfe suchen. Auch andere Anwohner sollen sich laut der Rentnerin über die plötzliche Abholzung der Hecken gewundert haben, die in den vergangenen zehn Jahren ungehindert wachsen konnten.
Der für die „Abholzung“ verantwortliche Bauhofleiter Martin Blum stellt diesem Vorwurf die Anfragen einiger Bewohner der unteren Stockwerke gegenüber, die sich an der Sichtblockade durch die Hecken gestört hätten. Eine Pflege der Hecke bis spätestens Anfang März sei nötig. „Auch wenn es seit einem Jahr keine gesetzliche Regelung mehr gibt, schneiden wir die Hecken lieber außerhalb der Brutzeiten, um die Vögel zu schonen“, erklärt Blum.
Er kann die Bedenken der Anwohnerin dennoch nachvollziehen und verspricht, dass seine Mitarbeiter in Zukunft sensibler vorgehen. „Für die kommenden Jahre ziehen wir eine schrittweise Kürzung der Hecken in Betracht, wobei wir arbeitswirtschaftliche Aspekte natürlich nicht völlig außer Acht lassen können“, so Blum. Ein Kahlschlag mit anschließendem Nachwachsen der Hecke über Jahre hinweg sei nun mal effizienter als jährliches Kürzen.
Sepp Bauer von der Arbeitsgemeinschaft Naturschutz Wangen hält eine schrittweise Kürzung ebenfalls für sinnvoll. „Vögel, Schmetterlinge und andere Insekten verlieren so nicht ihren Lebensraum und können unbeschadet die kalte Jahreszeit überstehen“, gibt der Naturschützer zu bedenken.
Völlig auseinanderzugehen scheinen die Meinungen der Beteiligten also gar nicht zu sein. Die Frage wird künftig sein, wie diese grundsätzliche Einigung mit der Heckenschere umgesetzt wird. Zum Wohl der darin lebenden, tierischen Bewohner.
(Erschienen: 22.02.2012 19:05)





































