Stadtnachrichten Leutkirch
Schule in Engerazhofen ist Geschichte
Von unserer Mitarbeiterin Carmen Notz
„Es stimmt uns sehr traurig, dass unsere Schule geschlossen wird. Wir verlieren unheimlich viel”, bedauern Andrea Geissler vom Elternbeirat sowie Werner Utz vom Schulförderverein. „Wir verlieren nicht nur ein Gebäude, sondern eine soziale Struktur und die politische Gemeinde Gebrazhofen verabschiedet sich ebenfalls um ein Stück mehr von ihrer Selbständigkeit.“ Die Schule sei die Basis für ein erfolgreiches Zusammenspiel zwischen ihr, Vereinen im Dorf sowie der Kirche gewesen und habe zu engen Kooperationen und gegenseitigem Verständnis viel beigetragen. Der Elternbeirat und die Lehrer befürchten auch, dass die Schulkinder künftig weniger Bezug und Verbindung zum eigenen Dorf entwickeln. Trotz aller Bekundungen der Politiker über das hohe Gut der Bildung und einer familienfreundlichen Politik müsse der Staat sparen, die Gemeinden müssten wohl oder übel den politischen Entschluss, auch aufgrund von schwindenden Kinderzahlen, akzeptieren, so der Tenor aus Engerazhofen.
Schon 150 Jahre bevor 1806 die allgemeine Schulpflicht eingeführt worden war, gab es in der Dorfchronik Engerazhofen Hinweise auf Schulmeister und dass im Mesnerhaus 80 Schüler und mehr unterrichtet wurden. 1827 wurde die erste Schule mitten im Dorf gegründet. 1964 wurde ein neues Schulgebäude mit vier Klassenräumen am Ortsrand von Engerazhofen eingeweiht. Es war ein idealer Standort mit kurzen Wegen für die Schüler, ein Haus, mitten im Grünen mit reichlich Außenfläche für Aktivitäten der Schule und der Dorfjugend.
„Eine Dorfschule hat nie die Anonymität einer großen Schule in der Stadt. Auf dem Dorf kennt fast jeder jeden, egal ob Lehrer, Schüler oder Eltern. Soziale Kompetenz wurde hier gelebt und gelernt und unsere Schule war für viele ein gutes Sprungbrett in die Zukunft”, sagt Ina Koschig-Hehn, die seit 1996 die Schulleitung inne hat. Damals waren 70 Kinder an der Schule, doch es wurden immer weniger. 2005 wurde zum ersten Mal die Kombiklasse eins und zwei eingeführt, 2007 auch die Kombiklasse drei und vier. Durchschnittlich wurden 30 bis 40 Schüler in den vergangenen Jahren unterrichtet, fürs neue Schuljahr wären es dort neun Erstklässler gewesen, was eine Kombiklasse von 19 Schüler ergeben hätte.
Um dem Ende der Schul-Ära in Engerazhofen einen würdigen Rahmen zu verleihen und nicht nur nach dem letzten Schultag einfach zu schließen, wollen Elternbeirat, Lehrerschaft und Schüler am Sonntag, 25. Juli, um 9.30 Uhr einen Gottesdienst in der Pfarrkirche abhalten. So wie 1827 und 1964, als die Schulen mit einer feierlichen Messe eingeweiht wurden, wird nun die Schließung mit einer Messe begangen.
Nach dem Gottesdienst sollen alle Bürger die Möglichkeit haben, noch einmal die Schulezu besichtigen. Die Besucher werden aber keine leeren Klassenzimmer vorfinden, denn erst nach dem letzten Schultag, 28. Juli, geht das Inventar nach Gebrazhofen.
Der Schulförderverein hat in den vergangenen zehn Jahren viel Zeit und Geld investiert. Projekte wie die Müllparade, Theater und Aufklärungsseminare wurden initiiert und sogar eine umfangreiche Schulbibliothek eingerichtet. „Es war schön, eine kleine Schule im Dorf gehabt zu haben. Der Beschluss der Stadt Leutkirch vom 23. November 2009 wird am Mittwoch, 28. Juli, für uns schwer akzeptierbare Wirklichkeit und erfüllt uns alle mit Wehmut”, bedauert Ina Koschig-Hehn, die vom Herbst an in einer anderen Leutkircher Grundschule unterrichten wird. Die Engerazhofer Schulkinder werden zukünftig an der GHS Gebrazhofen unterrichtet.
Infokasten: Schulabschluss-Gottesdienst ist am Sonntag, 25. Juli, um 9.30 Uhr in der Kirche in Engerazhofen. Danach besteht die Möglichkeit, die Räume der Grundschule ein letztes Mal zu besuchen. Das jährliche Schulfest findet am 27. Juli statt, der letzte Schultag ist der 28. Juli.
(Erschienen: 22.07.2010 12:10)
Von unserer Mitarbeiterin Carmen Notz
„Es stimmt uns sehr traurig, dass unsere Schule geschlossen wird. Wir verlieren unheimlich viel”, bedauern Andrea Geissler vom Elternbeirat sowie Werner Utz vom Schulförderverein. „Wir verlieren nicht nur ein Gebäude, sondern eine soziale Struktur und die politische Gemeinde Gebrazhofen verabschiedet sich ebenfalls um ein Stück mehr von ihrer Selbständigkeit.“ Die Schule sei die Basis für ein erfolgreiches Zusammenspiel zwischen ihr, Vereinen im Dorf sowie der Kirche gewesen und habe zu engen Kooperationen und gegenseitigem Verständnis viel beigetragen. Der Elternbeirat und die Lehrer befürchten auch, dass die Schulkinder künftig weniger Bezug und Verbindung zum eigenen Dorf entwickeln. Trotz aller Bekundungen der Politiker über das hohe Gut der Bildung und einer familienfreundlichen Politik müsse der Staat sparen, die Gemeinden müssten wohl oder übel den politischen Entschluss, auch aufgrund von schwindenden Kinderzahlen, akzeptieren, so der Tenor aus Engerazhofen.
Schon 150 Jahre bevor 1806 die allgemeine Schulpflicht eingeführt worden war, gab es in der Dorfchronik Engerazhofen Hinweise auf Schulmeister und dass im Mesnerhaus 80 Schüler und mehr unterrichtet wurden. 1827 wurde die erste Schule mitten im Dorf gegründet. 1964 wurde ein neues Schulgebäude mit vier Klassenräumen am Ortsrand von Engerazhofen eingeweiht. Es war ein idealer Standort mit kurzen Wegen für die Schüler, ein Haus, mitten im Grünen mit reichlich Außenfläche für Aktivitäten der Schule und der Dorfjugend.
„Eine Dorfschule hat nie die Anonymität einer großen Schule in der Stadt. Auf dem Dorf kennt fast jeder jeden, egal ob Lehrer, Schüler oder Eltern. Soziale Kompetenz wurde hier gelebt und gelernt und unsere Schule war für viele ein gutes Sprungbrett in die Zukunft”, sagt Ina Koschig-Hehn, die seit 1996 die Schulleitung inne hat. Damals waren 70 Kinder an der Schule, doch es wurden immer weniger. 2005 wurde zum ersten Mal die Kombiklasse eins und zwei eingeführt, 2007 auch die Kombiklasse drei und vier. Durchschnittlich wurden 30 bis 40 Schüler in den vergangenen Jahren unterrichtet, fürs neue Schuljahr wären es dort neun Erstklässler gewesen, was eine Kombiklasse von 19 Schüler ergeben hätte.
Um dem Ende der Schul-Ära in Engerazhofen einen würdigen Rahmen zu verleihen und nicht nur nach dem letzten Schultag einfach zu schließen, wollen Elternbeirat, Lehrerschaft und Schüler am Sonntag, 25. Juli, um 9.30 Uhr einen Gottesdienst in der Pfarrkirche abhalten. So wie 1827 und 1964, als die Schulen mit einer feierlichen Messe eingeweiht wurden, wird nun die Schließung mit einer Messe begangen.
Nach dem Gottesdienst sollen alle Bürger die Möglichkeit haben, noch einmal die Schulezu besichtigen. Die Besucher werden aber keine leeren Klassenzimmer vorfinden, denn erst nach dem letzten Schultag, 28. Juli, geht das Inventar nach Gebrazhofen.
Der Schulförderverein hat in den vergangenen zehn Jahren viel Zeit und Geld investiert. Projekte wie die Müllparade, Theater und Aufklärungsseminare wurden initiiert und sogar eine umfangreiche Schulbibliothek eingerichtet. „Es war schön, eine kleine Schule im Dorf gehabt zu haben. Der Beschluss der Stadt Leutkirch vom 23. November 2009 wird am Mittwoch, 28. Juli, für uns schwer akzeptierbare Wirklichkeit und erfüllt uns alle mit Wehmut”, bedauert Ina Koschig-Hehn, die vom Herbst an in einer anderen Leutkircher Grundschule unterrichten wird. Die Engerazhofer Schulkinder werden zukünftig an der GHS Gebrazhofen unterrichtet.
Infokasten: Schulabschluss-Gottesdienst ist am Sonntag, 25. Juli, um 9.30 Uhr in der Kirche in Engerazhofen. Danach besteht die Möglichkeit, die Räume der Grundschule ein letztes Mal zu besuchen. Das jährliche Schulfest findet am 27. Juli statt, der letzte Schultag ist der 28. Juli.
(Erschienen: 22.07.2010 12:10)




































