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Mädchen interessieren sich für technische Berufe

Stemmeisen, Abisolierzange oder Schieblehne? Tamira, Natalie und Sina (von links) tüfteln an der Station "Werkzeuge bestimmen" beim "PraxisParcours" in der Festhalle.
Stemmeisen, Abisolierzange oder Schieblehne? Tamira, Natalie und Sina (von links) tüfteln an der Station "Werkzeuge bestimmen" beim "PraxisParcours" in der Festhalle.

LEUTKIRCH / sce Spiegeltest, Werkzeuge bestimmen, Servietten falten, Draht biegen: Es war ein eher ungewöhnlicher Vormittag, den rund 230 Jugendliche gestern in der Leutkircher Festhalle erlebt haben. Sie nahmen am Projekt „PraxisParcours“ teil, mit dem das Wirtschaftsministerium Mädchen für technische Berufe gewinnen will. Jungs dürfen aber auch mitmachen.

Sylvia, Sina, Tamira und Natalie sind sich einig: „Es macht Spaß, und wir haben keine Schule!“. Nein, Unterricht haben sie nicht, aber trotzdem sind die Siebtklässlerinnen der Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule Wuchzenhofen voll bei der Sache. Stecheisen? Seitenschneider? Wasserpumpenzange? Schiebleiste? Schraubzwinge? Gar nicht so einfach, die Station „Werkzeuge bestimmen“, an der sie gerade tüfteln. Aber die vier Mädels zeigen sich engagiert und technisch fit: Alles richtig zugeordnet, das gibt 13 Punkte auf dem Laufzettel. Damit sind sie durch mit dem „PraxisParcours“ und seinen insgesamt 20 verschiedenen Stationen. Technische sind darunter wie Draht biegen, Schalter anschließen, Gewichte schätzen, Würfel zeichnen, aber auch Aufgaben wie Servietten falten, Tisch eindecken oder eine Rose aus Knete formen. Neben all der Praxis darf es auch noch ein bisschen Theorie sein: Wie viele Bundesländer hat die Bundesrepublik Deutschland? Wie viel Speicherkapazität bietet eine 3,5-Zoll-Diskette? Wie viel Volt hat eine Autobatterie?

Nachwuchs gewinnen

Zum zweiten Mal ist der „PraxisParcours“ in Leutkirch aufgebaut worden, ein Projekt, das begabte und interessierte Mädchen frühzeitig fördern will. Es wird von der Evangelischen Gesellschaft (eva) im Auftrag des baden-württembergischen Wirtschaftsministeriums angeboten. Sein Ziel: „Weiblichen Nachwuchs für zukunftsträchtige technische Berufe und ingenieurwissenschaftliche Studiengänge zu gewinnen.“ Im Zuge der Gleichberechtigung dürfen natürlich auch Jungs teilnehmen, aber getrennt, in einer zweiten Runde. „Die Mädels möchten unter sich sein“, sagt Julia Seefried von eva, die den Parcours in Leutkirch betreut. Am Projekt, das Aufgaben aus rund 30 Berufen beinhaltet, haben 116 Mädchen und 115 Jungen teilgenommen: Schülerinnen und Schüler der siebten bis neunten Klassen der Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule (GHWRS) Leutkirch, der Otl-Aicher-Realschule, der GHWRS Wuchzenhofen, der GHWRS Gebrazhofen und der Haupt- und Werkrealschule Diepoldshofen.

(Erschienen: 16.06.2010 13:55)

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