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Stadtnachrichten Leutkirch

Wissenschaftsjahr: „Das Bundesministerium hat uns eingeladen“

OB Henle fährt heute nach Berlin, um sich für ein Förderprojekt zur nachhaltigen Stadtentwicklung zu bewerben
Leutkirchs Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle.
Leutkirchs Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle. (Foto: oh)

Leutkirch / pau Leutkirch gehört zu den Städten, die am 8. Februar zur Auftaktveranstaltung des Wissenschaftsjahres in Berlin eingeladen sind. Diese sogenannte ZukunftsWerk-Stadt ist eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Sie steht im Zeichen der Forschung für eine nachhaltige Entwicklung von Städten. Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle wird Leutkirch dort vertreten. Vorab hat er mit SZ-Redaktionsmitglied Paulina Stumm gesprochen.

SZ: Herr Oberbürgermeister Henle, wie kommt es, dass Leutkirch an der Zukunfts-Werk-Stadt teilnimmt?

Hans-Jörg Henle: Durch die umfangreiche Medienresonanz auf das Projekt „Nachhaltige Stadt Leutkirch“ ist das Bundesministerium für Bildung und Forschung auf unser vorbildliches Vorgehen in Leutkirch aufmerksam geworden. Daher wurden wir eingeladen.

SZ: Worum geht es bei der Zukunfts-Werk-Stadt?

Henle: Ziel ist es, die Bürger an kommunalen Projekten zur nachhaltigen Entwicklung einer Stadt zu beteiligen und gemeinsam umsetzungsreife Konzepte zu erarbeiten. Nachhaltigkeit ist beinahe allumfassend. Es berührt den Haushalt der Stadt genauso wie die Angebote im sozialen Bereich oder Arbeitsplätze vor Ort. Wir überlegen gerade, wie wir uns in den einzelnen Bereichen beteiligen können. Wir wollen die nachhaltige Entwicklung Leutkirchs breiter aufstellen.

SZ: Welches Wissen und welche Erfahrungen kann Leutkirch bei diesem Projekt einbringen?

Henle: Bei diesem Projekt sollen die Bürger der ausgewählten Städte von Beginn an ihre Vorstellungen und Erwartungen für einen nachhaltigen Umbau ihrer Stadt einbringen können. Im Rahmen der „Nachhaltigen Stadt Leutkirch“ haben wir genau diesen Ansatz im Bereich Energieerzeugung mit den Bürgern bereits diskutiert und auf den Weg gebracht. Aus diesem Grunde können wir schon sehr viel Erfahrung aus diesem Segment der nachhaltigen Entwicklung in das Projekt und den Prozess mit einbringen.

SZ: Wer kommt noch zu der Veranstaltung?

Henle: Es nehmen die Vertreter von 50 eingeladenen Städten teil. Da Nachhaltigkeit verschiedene kommunale Handlungsfelder betrifft, sind bei der Auftaktveranstaltung auch verschiedene Ministerien sehr hochrangig vertreten. Forschungsministerin Annette Schavan, Verkehrsminister Peter Ramsauer und den Umweltminister Norbert Röttgen werden da sein.

SZ: Welche Themen werden dort beraten?

Henle: Wir werden bei dieser Veranstaltung mehr über die Ziele und die Erwartungen des Projekts erfahren. Auch darüber, wie das Bewerbungsverfahren aussieht. Es ist ein dreiphasiges Modell, am Ende werden zehn Städte übrig bleiben, deren Konzepte gefördert werden.

SZ: Welchen Nutzen erhoffen Sie sich für Leutkirch?

Henle: Wir möchten vom Erfahrungsschatz der anderen Teilnehmer profitieren. Wenn wir in das Projekt dauerhaft mit aufgenommen werden, werden umfangreiche finanzielle Mittel bereit gestellt. Damit können wir die weitere Stadtentwicklungskonzeption mit umfangreicher Bürgerbeteiligung finanzieren.

SZ: Und wenn Leutkirch die Förderung nicht bekommt?

Henle: Wir wollen den nachhaltigen Stadtentwicklungsprozess anstoßen. Mit der Förderung hätten wir bereits das Finanzierungskonzept. Ohne sie wird es schwieriger, aber wir müssen es trotzdem angehen.

SZ: Wo sehen Sie die Stadt im Jahr 2020 – mit Ihnen als Oberbürgermeister?

Henle: Die Bürgerschaft, der Gemeinderat und die Stadtverwaltung werden mit großem Engagement daran arbeiten, dass die Große Kreisstadt Leutkirch im Allgäu auf ihrem Weg zur Nachhaltigkeit weit vorankommen wird. Dazu zählen etwa Bereiche wie eine ausreichende Zahl von Arbeitsplätzen, stabile städtische Finanzen und Beteiligungsmöglichkeiten für alle Menschen in unsere Stadt. Diese leben gerne hier und engagieren sich in vielfältiger Weise – Leutkirch ist als Mitmachstadt weitbekannt. Der Ferienpark Allgäu bringt viele Menschen in unsere schöne Region, einen Aufschwung für den Einzelhandel, für regionale Produkte und für die Gastronomie. Ich möchte diesen Prozess gerne begleiten, sofern die Bürger das bei der Wahl 2016 auch so sehen.

(Erschienen: 07.02.2012 16:40)

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