Stadtnachrichten Leutkirch
Straßenverkehr: Die Sicherheit hat Vorrang
78 Messstellen sind im Leutkircher Gemeindegebiet eingerichtet. Es geht dabei nicht um moderne Wegelagerei, darum, die Autofahrer abzuzocken, sondern einzig und allein um die Sicherheit sämtlicher Verkehrsteilnehmer. Vor allem Radfahrer und Fußgänger haben ein höheres Risiko, unverschuldet verletzt zu werden. „Es geht uns darum, vor allem in Bereichen, in denen viele ortsfremde Autofahrer unterwegs sind, mit Geschwindigkeitskontrollen für mehr Sicherheit zu sorgen“, sagt Elmar Haag. Als Beispiel nennt er die Bundesstraße 465 zwischen Bad Wurzach und Leutkirch. Die jüngsten Ergebnisse der Kontrollen in Reichenhofen überraschen den Außenstehenden, der Fachmann fühlt sich bestätigt. An drei Kontrolltagen war auf dem auf 60 km/h beschränkte Steckenabschnitt in Reichenhofen nicht einmal jeder hundertste zu schnell. „Es zeigt uns an diesem Beispiel, dass die dortige Querungshilfe für Fußgänger die beste Lösung ist“, sagt Haag. Zum einen bremst sie den Verkehr, da die Straße durch den Fahrbahnteiler eingeengt wird. Und zum anderen erfordert sie die Aufmerksamkeit der Fußgänger, da diese sich nicht blind auf einen Zebrastreifen verlassen können. Es wird jedoch nicht verkannt, dass auf der B 465 ein erheblicher Zuwachs des Verkehrs zu verzeichnen ist, nicht zuletzt wegen ihrer Funktion als Autobahnzubringer. Es wird daher insbesondere zu Verkehrsspitzenzeiten während des Berufsverkehrs immer schwieriger, von untergeordneten Straßen in die B 465 einzufahren. Aus diesem Grund wird die bisherige Höchstgeschwindigkeit von bisher 60 km/h auf 50 km/ reduziert.
Beim Thema Verkehrssicherheit sei auch viel Psychologie im Spiel, so der Ordnungsamtsleiter: „Bei einer Druckknopfampel, die für den Durchgangsverkehr quasi rund um die Uhr grün zeigt, besteht die Gefahr, dass es ein Autofahrer aus lauter Gewohnheit übersieht, wenn das Signal mal auf rot steht.“ Diese Gewohnheit ist auch Ursache dafür, dass Verkehrsteilnehmer, die Tag ein Tag aus dieselbe Strecke fahren, oft nicht bemerken, wenn neue Verkehrszeichen aufgestellt worden sind oder sich zum Beispiel die Vorfahrt geändert hat.
Kritische Stellen sind aus Sicht von Elmar Haag Bushaltestellen vor allem bei Schulen und Kindergärten, aber auch manche Einmündungen von Radwegen: „Der Radfahrer wird kaum wahrgenommen. Er ist sicherer unterwegs, wenn der Radweg von der Straße aus eingesehen werden kann und der Radler dauerhaft im Blick der Autofahrer ist“, so Haag.
Und noch was zur Psychologie: Anwohner würden die Geschwindigkeiten von vorbeifahrenden Fahrzeugen teilweise falsch einschätzen: „Wenn eine Straße nass ist, so glaubt man, die Autos sind schneller unterwegs. Ebenso, wenn das Blickfeld des Betrachters eingeschränkt ist. Ein Auto, dass aus dem Wohnzimmer heraus beobachtet wird, kommt einem schneller vor, als wenn man einen freien Blick auf die Situation hat.
(Erschienen: 12.02.2012 15:35)
78 Messstellen sind im Leutkircher Gemeindegebiet eingerichtet. Es geht dabei nicht um moderne Wegelagerei, darum, die Autofahrer abzuzocken, sondern einzig und allein um die Sicherheit sämtlicher Verkehrsteilnehmer. Vor allem Radfahrer und Fußgänger haben ein höheres Risiko, unverschuldet verletzt zu werden. „Es geht uns darum, vor allem in Bereichen, in denen viele ortsfremde Autofahrer unterwegs sind, mit Geschwindigkeitskontrollen für mehr Sicherheit zu sorgen“, sagt Elmar Haag. Als Beispiel nennt er die Bundesstraße 465 zwischen Bad Wurzach und Leutkirch. Die jüngsten Ergebnisse der Kontrollen in Reichenhofen überraschen den Außenstehenden, der Fachmann fühlt sich bestätigt. An drei Kontrolltagen war auf dem auf 60 km/h beschränkte Steckenabschnitt in Reichenhofen nicht einmal jeder hundertste zu schnell. „Es zeigt uns an diesem Beispiel, dass die dortige Querungshilfe für Fußgänger die beste Lösung ist“, sagt Haag. Zum einen bremst sie den Verkehr, da die Straße durch den Fahrbahnteiler eingeengt wird. Und zum anderen erfordert sie die Aufmerksamkeit der Fußgänger, da diese sich nicht blind auf einen Zebrastreifen verlassen können. Es wird jedoch nicht verkannt, dass auf der B 465 ein erheblicher Zuwachs des Verkehrs zu verzeichnen ist, nicht zuletzt wegen ihrer Funktion als Autobahnzubringer. Es wird daher insbesondere zu Verkehrsspitzenzeiten während des Berufsverkehrs immer schwieriger, von untergeordneten Straßen in die B 465 einzufahren. Aus diesem Grund wird die bisherige Höchstgeschwindigkeit von bisher 60 km/h auf 50 km/ reduziert.
Beim Thema Verkehrssicherheit sei auch viel Psychologie im Spiel, so der Ordnungsamtsleiter: „Bei einer Druckknopfampel, die für den Durchgangsverkehr quasi rund um die Uhr grün zeigt, besteht die Gefahr, dass es ein Autofahrer aus lauter Gewohnheit übersieht, wenn das Signal mal auf rot steht.“ Diese Gewohnheit ist auch Ursache dafür, dass Verkehrsteilnehmer, die Tag ein Tag aus dieselbe Strecke fahren, oft nicht bemerken, wenn neue Verkehrszeichen aufgestellt worden sind oder sich zum Beispiel die Vorfahrt geändert hat.
Kritische Stellen sind aus Sicht von Elmar Haag Bushaltestellen vor allem bei Schulen und Kindergärten, aber auch manche Einmündungen von Radwegen: „Der Radfahrer wird kaum wahrgenommen. Er ist sicherer unterwegs, wenn der Radweg von der Straße aus eingesehen werden kann und der Radler dauerhaft im Blick der Autofahrer ist“, so Haag.
Und noch was zur Psychologie: Anwohner würden die Geschwindigkeiten von vorbeifahrenden Fahrzeugen teilweise falsch einschätzen: „Wenn eine Straße nass ist, so glaubt man, die Autos sind schneller unterwegs. Ebenso, wenn das Blickfeld des Betrachters eingeschränkt ist. Ein Auto, dass aus dem Wohnzimmer heraus beobachtet wird, kommt einem schneller vor, als wenn man einen freien Blick auf die Situation hat.
(Erschienen: 12.02.2012 15:35)






































