Stadtnachrichten Leutkirch
Schüler testen Rauschbrillen
Berger hat drei Brillen mit gebracht. Es sind nicht irgendwelche Brillen, sondern sogenannte Rauschbrillen, die optisch an Schutzbrillen erinnern. Aufsetzen sollen sie die Schüler im Rahmen der Verkehrssicherheitswoche, die der Arbeitskreis Verkehrssicherheit des Landkreises in der Schule veranstaltet. „Mit den Rauschbrillen sollen die Schüler sehen, wie es ist, mit 1,3 Promille unterwegs zu sein“, sagt Berger. Vorsichtig tastet sich eine Schülerin vorwärts. Die bunten Hindernis-Klötzchen auf dem Boden kann sie nicht klar erkennen. Eine Mitschülerin muss sie führen.
„Wir machen die Verkehrssicherheitswoche in zweijährigem Rhythmus, um unsere jungen Autofahrer zu sensibilisieren und auf Gefahren hinzuweisen“, sagt Schulleiterin Beate Zabler. Rund 600 Schüler hätten den Verkehrsunterricht diesmal genossen.
In der Oberstufe zeigt Polizist Uwe Müller die Powerpoint-Präsentation einer jungen Frau, die Opfer eines tragischen Verkehrsunfalls wurde, bei dem sie zwei Freunde verlor und selbst grauenvolle Verbrennungen davontrug. Eindrückliche Bilder – unterlegt mit traurigen Klängen – berichten von den Schmerzen der entstellten jungen Frau und dem Leid der Eltern. Sie berichten aber auch von den Schuldgefühlen und der Seelenpein des Unfallverursachers. Der junge Mann hatte „nur ein paar Bierchen“ getrunken, bevor er sich in sein Auto setzte.
„Die Schüler denken oft, es sind die anderen, die es trifft“, berichtet Schulleiterin Zabler. Die Präsentation rufe ihnen auf drastische Weise ins Bewusstsein, wie gefährlich das angetrunkene Autofahren ist. Geschockt sitzen die Schüler da, als Müller die Präsentation beendet. Viele haben Tränen in den Augen. „Ich kenne auch welche, die sagen, ein, zwei Bier, das geht. Jetzt weiß ich, das geht gar nicht“, sagt eine Schülerin.
„Das angeblich sicherste Verkehrsmittel in Deutschland, das Auto, bringt jährlich Tausende in den Rollstuhl“, sagt Müller. Alkohol wäre ein Problem, bei jungen Fahrern aber viel häufiger sei zu schnelles Fahren. Er rät Mitfahrern: „Sagt zu euren Kumpels: Hör auf zu rasen, ich mag das nicht“, denn Müller weiß, „die meisten Toten werden von jungen Fahrern verursacht, die rasen.“
Zahlen, die Auskunft darüber geben, ob das Präventionsprojekt erfolgreich ist, gibt es nicht. Aber ab und zu bekommt Müller eine Rückmeldung, die ihm Hoffnung macht, etwas bewirkt zu haben: „Einmal hat ein junger Mann, der als Raser bekannt war, zu mir gesagt: Ich will kein Täter werden“.
(Erschienen: 02.02.2012 19:30)
Berger hat drei Brillen mit gebracht. Es sind nicht irgendwelche Brillen, sondern sogenannte Rauschbrillen, die optisch an Schutzbrillen erinnern. Aufsetzen sollen sie die Schüler im Rahmen der Verkehrssicherheitswoche, die der Arbeitskreis Verkehrssicherheit des Landkreises in der Schule veranstaltet. „Mit den Rauschbrillen sollen die Schüler sehen, wie es ist, mit 1,3 Promille unterwegs zu sein“, sagt Berger. Vorsichtig tastet sich eine Schülerin vorwärts. Die bunten Hindernis-Klötzchen auf dem Boden kann sie nicht klar erkennen. Eine Mitschülerin muss sie führen.
„Wir machen die Verkehrssicherheitswoche in zweijährigem Rhythmus, um unsere jungen Autofahrer zu sensibilisieren und auf Gefahren hinzuweisen“, sagt Schulleiterin Beate Zabler. Rund 600 Schüler hätten den Verkehrsunterricht diesmal genossen.
In der Oberstufe zeigt Polizist Uwe Müller die Powerpoint-Präsentation einer jungen Frau, die Opfer eines tragischen Verkehrsunfalls wurde, bei dem sie zwei Freunde verlor und selbst grauenvolle Verbrennungen davontrug. Eindrückliche Bilder – unterlegt mit traurigen Klängen – berichten von den Schmerzen der entstellten jungen Frau und dem Leid der Eltern. Sie berichten aber auch von den Schuldgefühlen und der Seelenpein des Unfallverursachers. Der junge Mann hatte „nur ein paar Bierchen“ getrunken, bevor er sich in sein Auto setzte.
„Die Schüler denken oft, es sind die anderen, die es trifft“, berichtet Schulleiterin Zabler. Die Präsentation rufe ihnen auf drastische Weise ins Bewusstsein, wie gefährlich das angetrunkene Autofahren ist. Geschockt sitzen die Schüler da, als Müller die Präsentation beendet. Viele haben Tränen in den Augen. „Ich kenne auch welche, die sagen, ein, zwei Bier, das geht. Jetzt weiß ich, das geht gar nicht“, sagt eine Schülerin.
„Das angeblich sicherste Verkehrsmittel in Deutschland, das Auto, bringt jährlich Tausende in den Rollstuhl“, sagt Müller. Alkohol wäre ein Problem, bei jungen Fahrern aber viel häufiger sei zu schnelles Fahren. Er rät Mitfahrern: „Sagt zu euren Kumpels: Hör auf zu rasen, ich mag das nicht“, denn Müller weiß, „die meisten Toten werden von jungen Fahrern verursacht, die rasen.“
Zahlen, die Auskunft darüber geben, ob das Präventionsprojekt erfolgreich ist, gibt es nicht. Aber ab und zu bekommt Müller eine Rückmeldung, die ihm Hoffnung macht, etwas bewirkt zu haben: „Einmal hat ein junger Mann, der als Raser bekannt war, zu mir gesagt: Ich will kein Täter werden“.
(Erschienen: 02.02.2012 19:30)






































