Stadtnachrichten Leutkirch
Fundamentalisten sind ihre größte Angst
Angst vor einem fortschreitenden islamistischen Fundamentalismus haben die beiden deutschen Christen mit syrischen Wurzeln. Angst haben der Änderungsschneider und der pensionierte VHS-Dozent davor, dass religiöse Minderheiten durch einen Sturz des Assad-Regimes zukünftig völlig aus dem Land gedrängt werden. „Syrien war bisher im Orient für seine Liberalität bekannt“, erzählt Mikayel. Christen und Moslems sowie Araber, Kurden, Armenier, Assyrer oder Aramäer lebten bisher in Frieden zusammen. Gegen eine vorschnelle Verurteilung aller Syrer wehren sich die beiden Männer. „Syrien ist und bleibt das Herz des Orients. Wir haben bestimmte Rechtslinien in Politik und Gesellschaft, der Staat ist für alle da, und die Religion ist eine Sache zwischen Mensch und Schöpfer“, sagt der 62-jährige Fariz Mikayel.
„Freunde der Welt“ wollen die Syrer sein, ergänzt der 49-jährige Leutkircher Khano. Nicht nur Befehlen von den Amerikanern oder Franzosen wollen sie gehorchen. „Barack Obama und Nicolas Sarkozy interessiert es nämlich überhaupt nicht, wie es meiner Mutter im Norden Syriens geht.“
Stolz sind sie, die beiden Deutsch-Syrer. Schließlich sei Syrien das einzige Land im Nahen Osten, „wo man seine Religion entfalten kann“. Und dann macht Mikayel seinem Unmut Luft: „Was mich als Syrer, mich als Deutschen bedrückt, ist die Tatsache, dass der Westen die sogenannten Dritte-Welt-Länder für dumm hält.“ Natürlich sei die ganze Thematik Assad „eine dunkle Wolke, die an uns vorbeizieht“. Dennoch stünde die überwiegende Mehrheit des Landes nach wie vor hinter dem Präsidenten.
Sollte Assad gestürzt werden, so ist für beide Männer die Vorstellung, dass „der Westen die Macht übernimmt“, keine angenehme. Banditen seien die Umstürzler, vom Westen sowie von der islamischen Welt mit Waffen beliefert, um deren Interessen durchzusetzen. Und, letztlich ginge es sowieso nur um Macht, nicht um Demokratie.
(Erschienen: 11.02.2012 08:30)
Angst vor einem fortschreitenden islamistischen Fundamentalismus haben die beiden deutschen Christen mit syrischen Wurzeln. Angst haben der Änderungsschneider und der pensionierte VHS-Dozent davor, dass religiöse Minderheiten durch einen Sturz des Assad-Regimes zukünftig völlig aus dem Land gedrängt werden. „Syrien war bisher im Orient für seine Liberalität bekannt“, erzählt Mikayel. Christen und Moslems sowie Araber, Kurden, Armenier, Assyrer oder Aramäer lebten bisher in Frieden zusammen. Gegen eine vorschnelle Verurteilung aller Syrer wehren sich die beiden Männer. „Syrien ist und bleibt das Herz des Orients. Wir haben bestimmte Rechtslinien in Politik und Gesellschaft, der Staat ist für alle da, und die Religion ist eine Sache zwischen Mensch und Schöpfer“, sagt der 62-jährige Fariz Mikayel.
„Freunde der Welt“ wollen die Syrer sein, ergänzt der 49-jährige Leutkircher Khano. Nicht nur Befehlen von den Amerikanern oder Franzosen wollen sie gehorchen. „Barack Obama und Nicolas Sarkozy interessiert es nämlich überhaupt nicht, wie es meiner Mutter im Norden Syriens geht.“
Stolz sind sie, die beiden Deutsch-Syrer. Schließlich sei Syrien das einzige Land im Nahen Osten, „wo man seine Religion entfalten kann“. Und dann macht Mikayel seinem Unmut Luft: „Was mich als Syrer, mich als Deutschen bedrückt, ist die Tatsache, dass der Westen die sogenannten Dritte-Welt-Länder für dumm hält.“ Natürlich sei die ganze Thematik Assad „eine dunkle Wolke, die an uns vorbeizieht“. Dennoch stünde die überwiegende Mehrheit des Landes nach wie vor hinter dem Präsidenten.
Sollte Assad gestürzt werden, so ist für beide Männer die Vorstellung, dass „der Westen die Macht übernimmt“, keine angenehme. Banditen seien die Umstürzler, vom Westen sowie von der islamischen Welt mit Waffen beliefert, um deren Interessen durchzusetzen. Und, letztlich ginge es sowieso nur um Macht, nicht um Demokratie.
(Erschienen: 11.02.2012 08:30)






































