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Stadtnachrichten Isny

Stadtrat sieht Krankenhaus-Konzept als Mogelpackung

isny / rau Zum Ergebnis der Kreistagssitzung in Sachen Isnyer Krankenhaus hat Bürgermeister Rainer Magenreuter in der jüngsten Gemeinderatssitzung Stellung genommen. Bei den Räten zeichnete sich eine zwiespältige Haltung zum neuen Konzept ab.

„Wir sind mit dem Modell 6 der OSK für unser Krankenhaus noch nicht ganz zufrieden“, sagte Magenreuter, „es ist sicher nicht das, was wir gewünscht haben, aber mehr, als wir befürchtet hatten.“ Es gelte, das Konzept jetzt mit Leben zu erfüllen, Gespräche zwischen Stadt, Ärzteschaft, OSK und Förderverein zum Erhalt des Isnyer Krankenhauses sollten dahin führen. Für Stadtrat Karl Immler (CDU) ist das neue Konzept eine „Mogelpackung.“ Mit dem Weggang von Dr. Thomas Wißmeyer nach Wangen habe man Isny „das beste Pferd im Stall“ und einen wichtigen Pfeiler der Wirtschaftlichkeit genommen. Dem widersprach Stadt- und Kreisrat Dr. Wolfgang Dieing, der aus seiner Sicht als Notarzt der Inneren Medizin, die wieder nach Isny kommen soll, einen deutlich größeren Wert beimisst als der Endoprothetik, die nach Wangen kommt: „Die Innere Medizin ist ein guter Anfang und wir sollten hinter dem Krankenhaus stehen.“ Er erinnerte daran, dass es ein Antrag der CDU im Kreistag gewesen war, alle Kliniken auf den Prüfstand zu stellen. Spätestens, wenn Wangen und Ravensburg mit ihren „überzogenen Bauplänen“ fertig seien, sei Isny als „Rohstofflieferant“ für diese Kliniken geplant, schimpfte Immler. Es helfe nur eine radikale Abwehr von der OSK, der er unterstellt, sie sei nicht daran interessiert, dass Isny Gewinn macht. Seiner Ansicht nach sollten Ärzte das Krankenhaus in die Hand nehmen, mit ihrem Ruf und eigenem Geld, dann hätte Isny eine gute Chance. Das geplante Dermatologiezentrum bezeichnete er als „unreife Idee.“

Dr. Peter Clément, ebenfalls Kreis- und Stadtrat, versicherte, er könne Immler gut verstehen. Aber er plädierte dafür, nicht auf Konfrontation zu gehen, sondern die Verhandlungen positiv zu begleiten. „Wir müssen den Verantwortlichen einen Vertrauensvorschuss geben und dürfen jetzt keinen Sand ins Getriebe streuen“, so Clément. Man habe eine Frist und die sollte man nutzen, spielte er auf die im Herbst anstehende Entscheidung des Sozialministeriums über das Konzept an.

(Erschienen: 27.07.2010 17:00)

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