Stadtnachrichten Isny
Frondorf: „OSK sieht uns als Konkurrenz“
Von unserer Redakteurin Laura Loewel
„Ich habe erst vor zwei Tagen davon erfahren, dass es eine Dermatologie in Isny geben soll und habe mit großem Erstaunen davon Kenntnis genommen“, erklärt der ortsansässige Dermatologe Dr. Gunter Hayler. Nicht nachvollziehbar findet es der Hautarzt aus Isny, dass bisher diesbezüglich niemand von der OSK mit ihm Kontakt aufgenommen habe. „Ich gehe davon aus, dass es in Isny eher eine Wundambulanz geben soll“, erklärt er weiter. Denn er selbst weiß aus Erfahrung, dass eine Überweisung von Patienten in eine Hautklinik verhältnismäßig selten vorkommt. Sollte das der Fall sein, schicke er seine Patienten aber in die Unikliniken.
Eine stationäre Stelle für einen Dermatologen am Krankenhaus Isny hält er für unrealistisch, er könnte sich eher vorstellen, eine Abteilung konsiliarisch mit zu betreuen.
Dr. Andreas Frondorf, Allgemeinmediziner aus Isny, wundert sich ebenso über das Vorgehen der OSK, eine Dermatologie vorzuschlagen, ohne bisher mit einem der Hautärzte in der Region in Kontakt getreten zu sein. Allgemein hält er den Vorschlag einer Dermatologie nur für ein „Bonbon“ für den Kreistag. Für „reell“ hält er eine Innere in Verbindung mit einer Wundversorgung. Doch in diese Richtung soll es wohl auch gehen.
Umbauarbeiten wären nötig
Stellvertretend für ein Team Isnyer und auswärtiger Ärzte erklärt Frondorf, man würde das Isnyer Krankenhaus mit einer Grundversorgung (Innere und Chirurgie) und Praxiskliniken (unter anderem Orthopädie, Neurochirurgie) betreiben wollen. Dieses Angebot steht seit geraumer Zeit. „Wir haben einen Businessplan vorgelegt, soweit es der Zeit entsprechend möglich war“, erklärt der Allgemeinmediziner. Einen Vorteil einer Übernahme durch niedergelassene Ärzte aus der Umgebung sieht Frondorf eindeutig darin, dass man mehr Patienten nach Isny bringen würde, als es die OSK je schaffen würde.
Mit einer Übernahme einher müssten allerdings auch Umbauarbeiten gehen. „Nur so kann man das Krankenhaus attraktiv halten“, so Frondorf weiter und nennt als Beispiel den OP-Saal und eine Zimmer-Vergrößerung.
Aus einem „spontanen Aktionismus“ sei damals diese Idee der Übernahme entstanden. Frondorf fasst zusammen: „Wir bieten der OSK an, dass wir das Krankenhaus übernehmen und suchen nach gemeinsamen Lösungen. Es gibt allerdings die Problematik mit Investitionen (Umbau) und der Rentabilität bei einer Trennung der Chirurgie/Praxiskliniken und der Inneren, die die OSK behalten will“, schildert der Mediziner. Als ein weiteres Problem sehe er, dass die OSK das Angebot der Ärzte als Konkurrenz sehe und ihnen nicht traue, als ein Portal für Wangen zu funktionieren. „Wenn die uns das Vertrauen geben, ist doch klar, dass wir denen die Leute nach Wangen schicken“, verdeutlicht Frondorf. Auch das Vertrauen der Patienten gelte es zurückzugewinnen: So kritisiert Frondorf beispielweise den Abzug von Dr. Thomas Wißmeyer am Isnyer Krankenhaus nach Wangen als „unklug“. Dieser sei gerade dabei, sich in Isny und Umgebung einen Namen zu machen.Magenreuter: Vertrauen schaffen
Das Vertrauen der Bürger hat auch Isnys Bürgermeister Rainer Magenreuter angesprochen: „Für Isny ist die Öffnungsklausel ein ganz wichtiger Aspekt. Wir müssen in Isny wieder Vertrauen für das Krankenhaus zurückgewinnen, denn die Konkurrenz für Isny sind die Krankenhäuser Kempten und Lindenberg“, sagte er am Dienstag im Kreistag. Magenreuter warb dabei für eine Kooperation mit den niedergelassenen Ärzten in Isny: „Die Isnyer Ärzte wollen es nicht gegen die OSK, sondern mit der OSK machen. Auch hier geht es um Vertrauen, die Öffnungsklausel muss eine Win-Win-Situation für Isny werden.“
(Erschienen: 23.07.2010 12:15)
Von unserer Redakteurin Laura Loewel
„Ich habe erst vor zwei Tagen davon erfahren, dass es eine Dermatologie in Isny geben soll und habe mit großem Erstaunen davon Kenntnis genommen“, erklärt der ortsansässige Dermatologe Dr. Gunter Hayler. Nicht nachvollziehbar findet es der Hautarzt aus Isny, dass bisher diesbezüglich niemand von der OSK mit ihm Kontakt aufgenommen habe. „Ich gehe davon aus, dass es in Isny eher eine Wundambulanz geben soll“, erklärt er weiter. Denn er selbst weiß aus Erfahrung, dass eine Überweisung von Patienten in eine Hautklinik verhältnismäßig selten vorkommt. Sollte das der Fall sein, schicke er seine Patienten aber in die Unikliniken.
Eine stationäre Stelle für einen Dermatologen am Krankenhaus Isny hält er für unrealistisch, er könnte sich eher vorstellen, eine Abteilung konsiliarisch mit zu betreuen.
Dr. Andreas Frondorf, Allgemeinmediziner aus Isny, wundert sich ebenso über das Vorgehen der OSK, eine Dermatologie vorzuschlagen, ohne bisher mit einem der Hautärzte in der Region in Kontakt getreten zu sein. Allgemein hält er den Vorschlag einer Dermatologie nur für ein „Bonbon“ für den Kreistag. Für „reell“ hält er eine Innere in Verbindung mit einer Wundversorgung. Doch in diese Richtung soll es wohl auch gehen.
Umbauarbeiten wären nötig
Stellvertretend für ein Team Isnyer und auswärtiger Ärzte erklärt Frondorf, man würde das Isnyer Krankenhaus mit einer Grundversorgung (Innere und Chirurgie) und Praxiskliniken (unter anderem Orthopädie, Neurochirurgie) betreiben wollen. Dieses Angebot steht seit geraumer Zeit. „Wir haben einen Businessplan vorgelegt, soweit es der Zeit entsprechend möglich war“, erklärt der Allgemeinmediziner. Einen Vorteil einer Übernahme durch niedergelassene Ärzte aus der Umgebung sieht Frondorf eindeutig darin, dass man mehr Patienten nach Isny bringen würde, als es die OSK je schaffen würde.
Mit einer Übernahme einher müssten allerdings auch Umbauarbeiten gehen. „Nur so kann man das Krankenhaus attraktiv halten“, so Frondorf weiter und nennt als Beispiel den OP-Saal und eine Zimmer-Vergrößerung.
Aus einem „spontanen Aktionismus“ sei damals diese Idee der Übernahme entstanden. Frondorf fasst zusammen: „Wir bieten der OSK an, dass wir das Krankenhaus übernehmen und suchen nach gemeinsamen Lösungen. Es gibt allerdings die Problematik mit Investitionen (Umbau) und der Rentabilität bei einer Trennung der Chirurgie/Praxiskliniken und der Inneren, die die OSK behalten will“, schildert der Mediziner. Als ein weiteres Problem sehe er, dass die OSK das Angebot der Ärzte als Konkurrenz sehe und ihnen nicht traue, als ein Portal für Wangen zu funktionieren. „Wenn die uns das Vertrauen geben, ist doch klar, dass wir denen die Leute nach Wangen schicken“, verdeutlicht Frondorf. Auch das Vertrauen der Patienten gelte es zurückzugewinnen: So kritisiert Frondorf beispielweise den Abzug von Dr. Thomas Wißmeyer am Isnyer Krankenhaus nach Wangen als „unklug“. Dieser sei gerade dabei, sich in Isny und Umgebung einen Namen zu machen.Magenreuter: Vertrauen schaffen
Das Vertrauen der Bürger hat auch Isnys Bürgermeister Rainer Magenreuter angesprochen: „Für Isny ist die Öffnungsklausel ein ganz wichtiger Aspekt. Wir müssen in Isny wieder Vertrauen für das Krankenhaus zurückgewinnen, denn die Konkurrenz für Isny sind die Krankenhäuser Kempten und Lindenberg“, sagte er am Dienstag im Kreistag. Magenreuter warb dabei für eine Kooperation mit den niedergelassenen Ärzten in Isny: „Die Isnyer Ärzte wollen es nicht gegen die OSK, sondern mit der OSK machen. Auch hier geht es um Vertrauen, die Öffnungsklausel muss eine Win-Win-Situation für Isny werden.“
(Erschienen: 23.07.2010 12:15)




































