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Wie aus Schülern Unternehmer werden

Sind jetzt Unternehmer: Die Schüler mit dem Beratungsteam (oben stehend, von links) Hartmut Forstner, Melanie Ulrich und Hubert
Sind jetzt Unternehmer: Die Schüler mit dem Beratungsteam (oben stehend, von links) Hartmut Forstner, Melanie Ulrich und Hubert

Aichstetten / sz Die Gründung einer Schülerfirma in der Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule (GHWRS) ist am Dienstag erfolgreich vollzogen worden. 23 Schülerinnen und Schüler werden sich nun – vorerst einmal bis zum Schuljahresende – als Abteilungsleiter oder Mitarbeiter beweisen können.

Von unserer MitarbeiterinMarita Gaile

Schulleiter Erich Riedesser begrüßte alle Schüler und Gäste zur Gründungsversammlung und erklärte, dass er auf den Fleiß, aber auch die Ausdauer der Schüler setzt. „Diese Schülerfirma ist für unsere Schule eine enorme Qualitätsverbesserung, auch hinsichtlich des Schulstandortes“, stellte Riedesser fest. Die Idee für die Gründung einer Schülerfirma und deren Inhalte lieferte Michael Bader von der Computerfirma Bader Datentechnik aus Aichstetten. Er stellte auch spontan einen Kopierer als Grundausstattung für die Schülerfirma zur Verfügung. Riedesser erklärte voller Stolz, dass die GHWRS Aichstetten eine der wenigen Hauptschulen im Landkreis sei, in der es überhaupt eine Schülerfirma gibt. Laut Riedesser wurden diese Projekte bisher eher in den weiterführenden Schulen durchgeführt. Die Patenschaft über die Schülerfirma übernahm der Vorsitzende des Gewerbevereins Aichstetten, Leo Gruber.

Die Definition einer Schüler- oder Juniorenfirma legt ganz klar fest, dass es sich hierbei um ein von Auszubildenden oder Schülern eigenverantwortlich gegründetes Übungsunternehmen handelt, das mit realem Geschäftsbetrieb, realen Waren und realen Geldströmen agiert. Zumeist unter der Schirmherrschaft eines Ausbildungsbetriebes oder einer Schule dienen diese Projekte heute vor allem pädagogischen und Bildungszwecken.

Auch Hartmut Forstner, Lehrer an der GHWRS Aichstetten, ist ein Mann der ersten Stunde. Er hatte sich von Anfang an hinter diese Idee geklemmt und anschließend auf den Weg gebracht. Riedesser stellte mit Erstaunen fest: „Nicht wir mussten nach Leuten suchen, sondern die Leute sind auf uns zugekommen!“ Vier Personen, nämlich Bastian Atzger, Lothar Keck, Julia Welsing und Bernd Bärtle gründeten die Initiative MAP: Menschen aus der Praxis. Sie unterstützen die Schüler mit Rat und Tat während der Dauer des Bestehens der Schülerfirma. Ganz professionell wurden die Schüler hier von Bastian Atzger, Firma UTV aus Memmingen in den Ablauf und die Organisationsstruktur der neu zu gründenden Schülerfirma mittels Powerpoint-Präsentation eingewiesen. Harald Forstner erklärte: „Wir produzieren ja nichts, wir bieten unsere Arbeitskraft an.“ Ziel der Schülerfirma ist es, leere Tonerkartuschen zu sammeln, zu sortieren und zu katalogisieren und diese möglichst profitabel zu verkaufen. Der Erlös geht auf ein eingerichtetes Girokonto. Nach Abschluss des Projektes wird über die Verwendung des Geldes gemeinsam entschieden.

Da die Schülerfirma ausschließlich in der Freizeit der Schüler betrieben wird, hieß es nun vorab erst einmal, Termine zu finden, an denen wirklich jeder Schüler Zeit hatte. Das Unternehmen – welches noch keinen speziellen Namen hat – setzt sich aus vier Abteilungen zusammen: Betrieb, Verwaltung, Personal und Marketing. In der ersten Zeit wird die Schülerfirma von der Unternehmensleitung (Beratungsteam), die sich aus Melanie Ulrich, Hartmut Forstner und Hubert Ibele zusammensetzt, überwacht und kontrolliert. Jede Abteilung hat einen Abteilungsleiter und einen Stellvertreter, die regelmäßig mit der Unternehmensleitung Meetings abhalten werden. Sobald sich der Unternehmensablauf einmal eingespielt hat, wird sich die Unternehmensleitung zurückziehen, jedoch bei Problemen klärend eingreifen.

Auch einen richtigen Vertrag galt es am Dienstag zu unterzeichnen. Sowohl Erich Riedesser als Vertreter der Schule, die Unternehmensleitung und alle Abteilungsleiter besiegelten mit ihrer Unterschrift die Gründung der Schülerfirma. Jeder Schüler, der mindestens sechs Monate an dem Projekt Schülerfirma beteiligt war, bekommt von der Schule abschließend ein Zertifikat ausgehändigt.

Nachdem alle Formalitäten erledigt waren, wurde ganz professionell mit einem Glas Sekt und Orangensaft auf ein gutes Gelingen angestoßen.

(Erschienen: 17.12.2009 18:00)

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