Der Dalai Lama kam gewohnt lächelnd - Viel Hoffnung auf Olympia
Ob er an diesem Tag auf seine üblichen Runden auf dem Fahrrad- Ergometer und die BBC-Weltnachrichten verzichtet hatte, wusste in der Bochumer Hotel-Lobby niemand zu sagen. Die Möglichkeiten, dem Dalai Lama nahe zu kommen, blieben in der sechsten Etage des Renaissance- Hotels neben dem Stadion des VfL Bochum begrenzt. Die Etage blieb außer für die Gespräche abgeschottet.
Der im indischen Exil lebende Dalai Lama versäumte es aber nicht, vor dem frühen Schlaftermin die international vertretene Presse über sein größtes Anliegen zu informieren - den gewaltlosen Kampf um die ursprüngliche Unabhängigkeit Tibets. Lächelnd und manchmal laut lachend wies der 14. Dalai Lama unermüdlich auf das Streben nach Menschenrechten und religiöser Freiheit hin. Eine Abtrennung von China ist für ihn aber tabu.
Gerade jetzt sieht er nach jahrzehntelangem vergeblichen Ringen um ein Stück Freiheit für sein Volk die Zeichen auf Verständigung gestellt. Nach dem harten Durchgreifen der übermächtigen Chinesen gegen Demonstranten in der Provinz Tibet, die Peking als festen Bestandteil seines Reiches ansieht, war die Empörung in der Welt so groß, dass die chinesische Regierung kurz vor den Olympischen Spielen offensichtlich um ihr Ansehen fürchtet.
So hatte sie kürzlich ein Gesprächsangebot gemacht, das von Unterhändlern beider Seiten in die Tat umgesetzt wurde. Zunächst wurde nur sondiert. Jetzt wollen sich die Vertrauten beider Seiten erneut treffen. „Ich habe noch Hoffnung, dass die Gespräche Fortschritte bringen“, sagte der 72-jährige Friedensnobelpreisträger weiter lächelnd und mit gefalteten Händen in Bochum. Diese Hoffnung haben auch seine deutschen Gesprächspartner. Koch nannte Olympia eine Chance für China, sich zu öffnen. Rüttgers gab zu verstehen, dass die Welt hinter Tibet und denen stehe, die eine Lösung suchen. Lammert forderte - wie der weitgereiste Gast - Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit ein.
Dass China Proteste verschickt, weil der Dalai Lama am kommenden Montag, dem letzten Tag seines Deutschland-Besuches, in Person von Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) auch mit einem Mitglied der Bundesregierung zusammentreffen wird, kommt nicht unerwartet. Schon als der Dalai Lama im vergangenen Jahr ein offenes Ohr bei Kanzlerin Angela Merkel (CDU) fand, reagierte Peking sauer. Und so waren jetzt zum Auftakt des Besuchs alle Beteiligten bemüht, im Einklang mit dem Dalai Lama keine überzogenen Forderungen zu stellen und nach vollständiger Unabhängigkeit für Tibet zu rufen.
(Erschienen: 15.05.2008 20:00)
Ob er an diesem Tag auf seine üblichen Runden auf dem Fahrrad- Ergometer und die BBC-Weltnachrichten verzichtet hatte, wusste in der Bochumer Hotel-Lobby niemand zu sagen. Die Möglichkeiten, dem Dalai Lama nahe zu kommen, blieben in der sechsten Etage des Renaissance- Hotels neben dem Stadion des VfL Bochum begrenzt. Die Etage blieb außer für die Gespräche abgeschottet.
Der im indischen Exil lebende Dalai Lama versäumte es aber nicht, vor dem frühen Schlaftermin die international vertretene Presse über sein größtes Anliegen zu informieren - den gewaltlosen Kampf um die ursprüngliche Unabhängigkeit Tibets. Lächelnd und manchmal laut lachend wies der 14. Dalai Lama unermüdlich auf das Streben nach Menschenrechten und religiöser Freiheit hin. Eine Abtrennung von China ist für ihn aber tabu.
Gerade jetzt sieht er nach jahrzehntelangem vergeblichen Ringen um ein Stück Freiheit für sein Volk die Zeichen auf Verständigung gestellt. Nach dem harten Durchgreifen der übermächtigen Chinesen gegen Demonstranten in der Provinz Tibet, die Peking als festen Bestandteil seines Reiches ansieht, war die Empörung in der Welt so groß, dass die chinesische Regierung kurz vor den Olympischen Spielen offensichtlich um ihr Ansehen fürchtet.
So hatte sie kürzlich ein Gesprächsangebot gemacht, das von Unterhändlern beider Seiten in die Tat umgesetzt wurde. Zunächst wurde nur sondiert. Jetzt wollen sich die Vertrauten beider Seiten erneut treffen. „Ich habe noch Hoffnung, dass die Gespräche Fortschritte bringen“, sagte der 72-jährige Friedensnobelpreisträger weiter lächelnd und mit gefalteten Händen in Bochum. Diese Hoffnung haben auch seine deutschen Gesprächspartner. Koch nannte Olympia eine Chance für China, sich zu öffnen. Rüttgers gab zu verstehen, dass die Welt hinter Tibet und denen stehe, die eine Lösung suchen. Lammert forderte - wie der weitgereiste Gast - Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit ein.
Dass China Proteste verschickt, weil der Dalai Lama am kommenden Montag, dem letzten Tag seines Deutschland-Besuches, in Person von Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) auch mit einem Mitglied der Bundesregierung zusammentreffen wird, kommt nicht unerwartet. Schon als der Dalai Lama im vergangenen Jahr ein offenes Ohr bei Kanzlerin Angela Merkel (CDU) fand, reagierte Peking sauer. Und so waren jetzt zum Auftakt des Besuchs alle Beteiligten bemüht, im Einklang mit dem Dalai Lama keine überzogenen Forderungen zu stellen und nach vollständiger Unabhängigkeit für Tibet zu rufen.
(Erschienen: 15.05.2008 20:00)
Südfinder Partner

Häufig besucht
Jetzt Bild hochladen...

Fasnet

Und es geht schon wieder los!
Der Süden sucht das Super-Tier
Die letzten Leserkommentare



























































